Alles bestens mit unserer Trinkwasserqualität?

Aktuelle Umfrage des FORUM Wasserhygiene – Rund 60 % der Österreicher halten Trinkwasser für nicht verderblich

Wien (OTS) - Zwei Drittel des in Österreich getrunkenen Wassers kommen aus der Leitung. So das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, die Marketagent im Auftrag des FORUMs Wasserhygiene durchgeführt hat. Doch das hochwertige Trinkwasser, das die Wasserversorger den Österreichern zur Verfügung stellen, kommt nicht immer bei den Nutzern an. „Die Menschen realisieren nicht, dass auch Wasser ein Ablaufdatum hat und dass sie für die Trinkwasserqualität im Gebäude – vom Wasserzähler bis zur Entnahmestelle am Wasserhahn – selbst verantwortlich sind“, so KR Herbert Wimberger, Präsident des FORUM Wasserhygiene. So ergab die Umfrage weiter, dass knapp 60 % der Österreicher nicht wissen, dass Wasser wie jedes Lebensmittel verderben kann.

„Im Wasser können sich manche Bakterien unter bestimmten Bedingungen sehr schnell vermehren und Krankheiten auslösen“, so Dr. Alexander Blacky, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie. 160 Menschen erkrankten der Nationalen Referenzzentrale für Legionella-Infektionen zufolge 2015 in Österreich an der Legionärskrankheit. Etwa jeder 10. stirbt an den Folgen dieser schweren, durch Legionellen hervorgerufenen Lungenentzündung. Die Dunkelziffer an Erkrankungen ist sogar deutlich höher, denn im ambulanten Versorgungsbereich erfolgt nur selten eine mikrobiologische Abklärung. Ein erhöhtes Risiko haben Personen mit geschwächtem Immunsystem, mit chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucher. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

„Wir Wasserversorger unterliegen strengen Kontrollen und agieren nach den Wassersicherheitsplänen der Weltgesundheitsorganisation, damit wir bestes Trinkwasser anliefern können. Diese Qualitätssicherung muss sich im Gebäude fortsetzen, sonst ist die Qualität des Trinkwassers auf den letzten Metern gefährdet“, betont DI Franz Dinhobl, Vizepräsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach und technischer Geschäftsführer der EVN Wasser. Wie die Studie bestätigt, gibt es in Österreich kaum ein Bewusstsein dafür, dass Trinkwasser im Gebäude verderben kann. Noch weniger wissen, was sie selbst beitragen können. Schlechte Trinkwasserqualität wird von 62,5 % mit veralteten Leitungen begründet. Dass jedoch eine zu geringe Wasserentnahme, unregelmäßige Wartung und falsche Wassertemperaturen ausschlaggebend sind, ist nur einem Bruchteil der Österreicher bewusst.

Ist das regelmäßige Service beim Auto selbstverständlich, zeigt sich bei der Trinkwasserinstallation ein anderes Bild: Nur ca. 15 % gaben an, ihre Installation jährlich zu warten, über 85 % warten sie nur unregelmäßig oder gar nicht. Und das, obwohl knapp 60 % der Hauseigentümer ihre Verantwortung bezüglich einer regelmäßigen Wartung der Trinkwasserinstallation kennen. „Das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken durch schlecht gewartete Trinkwasserinstallationen muss massiv steigen“, betont Wimberger. Bei den Mietern ist das Umfrageergebnis noch bedenklicher: Gut 90 % gaben an, die Verantwortung für gute Trinkwasserqualität liege bei der Hausverwaltung, beim Eigentümer oder bei der Gemeinde, nur gut 5 % wissen um ihre Verantwortung als Mieter. „Die Mietverträge müssen dringend angepasst werden, um den Mieter auf seine Pflichten aufmerksam zu machen!“, warnt Wimberger eindringlich.

Das FORUM Wasserhygiene empfiehlt:

  1. Regelmäßige Wasserentnahme bzw. Freispülen der Leitungen nach 24 Stunden Abwesenheit.
  2. Auf die richtige Temperatur achten: Kaltwasser darf maximal 20 °C, Warmwasser muss mindestens 55 °C haben.
  3. Die Trinkwasserinstallation regelmäßig warten und reinigen.

Am 7. September 2017 findet der österreichweit 1. Fachkongress des FORUMs Wasserhygiene zum Thema „Qualitätssicherung des Trinkwassers im Gebäude“ in der Orangerie Schönbrunn in Wien statt.

Weitere Informationen: http://www.forum-wasserhygiene.at

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Stephanie Müller, MA
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