Kucher: Substitutionsbehandlung von Drogenkranken wird nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen neu geregelt

Wien (OTS/SK) - „Zum ersten Mal steht in der Behandlung von Opioid-Suchtkranken den behandelnden ÄrztInnen eine evidenzbasierte Behandlungsleitlinie zur Verfügung. Das enthält auch die für die Zusammenarbeit mit den AmtsärztInnen notwendigen Parameter, wie medizinische, psychosoziale Stabilitätskriterien, umfassende Dokumentations- und Auskunftspflichten, Dosisempfehlungen“, freut sich SPÖ-Abgeordneter Philip Kucher über den Beschluss einer Novelle des Suchtmittelgesetzes im heutigen Gesundheitsausschusses. Eine Suchterkrankung ist eine Krankheit wie jede andere, die Therapie soll sich auf Fachstandards stützen, nicht auf Gesetze und Verordnungen, so Kucher. ****

    Kucher betont, dass der Novelle ein dreijähriger Prozess vorausgegangen ist, an dem zahlreiche ExpertInnen beteiligt waren und dessen Ergebnis jetzt von allen relevanten Fachgesellschaften mitgetragen wird. Verbessert wird die Informationsweitergabe zwischen den an der Substitutionstherapie beteiligten Stellen; das bedeutet, Apotheken sollen Information an den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin bzw. an die Gesundheitsbehörde weitergeben, wenn sie Missbrauch beobachten (z.B. sehen, dass ein Patient Rezepte von unterschiedlichen ÄrztInnen vorlegt oder Medikamente nicht geschluckt werden), erklärte Kucher. Davor war das nur nach Zustimmung des Patienten bzw. wenn seine Gesundheit unmittelbar gefährdet ist, möglich.

    Zudem werde die ärztliche Behandlung aus der Verwaltungsstrafbestimmung des Suchtmittelgesetzes herausgenommen. „Denn eine ärztliche Behandlung mit suchtmittelhaltigen Arzneimitteln (das reicht von der Behandlung von terminalen PatientInnen mit z.B. Morphinpflastern zur Schmerzlinderung bis hin zur Substitutionstherapie) kann keinen Verstoß gegen die Strafbestimmungen des SMG darstellen“, so Kucher. (Schluss) bj/sl

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