ORF-DialogForum „Das Netz der Gesellschaft“

Anlässlich 20 Jahre ORF.at

Wien (OTS) - 1997 wird das Internet als der neue Ort grenzenloser Medienfreiheit gesehen. Heute, 20 Jahre später, diskutiert man das globale Netz unter anderen Gesichtspunkten: Mächtige US-Konzerne beherrschen die Geschäftsmodelle, Big Data sorgt für bedrohliche Überwachungsszenarien, „Filterbubbles“ und „Fake News“ dominieren die Debatte um die Negativeffekte der digitalen Kommunikation. Trotzdem ist das Netz nach wie vor ein faszinierender Möglichkeitsraum, vor allem wenn es im Interesse der Menschen und der Gesellschaft genützt wird. Doch wie entsteht ein „Netz der Gesellschaft“? Welche Rolle spielt das Internet für öffentlich-rechtliche Medien? Was bedeutet „digitale Kompetenz“? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ORF-DialogForums „Das Netz der Gesellschaft“ am Dienstag, dem 13. Juni 2017, anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums von ORF.at. Nach einem Einleitungsstatement von ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz diskutierten unter der Leitung von Konrad Mitschka, ORF Public Value, Ingrid Brodnig, digitale Botschafterin Österreichs in der EU, Gerald Heidegger, Chefredakteur ORF.at, Alexander Knetig, Chefredakteur ARTE Creative, und Stefano Semeria, Bereichsleiter junge Zielgruppen im SRF. ORF.at ging im Juli 1997 online und ist mit bis zu 90 Millionen Visits im Monat heute das meistgenutzte redaktionelle Onlineangebot Österreichs.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Das vor 20 Jahren gegründete ORF.at ist eine öffentlich-rechtliche Erfolgsgeschichte:
Hatte ORF.at 1998 noch 1,4 Millionen Visits pro Monat, so sind es heute bis zu 90 Millionen Visits. Erfolgsgeheimnis sind die große journalistische und technologische Kompetenz und die Eigenständigkeit von ORF.at, das von Beginn an als eigener Channel geführt wurde. Mittlerweile ist Online als drittes Standbein des ORF neben Radio und Fernsehen auch im ORF-Gesetz verankert. Öffentlich-rechtlichen Medien kommt angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Digitalisierung eine wichtige Rolle in der Absicherung von unabhängiger Information, Vielfalt und demokratischer Teilhabe für die Österreicherinnen und Österreicher zu. Um seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag auch in den kommenden 20 Jahren erfolgreich umsetzen zu können, muss sich der ORF vom Public-Service-Broadcaster zum Public-Service-Network weiterentwickeln. Das bedeutet auch, in Zukunft in definierten Kernbereichen ‚Online First‘ produzieren zu können und Angebote für die mobile Nutzung entwickeln zu dürfen. Ich gratuliere ORF.at und bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit. Sie ist die Voraussetzung für das große Vertrauen des Publikums in unsere ‚blaue Seite‘.“

In der anschließenden Diskussion wurde versucht zu klären, ob es das „Netz der Gesellschaft“ denn gebe und wie es aussehen soll. Für Ingrid Brodnig kommt Öffentlich-Rechtlichen eine große Verantwortung zu: „Der ORF ist der Kitt der Gesellschaft, denn es ist ein Problem, wenn unterschiedliche Teile der Gesellschaft nicht miteinander kommunizieren.“ Für Stefano Semeria war klar: „Wenn einer gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann, dann ist es der Service Public, der öffentlich-rechtliche Rundfunk.“ Was ORF.at betrifft, so zeichnet es ein „nahes Verhältnis zu den Fakten, aber ein kühles Verhältnis zur Wirklichkeit aus“, so Gerald Heidegger: „Die Menschen suchen Glaubwürdigkeit, und wir bieten journalistische Basics statt Bullshit-Bingo-Headlines.“ Für Alexander Knetig ist die viel beschworene Zeit der elektronischen Lagerfeuer vorbei: „Es ist wichtig, hochqualitative öffentlich-rechtliche Inhalte auch über Dritt-Plattformen zum Publikum zu bringen.“

ORF III zeigt das DialogForum „Das Netz der Gesellschaft“ am Sonntag, dem 18. Juni 2017, um 23.00 Uhr.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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