„kreuz und quer“ am 27. Juni: „Amerika unter Waffen“ und „Angeschossen: Malala, das Mädchen aus Pakistan“

Wien (OTS) - Das Waffenrecht in den USA ist mit mehr als 20.000 Gesetzen eine sehr komplexe Angelegenheit. Und der 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten macht das Recht, Waffen zu besitzen, nahezu unangreifbar. Doch Amerika ist gespalten; sterben doch in manchen US-Bundesstaaten mehr Menschen durch Schussverletzungen als durch Autounfälle. Der Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule im Dezember 2012 wird in der Dokumentation „Amerika unter Waffen“ zum Ausgangspunkt einer eindringlichen Reise, die Opfer und Angehörige von Opfern ebenso zu Wort kommen lässt wie überzeugte Waffenrechtsaktivisten. „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – zeigt den ersten Teil des preisgekrönten Films (im englischen Original „Under the Gun“) von Stephanie Soechtig am Dienstag, dem 27. Juni 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2, Teil 2 folgt am 4. Juli.

Am 9. Oktober 2012 wurde die damals 15-jährige Malala Yousafzai auf ihrem Weg zur Schule von einem Taliban-Attentäter in den Kopf geschossen. Das pakistanische Mädchen hatte sich offen gegen die Taliban gestellt und für die Bildung junger Frauen in Pakistan eingesetzt. 2014 wurde ihr der Friedensnobelpreis zuerkannt. In Alicia Arces Dokumentation „Angeschossen: Malala, das Mädchen aus Pakistan“ erzählt sie am 27. Juni um 23.25 Uhr ihre Geschichte.

„Amerika unter Waffen – Teil 1: Gespaltenes Land“ – Ein Film von Stephanie Soechtig

Seitdem ihr siebenjähriger Sohn Daniel bei der Massenschießerei an der Sandy Hook Elementary School ums Leben kam, setzen sich Jackie und Mark Barden für die Einführung von umfangreichen Hintergrundchecks bei der Vergabe von Waffenscheinen ein. Dafür haben sie die gemeinnützige Organisation „Sandy Hook Promise“ und die Stiftung „What Would Daniel Do“ ins Leben gerufen. Sie plädieren auch für Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung von psychischen Störungen als unverzichtbares Mittel zur Vorbeugung gegen Waffengewalt.

19 Menschen werden schwer verletzt, sechs weitere kommen ums Leben, als im Jänner 2011 im US-Bundesstaat Arizona ein Täter die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords auf einer politischen Veranstaltung erschießen will. Ein Kopfschuss aus kürzester Entfernung macht sie fast sprach- und bewegungsunfähig, aber sie überlebt. Ihr politisches Amt legte sie ein Jahr später nieder, um sich auf ihre Genesung zu konzentrieren. Mit der Hilfe ihres Ehemannes gründete sie die Organisation „Americans for Responsible Solutions“, die sich gegen Waffengewalt engagiert. Weitere Opfer bzw. deren Angehörige kommen im Film zu Wort. Der 20-jährige Student Christopher Ross Michaels-Martinez wurde Todesopfer eines Amoklaufs. Das Engagement seines Vaters Richard Martinez inspirierte bereits Millionen von Menschen dazu, die Bürgerbewegung gegen Waffengewalt zu unterstützen.

Dagegen fährt die Waffenlobby mit großen Geschützen auf: Das einzige, was einen Bösewicht mit Waffe aufhalten könne, seien gute Leute mit Waffen, sagt Wayne LaPierre, einer der prominentesten US-Waffenlobbyisten und Chef der National Rifle Association. Er fordert ein Gegenseitigkeitsgesetz, das jeden Bundesstaat verpflichtet, den Waffenschein eines anderen anzuerkennen, damit Waffen bei Reisen durch die USA problemlos mitgenommen werden können. Applaus ist LaPierre von seiner Klientel sicher, denn das Recht auf Waffenbesitz ist nicht nur Teil der Verfassung, sondern gehört zum freiheitlichen Selbstverständnis der Vereinigten Staaten Amerikas.

Dennoch wächst die Kritik, und die Zahlen geben vielen US-Bürgerinnen und US-Bürgern zu denken: In den USA öffnen täglich mehr Waffengeschäfte ihre Pforten als McDonald’s- und Starbucks-Filialen zusammen. Jedes Jahr kosten Schussverletzungen in den USA etwa 33.000 Menschen das Leben. Einschätzungen bekannter Experten und Politiker im Kampf gegen Waffenmissbrauch, wie zum Beispiel Shannon Watts, Gründerin der Initiative „Moms Demand Action“, oder US-Kongressabgeordnete Robin Kelly beleuchten zwei Seiten einer Debatte, die nicht nur die Bevölkerung in den USA spaltet, sondern inzwischen weltweit geführt wird.

„Angeschossen: Malala, das Mädchen aus Pakistan“ – Ein Film von Alicia Arce

Reporterin Mishal Husain hat Malala in Birmingham getroffen, wo sie derzeit mit ihrer Familie lebt. Und sie macht sich auch in Malalas Heimat, dem Swat-Tal im Norden Pakistans, auf eine beklemmende Spurensuche. In Gesprächen und eindrücklichen Bildern rekonstruiert der Film die Ereignisse, die schließlich zu dem Attentat auf das junge Mädchen führten: Malala war gerade elf Jahre alt, als die Taliban das Tal besetzten. Sie begingen unzählige Gräueltaten und erließen schließlich auch ein Schulverbot für Mädchen.

Doch Malala ging nicht nur weiter zur Schule, sie erklärte sich auch bereit, für den britischen Nachrichtensender BBC einen Blog über ihr Leben unter den Taliban zu schreiben. Und sie trat für ihre Überzeugung im pakistanischen Fernsehen auf. Ein Live-Interview mit Pakistans bekanntestem Nachrichtenreporter machte sie in ihrer Heimat zum Star – und für die Taliban zum Hassobjekt. Das Attentat sollte Malala endgültig zum Schweigen bringen. Doch sie überlebte und wurde zum weltweiten Symbol für den Kampf gegen Intoleranz und Extremismus. Heute spricht Malala vor den Vereinten Nationen. Sie trifft Menschen wie Barack Obama, Queen Elisabeth II. oder den Weltbank-Chef Jim Yong Kim und wirbt nachdrücklich um Unterstützung für ihr Anliegen.

Die Dokumentation zeigt eine beeindruckende junge Frau, die trotz der furchtbaren Erlebnisse ihren Mut und ihre tiefe Überzeugung nicht verloren hat. Die entschlossen weiterkämpft und sich weltweit engagiert: für Kinderrechte und Frauenrechte, gegen Terrorismus, Kriege und blutige Konflikte. Und für das Recht auf Bildung – für jeden Menschen.

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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