Frauenquoten – Wurm erfreut über Beschluss im Justizausschuss: „Quoten wirken“

Mindestens 30 Prozent Frauenanteil in großen börsennotierten Unternehmen ab 1.1.2018

Wien (OTS/SK) - Mit dem heutigen Beschluss im Justizausschuss und dem geplanten Beschluss im Plenum nächste Woche wird es ab 2018 für große Unternehmen die Verpflichtung geben, ihre Aufsichtsräte mit mindestens 30 Prozent Frauen zu besetzen. „Damit erfüllt sich eine langjährige Forderung der SPÖ, um Frauen eine möglichst gleichberechtigte Teilhabe in den entscheidenden Führungsfunktionen zu ermöglichen“, freut sich heute SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm, Mitglied des Justizausschusses. „Die Situation in Deutschland, wo es seit Anfang 2016 eine Quote gibt, sowie die Erfahrungen aus Norwegen zeigen, dass Quoten wirken. Auch die Selbstverpflichtung des Bundes bei saatsnahen Unternehmen in Österreich hat zu einer deutlichen Steigerung des Frauenanteils geführt“, erläutert Wurm. **** 

Beschlossen werden soll heute im Ausschuss das „Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern im Aufsichtsrat“ (GFMA-G). Darin heißt es: „In börsennotierten Gesellschaften sowie in Gesellschaften, in denen dauernd mehr als tausend ArbeitnehmerInnen beschäftigt sind, besteht der Aufsichtsrat zumindest zu 30 Prozent aus Frauen und zumindest 30 Prozent aus Männern, sofern der Aufsichtsrat aus mindestens sechs Mitgliedern (Kapitalvertretern) und die Belegschaft zumindest zu 20 Prozent aus Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmern besteht.“ Eine Wahl bzw. Entsendung in den Aufsichtsrat, die diesem Mindestanteilsgebot nicht entspricht, ist nichtig. 

Für Wurm zeigen die Erfahrungen, dass eine solche Regelung absolut Sinn macht: „In Deutschland ist der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten schon im ersten Jahr der Regelung um vier Prozentpunkte – auf 27,5 Prozent Frauenanteil – gestiegen. Bei den staatsnahen Unternehmen in Österreich, wo es seit 2011 eine Selbstverpflichtung des Bundes gibt, lag Frauenanteil in den Aufsichtsräten zuletzt bei durchschnittlich 38 Prozent.“ 

Dass es für die Privatwirtschaft Handlungsbedarf gibt, zeigen ebenfalls die Zahlen. „In Österreich sind Frauen in Führungsfunktionen immer noch krass unterrepräsentiert“, so die SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin. Zuletzt lag der Frauenanteil in der Geschäftsführung der 200 umsatzstärksten Betriebe bei 7,2 Prozent. Und auch in den Kontrollgremien der Top-200-Unternehmen lag der Frauenanteil bei lediglich 17,7 Prozent. (Schluss) ah/sc   

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