Logistik-Managerin mit 367 unbezahlten Überstunden: AK Niederösterreich klagt für Betroffene

Firmeninsolvenz brachte Betroffene aber um Großteil des ihr zustehenden Geldes – AK-Wieser fordert Abschaffung der Verfallsfristen

St. Pölten (OTS) - Eine Logistik-Managerin eines Handelsunternehmens aus dem Wiener Umland ist nach Krankheit vom Dienstgeber gekündigt worden. Die AK Niederösterreich zog für die Betroffene vor Gericht und forderte die Auszahlung von 367 Überstunden ein. Dass die Firma in die Insolvenz schlitterte, bevor sie alle Ansprüche der Betroffenen ausbezahlt hatte, brachte die Ex-Mitarbeiterin aber aufgrund verkürzter Verfallsfristen um einen Großteil ihres Geldes. AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser fordert daher vom Gesetzgeber, die Verfallsfristen generell abzuschaffen.

Eine 44-jährige Logistik-Managerin eines Handelsunternehmens im Wiener Umland ist aufgrund von Überlastung und ständiger Erreichbarkeit erkrankt und danach vom Arbeitgeber gekündigt worden. Zu diesem Zeitpunkt standen 367 unbezahlte Überstunden zu Buche. Die AK Niederösterreich forderte von der Firma die Überstunden ein. Vergeblich. Die AK-ArbeitsrechtsexpertInnen zogen daher vor das Arbeits- und Sozialgericht Wiener Neustadt und bekamen im ersten Anlauf Recht. Der Betroffenen wurden 12.400 Euro zugesprochen. Die Firma einigte sich auf Ratenzahlung – und schlitterte in die Insolvenz, bevor sie die gesamten Ansprüche begleichen konnte.

Während des Insolvenzverfahrens gelten andere gesetzliche Regeln. Ansprüche, die älter sind als sechs Monate, verfallen. Das galt auch für den Großteil der Überstunden der 44-Jährigen. Die kostenlose Insolvenzvertretung der AK Niederösterreich sorgte dafür, dass ihr die noch zustehenden 3.000 Euro innerhalb kürzester Zeit ausbezahlt wurden.

„Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass aufgrund der Geltung von Verfallsfristen die Ansprüche von Betroffenen nur für einen kurzen Zeitraum eingefordert werden können, auch wenn sie über Monate oder gar Jahre zu wenig Geld bekommen haben“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Er fordert vom Gesetzgeber, Verfallsfristen generell abzuschaffen. Das würde Verbesserungen für Beschäftigte bei ausstehenden Ansprüchen bringen, die in Kollektiv- und Einzelverträgen geregelt sind, etwa bei Entgeltfortzahlungen und Überstunden.

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