TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 17. Juni 2017 von Mario Zenhäusern und Alois Vahrner "Aktion für Respekt und die Demokratie"

Innsbruck (OTS) - Das Internet mit seinen gewaltigen Möglichkeiten führt leider auch zunehmend zu einer Verrohung der Sitten und wird durch Missbrauch zu einer Gefahr für die Demokratie. Die Aktion #Respekt will hier entschieden dagegenhalten.

Das Internet macht die Welt teilweise zwar nur theoretisch, in vielen seiner unglaublichen Möglichkeiten aber auch real zum globalen Dorf. Nie war es leichter, quasi in Echtzeit und mit geringen Kosten global zu kommunizieren. Die Entwicklung geht in atemberaubendem Tempo weiter – mit bereits jetzt, aber in Zukunft noch weit mehr Möglichkeiten für Privatpersonen und die Wirtschaft.
Wo viel Licht, da ist aber meistens auch einiges an Schatten. Die gewaltigen Möglichkeiten des Netzes bieten auch bisher ungeahnte Möglichkeiten für Kriminalität, für Datenklau, für Spionage und Rundum-Überwachung sowie für von verschiedenen Staaten betriebene Cyber-Attacken bis hin zu deren gelenkter Desinformation ganzer Troll-Fabriken. Und das Internet verleitet auch viel zu viele, unter dem offenbar gefühlten Deckmantel der Anonymität Hasspostings und Beleidigungen im Netz abzusetzen.
Vieles davon wächst sich zunehmend zur Gefahr für westliche Demokratien mit ihren elementaren Freiheits- und Persönlichkeitsrechten aus – auch bei uns in Österreich. Die fünf Bundesländer-Zeitungen Tiroler Tageszeitung, Kleine Zeitung, Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten und Vorarlberger Nachrichten sowie die Presse starten daher nach der Vorjahres-Aktion „Aufbruch“ (ein starker Anstoß für das Ende des politischen Stillstands in Österreich) wieder eine große Initiative. Die heute startende Aktion #Respekt setzt sich für wieder mehr Anstand und Glaubwürdigkeit auch im Internet. Für die genannten sechs Zeitungen mit ihren zusammen deutlich mehr als zwei Millionen tägliche Leserinnen und Leser ihrer Printausgaben und ebenfalls sehr großen Leserschaft ihrer digitalen Kanäle sind Demokratie und Grundrechte unteilbar.
Nie war es für Interessierte leichter, schneller und umfassender an Informationen zu kommen. Nur: Sind diese Informationen auch echt und richtig? Seriöse Medien sind in Zeiten von lancierten Fake News und „alternativen Fakten“ noch mehr gefordert, mit hinterfragten, geprüften und dadurch glaubhaften Informationen der Cyber-Gefahr ganz entschieden zu trotzen.
Dringenden Handlungsbedarf hat aber auch die Politik, die statt auf kritisch nachfragende Medien vermehrt auf das ungefilterte Verbreiten von Botschaften im Internet setzt. Es braucht klarere und dann auch entsprechend geahndete Spielregeln gegen die Verrohung im Netz. Unsere Aktion soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.

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