Neues Präsidium der Österreichischen Ärztekammer 2: Resolutionen

Wien (OTS) - Das neue Präsidium der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) präsentierte seine Arbeitsschwerpunkte für die kommende fünfjährige Funktionsperiode heute, Mittwoch, im Rahmen einer Pressekonferenz. Ebenfalls zur Sprache kamen zwei Resolutionen, die im Rahmen des 135. Österreichischen Ärztekammertages vergangene Woche in Bad Hofgastein verabschiedet wurden:

Resolution 1: Nationalratswahl

Die Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer fordert alle politischen Parteien auf, Ärztinnen und Ärzte an wählbare Stelle für die kommenden Wahlen zum Nationalrat zu nominieren.
Das Gesundheitswesen ist ein zentraler politischer Bereich und für das Funktionieren eines Staates, einer Gesellschaft und vor allem für die Patienten von essenziellem Interesse.

Ärztinnen und Ärzte haben die bei weitem längste Ausbildung aller Gesundheitsberufe und tragen für die Gesundheit der Bevölkerung die Hauptverantwortung. Sie sind Expertinnen und Experten in diesem Gesellschaftsbereich, verfügen auf Grund ihrer tagtäglichen Tätigkeit über eine hohe soziale Kompetenz und kennen auch die Stärken, Schwächen und Entwicklungschancen des Systems.

Da das Gesundheitswesen ca. zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht, Hunderttausende von Arbeitsplätzen – vor allem von Frauen – sichert, von der gesamten Bevölkerung täglich in hohem Maße in Anspruch genommen wird und für den Wirtschaftsstandort Österreich von zentraler Bedeutung ist, sollte die politische Verantwortlichkeit durch Experten in diesem System wahrgenommen werden.

Die Einbeziehung von Ärztinnen und Ärzten in die politische Weiterentwicklung bzw. Stabilisierung des Gesundheitswesens sollte – abgesehen von der Standespolitik – daher auch in den politischen Parteien direkt erfolgen.

Resolution 2: Primärversorgungsgesetz

„Die Österreichische Ärztekammer bekennt sich eindeutig zu einer modernen Primärversorgung.
In dem Entwurf des vorliegenden Primärversorgungsgesetzes (GRUG) findet sich die Ärzteschaft nicht wieder, weshalb dieser auch entschieden abgelehnt wird.

Folgende Forderungen sind für die Österreichische Ärztekammer weiterhin essenziell:

  • Neue Kooperationsformen für ÄrztInnen, zu denen auch die Anstellungsmöglichkeit gehört
  • Echte finanzielle Aufstockung des niedergelassenen Bereiches (statt Finanzierung aus Mitteln, die anderswo fehlen)
  • Zeitlich unbegrenzte Rückkehrmöglichkeit in den Einzelvertrag
  • Vollständige Finanzierung der Lehrpraxis

Die Österreichische Ärztekammer hat zur Durchsetzung dieser Forderungen einen umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen, der in dem bevorstehenden Nationalratswahlkampf die Gesundheitspolitik mit aller Konsequenz in die Verantwortung nehmen wird. Dazu zählen eine breit angelegte Informationskampagne für die PatientInnen, verstärkte PR-Maßnahmen bis hin zu öffentlichkeitswirksamen Auftritten in jeglicher Form.“ (ar) (Schluss)

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