Kern: Bildung ist für uns die entscheidende Zukunftsfrage

In die Bildung muss investiert werden, vom Kindergartenausbau bis hin zu den Universitäten, um zur europäischen Spitze zu gehören

Wien (OTS/SK) - „Der Bildungssektor ist für uns die entscheidende Zukunftsfrage“, betonte Bundeskanzler Christian Kern am Montag bei der Sondersitzung zum Thema Bildungsreform im Parlament. Kern erklärte: „Der Erfolg unseres Landes, der Erfolg Österreichs, wird davon abhängen, wie gut wir in diesem Bereich sind und wie gut unsere Kinder auf das weitere Leben vorbereitet werden.“ Hier müsse man entschlossener weiterkommen, hin zur europäischen Spitze, um den österreichischen Lebensstandard zu halten. „Dazu gehört das Verständnis, dass wir besser werden müssen als andere Länder und nicht billiger als andere Länder“, betonte Kern. Daher müsse man in den Ausbau der Kindergärten investieren, in zusätzliche LehrerInnen und Begleitpersonal, in die Digitalisierung der Schulen, in die Lehrlingsausbildung und in die Universitäten. ****

Zur Schulreform erklärte Kern, dass dadurch mehr Freiheit für die Schulen, für die Direktoren geschaffen wurde. „Auch ein Mehr an Transparenz und eine signifikante Reduktion des parteipolitischen Einflusses“ sei damit zu erreichen.

Der Bundeskanzler stellte fest, dass keiner der Verhandlungspartner naturgemäß 100 Prozent erreichen konnte, „aber es ist mit Sicherheit ein Fortschritt, den wir gut vertreten können“, sagte Kern und fügte hinzu: „Wenn wir diese Reform nicht durchgezogen hätten, hätten wir gar nichts erreicht und hinterher hätten wir ein System manifestiert, das jedenfalls schlechter ist.“

Der Kanzler erklärte, dass sich die vorliegende Reform einfüge in die bisherigen Maßnahmen, wie den Ausbau der Ganztagsschulen, „indem wir die Bankenabgabe dafür verwenden“. Ganz wichtig sei in dem Zusammenhang auch die Ausbildungsgarantie bis 25 und die Ausbildungspflicht bis 18.

Kern betonte, dass der Kindergarten der Ort ist, wo „der Grundstein für die Bildungskarriere gelegt wird“. Daher werden das zweite Gratis-Kindergartenjahr und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen benötigt, „und zwar nicht als Aufbewahrungsstellen, sondern im Verständnis, dass das Bildungseinrichtungen sind, die unsere Kinder auf die Schulen vorzubereiten haben“. Im Besonderen gehe es hier auch um die Sprachaneignung im Zusammenhang mit der Frage der Integration. „Wir brauchen deutlich mehr Lehrer, deutlich mehr Begleitpersonal, mehr Sozialarbeiter und Psychologen“, erklärte Kern.

Es sei Aufgabe der Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit die Lehrerinnen und Lehrer das tun können, „was wir von ihnen erwarten, nämlich unser Bildungssystem an die europäische Spitze zu bringen“. Hier dürfe man die LehrerInnen von Seiten der Politik nicht alleine lassen. Um mehr LehrerInnen für die Schulen zu gewinnen, müsse man den Beruf der Lehrerin, des Lehrers, attraktivieren, den Stellenwert verbessern und dafür sorgen, dass die LehrerInnen auch tatsächlich in der Klasse unterrichten können und nicht wegen Verwaltungsaktivitäten überlastet sind. „Hier sind wir wieder beim Thema Begleitpersonal“, sagte Kern.

Ein weiterer wesentlicher Punkt, vergleichbar mit der Schulbuch-Offensive Kreiskys in den 70er Jahren, sei die Digitalisierung der Schulen. Auch bei Tablets, Laptops und Smartphones gehe es um soziale Selektionskriterien, nicht jede Familie könne sich das leisten.

Was die Lehrlingsausbildung betrifft, so betonte Kern, dass es sich hierbei um das Segment handle, „wo wir bereits Weltspitze sind. Wir haben die bestqualifizierten FacharbeiterInnen. Darauf können wir stolz sein, darauf können wir aufbauen“. Durch den Ausbau der Berufsschulstunden, der Verbesserung der Sprachqualifikation der Lehrlinge und die bessere Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung habe man hier weiter Fortschritte gemacht. „Aber wir müssen mehr machen und unser Ziel muss sein, dass wir künftig für einen Lehrling genauso viel investieren, wie wir das heute für einen Gymnasiasten bereit sind zu tun“, sagte Kern.

Auch müsse die Finanzierungssicherheit für die Universitäten hergestellt werden, damit Planungssicherheit gegeben ist. Aber „unser Universitätssektor ist nicht so leistungsfähig, wie er sein soll“. Die Drop-out-Quote steige und das Betreuungsverhältnis werde schlechter. Um die Universitäten in eine gute Zukunft zu führen, müsse aber erst eine klare Strategie erarbeitet werden, was man sich vom Hochschulsektor erwarte, erst dann solle man darüber reden, wieviel Geld das benötige. Klar sei: „Es darf keine soziale Selektion am Tor zu den Universitäten geben. Aber es ist auch klar, dass wir neue Finanzierungsmodelle brauchen. Und die Studienplatzfinanzierung ist hier ein geeignetes Instrument, zu dem ich mich voll und ganz bekenne.“ (Schluss) up/bj 

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0002