• 21.06.2017, 11:50:14
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Rasinger: Drastischen Hausärztemangel stoppen

ÖVP-Gesundheitssprecher: Primärversorgung ist Baustein zur Stärkung der Hausärzte - Jeder Österreicher soll Zugang zur Hausarzt-Versorgung haben

Utl.: ÖVP-Gesundheitssprecher: Primärversorgung ist Baustein zur
Stärkung der Hausärzte - Jeder Österreicher soll Zugang zur
Hausarzt-Versorgung haben =

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Einigung bei der Primärversorgung ist ein
neues Zusatzangebot und nicht als Systemwechsel zu verstehen. 94
Prozent der Österreicherinnen und Österreicher schätzen ihren
Hausarzt, und dieser bleibt als wichtiger Partner im
Gesundheitssystem bestehen. Das stellte heute, Mittwoch,
ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger anlässlich der
Sitzung des Gesundheitsausschusses fest, bei der das
Primärversorgungsgesetz auf der Tagesordnung steht. „In Österreich
gibt es 4.000 Kassenhausärzte, die jährlich 65 Millionen
Patientenkontakte haben. Jeder Österreicher geht etwa achtmal pro
Jahr zum Hausarzt. 50 Prozent der Hausärzte werden allerdings in den
nächsten zehn Jahren in Pension gehen“, gibt Rasinger zu bedenken.

„Die Primärversorgung ist ein Schritt, den Arztberuf zu
attraktivieren und neue Zusammenarbeitsformen zuzulassen. Der
Hausarzt bleibt für die ÖVP aber das Rückgrat der medizinischen
Versorgung, und ist auch wichtig für die Pflegeversorgung“, so der
Abgeordnete.

„Die ÖVP bekennt sich zum freiberuflichen Hausarzt wie in Deutschland
und der Schweiz. Wir wollen den Hausarzt auf keinen Fall durch ein
neues System wie in Holland oder England ersetzen, wo eine
medizinische Versorgung nur mehr in größeren Gemeinden oder Städten
angeboten wird. Jeder Österreicher soll Zugang zur
Hausarzt-Versorgung haben – unabhängig von Alter, Wohnort oder
chronischen Krankheiten“, sagt der ÖVP-Gesundheitssprecher und weist
darauf hin, dass ältere Menschen oft kein Auto besitzen. Für jede
Gemeinde soll eine hausärztliche Betreuung zur Verfügung stehen.

„Wir stehen vor einer dramatischen Hausarztmangelsituation“, nennt
Rasinger ein Beispiel: „In Wien gab es im Jahr 2000 834 Hausärzte mit
Gebietskassenvertrag. Derzeit gibt es 736, also um 100 weniger – und
das in einer Stadt, die seither um 300.000 Einwohner gewachsen ist –
und bei einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft.“ Zur Stärkung
des Hausarztes soll in der heutigen Ausschusssitzung daher ein
Beschluss gefasst werden (Ausschussfeststellung). Darin stellt der
Gesundheitsausschuss fest, dass es neben dem Primärversorgungsgesetz
vieler weiterer Maßnahmen bedarf, um die flächendeckende wohnortnahe
hausärztliche Versorgung auch künftig zu sichern, wie beispielsweise
eine Attraktivierung der Ausbildung in den Spitälern, eine
Sicherstellung der Finanzierung von Lehrpraxen sowie eine bessere
Honorierung. „Es kann nicht sein, dass Hausärzte bis zu 40 Prozent
weniger als Fachärzte verdienen“, so Rasinger.

„Gesetz atmet Geist der Zusammenarbeit“

Insgesamt gibt es nun ein zusätzliches Gesundheitsangebot von maximal
75 Primärversorgungsnetzwerken oder -zentren bis Ende 2021, nachher
kann per Gesetz eine neue Grenze festgesetzt werden. „Das Gesetz
atmet den Geist der Zusammenarbeit“, verweist Rasinger auf die
notwendige enge Kooperation mit der Ärzteschaft. Daher ist auch eine
Einigung auf mehr Primärversorgungseinheiten möglich, wenn
Ärztekammer und Sozialversicherung einig sind.
(Schluss)

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