Rasinger: Drastischen Hausärztemangel stoppen

ÖVP-Gesundheitssprecher: Primärversorgung ist Baustein zur Stärkung der Hausärzte - Jeder Österreicher soll Zugang zur Hausarzt-Versorgung haben

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Einigung bei der Primärversorgung ist ein neues Zusatzangebot und nicht als Systemwechsel zu verstehen. 94 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher schätzen ihren Hausarzt, und dieser bleibt als wichtiger Partner im Gesundheitssystem bestehen. Das stellte heute, Mittwoch, ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger anlässlich der Sitzung des Gesundheitsausschusses fest, bei der das Primärversorgungsgesetz auf der Tagesordnung steht. „In Österreich gibt es 4.000 Kassenhausärzte, die jährlich 65 Millionen Patientenkontakte haben. Jeder Österreicher geht etwa achtmal pro Jahr zum Hausarzt. 50 Prozent der Hausärzte werden allerdings in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen“, gibt Rasinger zu bedenken.

„Die Primärversorgung ist ein Schritt, den Arztberuf zu attraktivieren und neue Zusammenarbeitsformen zuzulassen. Der Hausarzt bleibt für die ÖVP aber das Rückgrat der medizinischen Versorgung, und ist auch wichtig für die Pflegeversorgung“, so der Abgeordnete.

„Die ÖVP bekennt sich zum freiberuflichen Hausarzt wie in Deutschland und der Schweiz. Wir wollen den Hausarzt auf keinen Fall durch ein neues System wie in Holland oder England ersetzen, wo eine medizinische Versorgung nur mehr in größeren Gemeinden oder Städten angeboten wird. Jeder Österreicher soll Zugang zur Hausarzt-Versorgung haben – unabhängig von Alter, Wohnort oder chronischen Krankheiten“, sagt der ÖVP-Gesundheitssprecher und weist darauf hin, dass ältere Menschen oft kein Auto besitzen. Für jede Gemeinde soll eine hausärztliche Betreuung zur Verfügung stehen.

„Wir stehen vor einer dramatischen Hausarztmangelsituation“, nennt Rasinger ein Beispiel: „In Wien gab es im Jahr 2000 834 Hausärzte mit Gebietskassenvertrag. Derzeit gibt es 736, also um 100 weniger – und das in einer Stadt, die seither um 300.000 Einwohner gewachsen ist – und bei einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft.“ Zur Stärkung des Hausarztes soll in der heutigen Ausschusssitzung daher ein Beschluss gefasst werden (Ausschussfeststellung). Darin stellt der Gesundheitsausschuss fest, dass es neben dem Primärversorgungsgesetz vieler weiterer Maßnahmen bedarf, um die flächendeckende wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch künftig zu sichern, wie beispielsweise eine Attraktivierung der Ausbildung in den Spitälern, eine Sicherstellung der Finanzierung von Lehrpraxen sowie eine bessere Honorierung. „Es kann nicht sein, dass Hausärzte bis zu 40 Prozent weniger als Fachärzte verdienen“, so Rasinger.

„Gesetz atmet Geist der Zusammenarbeit“

Insgesamt gibt es nun ein zusätzliches Gesundheitsangebot von maximal 75 Primärversorgungsnetzwerken oder -zentren bis Ende 2021, nachher kann per Gesetz eine neue Grenze festgesetzt werden. „Das Gesetz atmet den Geist der Zusammenarbeit“, verweist Rasinger auf die notwendige enge Kooperation mit der Ärzteschaft. Daher ist auch eine Einigung auf mehr Primärversorgungseinheiten möglich, wenn Ärztekammer und Sozialversicherung einig sind.
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