Neues Volksblatt: "Happyend" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 20. Juni 2017

Linz (OTS) - Jahrelang wurde verhandelt, Kompromisse wurden gesucht, gefunden und wieder verworfen. Letztendlich lag ein Paket auf dem Tisch, mit dem die meisten leben können, viele sogar zufrieden und nur wenige fundamental dagegen sind.
Mit der Einigung beim Schulautonomiepaket werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits zeigt die Politik, dass sie trotz näher rückender Wahl noch Lösungen finden kann. Das gibt Hoffnung für manch andere Baustelle. Andererseits wurde der Begriff „Schulreform“ schon als künftiges Synonym für „Unerledigtes“ verwendet. Aber nun dürfte es doch ein Happyend der unendlichen Geschichte geben. Doch sollte man derzeit noch in der Möglichkeitsform bleiben. Denn erstens wird das Gesetz ja erst beschlossen. Und zweitens muss das Paket mit Leben gefüllt werden. Vorerst sind es nämlich nur eine Fülle von neuen Möglichkeiten, die Direktoren, Lehrer und Schulpartner in die Hände bekommen. Ob, wo und wie diese genutzt werden, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Aber eines zeigt sich jetzt schon: Das Geschrei um eine Schulreform wird so schnell nicht verstummen. Leider. Denn es wäre gut, wenn Lehrer, Eltern, Schüler und auch die Schulverwaltung die Zeit bekommen, sich daran zu gewöhnen ... und man sich wenn nötig erst danach — und ausgestattet mit einer fundierten Evaluierung — mit einer Reform der Reform beschäftigt.

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