„kulturMontag“ am 19. Juni: Italien-Schwerpunkt und 75. Geburtstag Gerhard Roth

Anschließend: Roth-Verfilmung „Ein Hund kam in die Küche“ mit Moretti, Eckert und Merkatz

Wien (OTS) - Dem Sehnsuchtsort Italien und der gesellschaftspolitischen wie kulturellen italienischen Realität widmet sich der von Martin Traxl präsentierte „Kulturmontag“ am 19. Juni 2017 um 22.30 Uhr in ORF 2 in einem Schwerpunkt. So wirft die Sendung u. a. einen Blick auf Rom – eine Hauptstadt zwischen unermesslicher Schönheit und unfassbaren Müllbergen. Thema ist auch Grado, das nostalgische Sommerfrische-Ziel vieler Österreicher/innen, weiters das Filmland Italien sowie ein Dorf in der Toskana, das mit dem revolutionären, privat finanzierten Projekt „Grundeinkommen für alle“ aufhorchen lässt. Außerdem widmet sich das Magazin anlässlich des 75. Geburtstags von Gerhard Roth auf einer Reise nach Venedig dem jüngsten Werk des österreichischen Schriftstellers.

Passend dazu steht danach, um 0.00 Uhr, die vom ORF koproduzierte Verfilmung des Roth-Krimis „Ein Hund kam in die Küche“ von Xaver Schwarzenberger aus dem Jahr 2002 auf dem Programm, in dem schwarzer Humor, Haute Cuisine und Elemente des klassischen Thriller-Genres zu einem spannenden und raffinierten Sittenbild aus totgeglaubter Vergangenheit und schrecklicher Gegenwart verarbeitet wurden – mit Tobias Moretti, Andrea Eckert und Karl Merkatz in den Hauptrollen. 3sat zeigt den Film am Sonntag, dem 23. Juli, um 17.00 Uhr.

Italien-Schwerpunkt: Sehnsucht und Realität – nostalgisches Grado, ewiges Rom, toskanische Revolution

Es ist jüngsten Umfragen zufolge das bevorzugte Reiseziel der Österreicher/innen in diesem Sommer: das Land, „wo die Zitronen blühn“ – und in dem aber auch Krisen und Korruption zu wuchern scheinen. Was ist eigentlich los bei unseren Nachbarn, lautet die Frage, die der „kulturMontag“ in einem Italien-Schwerpunkt zu klären versucht.

In die „ewige Stadt“ mit ihren ewigen Problemen führt eine Reportage von ORF-Rom-Korrespondent Alexander Kofler. Rom ist eine janusköpfige Metropole, etliche Male untergegangen und wieder auferstanden, von berückender Schönheit und von Müllbergen fast erdrückt. Der Richter und Schriftsteller Giancarlo de Cataldo kennt Rom von seinen dunkelsten Seiten, in seinem prophetischen Roman „Suburra“ hat er die mafiosen Verstrickungen der Stadtregierung, die bis heute nachwirken, beschrieben. Zu Wort kommen auch der Künstler Pietro Ruffo, der in seinen Arbeiten das Thema Migration aufgreift, sowie der Filmemacher Francesco Bruni, der den goldenen Zeiten des Dolce Vita nachtrauert, die spätestens seit der Ära Berlusconi Geschichte sind.

Auf eine römische Siedlung zurückgehend, von Kaiser Franz Joseph I. per Erlass zur Kur- und Badeanstalt ausgerufen und heute noch nostalgisch aufgeladener Sehnsuchtsort – das ist Grado. Der Dichter Biagio Marin bezeichnete das Städtchen als die „von Gott begnadete Insel“, Schauspieler Michael Dangl („Vorstadtweiber“) spricht von „seiner Geliebten“. Er führt den „kulturMontag“ an seine Lieblingsplätze in der Lagune.

Die visuelle Kraft, die Fertigkeit der Italiener, Geschichten zu erzählen, manifestiert sich im italienischen Kino, das Genies wie Fellini oder Visconti hervorgebracht hat. Einer der prägendsten Protagonisten des zeitgenössischen Italo-Films ist der Schauspieler Toni Servillo, spätestens seit seinem Erfolg im Oscar-gekrönten Film „La Grande Bellezza“ ist der Neapolitaner internationales Aushängeschild Italiens – der „kulturMontag“ trifft ihn zum Interview.

Im kleinen toskanischen Ort „Mercatale di Cortona“ an der Grenze zu Umbrien taucht der „kulturMontag“ schließlich in einen Mikrokosmos ein, der symptomatisch ist für die großen strukturellen Umbrüche in Italien. Einst ließen hier Konzerne wie Philip Morris mit Hilfe nordafrikanischer Arbeiter Tabak anpflanzen, heute liegt das Land brach. Alle Hoffnungen der Dorfbewohner/innen ruhen jetzt auf dem millionenschweren Unternehmer Maurizio Sarlo. Mit seinem von ihm selbst finanzierten „Grundeinkommen für alle“ will er nicht nur das toskanische Örtchen revolutionieren, sondern gleich die ganze Welt verbessern. Derzeit treffen dafür Einwohner/innen unterschiedlichster Professionen aufeinander, um über gesellschaftsrelevante Themen im Auftrag Sarlos zu reden. Dieses soziale Engagement zahlt sich aus, ab September gibt es dafür 1.500 Euro monatlich in die Tasche.

Eine venezianische Reise mit Gerhard Roth zum 75. Geburtstag

Am 24. Juni wird Gerhard Roth, einer der produktivsten und außergewöhnlichsten Schriftsteller Österreichs von europäischem Rang, 75 Jahre alt. Dreh- und Angelpunkt seines jüngsten Projekts – eine Trilogie, deren erster Band im Herbst erscheinen wird – ist Venedig:
Gerhard Roth begreift die Lagunenstadt als „Nussschale der Welt“. Es ist die Gleichzeitigkeit von historisch wurzelnder menschlicher Katastrophe und Schönheit an diesem Ort, die ihn immer wieder aufs Neue erschüttert. Der „kulturMontag“ hat sich deshalb mit dem Jubilar nach Venedig aufgemacht und dort u. a. eine Psychiatrie auf der Insel San Servolo besucht, die auch in Roths jüngstem Roman vorkommt. Die Beschäftigung mit dem, was „anormal“ ist, die Auseinandersetzung mit „Geisteskrankheit“ durchzieht sein Werk. Roth ist überzeugt: Die wirklich Gefährlichen, das sind die „Normopathen“.

Der „kulturMontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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