ÖAMTC-Tipps: Richtiges Verhalten bei Baustellen

So können Gefahrensituationen und Unfälle vermieden werden

Wien (OTS) - Aktuell haben Bauarbeiten auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen wieder Hochsaison. "Für Verkehrsteilnehmer bedeuten Baustellen ein höheres Unfallrisiko. Gerade zu Reisezeiten ist die Gefahr besonders groß", warnt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. So gab es in den vergangenen zehn Jahren in Baustellenbereichen insgesamt 662 Unfälle, bei denen 1.001 Menschen verletzt und 15 Personen getötet wurden (Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung:
ÖAMTC Unfallforschung). Die mit Abstand häufigste Unfallart sind Auffahrunfälle, die rund zwei Drittel aller Unfälle ausmachen.

Aufgrund strengerer Richtlinien und Sicherheitsüberprüfungen hat sich die Baustellensicherheit für Verkehrsteilnehmer und für dort arbeitende Personen wesentlich erhöht. "Baustellen werden von den Lenkern eher als Einschränkung des Fahrkomforts, weniger als Sicherheitsproblem empfunden", schildert der ÖAMTC-Experte. Dieser Schein trügt jedoch: Speziell bei Autobahnbaustellen müssen Verkehrsteilnehmer mit besonderen Verkehrsbedingungen rechnen – unklare Beschilderungen oder schmale bzw. verengte Fahrbahnen erfordern höchste Konzentration. "Und auch die beste Baustellenabsicherung hilft nichts, wenn man die entsprechenden Verkehrsregeln nicht einhält", stellt Nosé klar. "Verbote, Gebote und Hinweiszeichen müssen daher unbedingt beachtet werden. Denn der Zeitverlust durch korrektes Verhalten steht in keinem Verhältnis zu einem durch einen Unfall verpatzten Urlaub."

Verhaltenstipps des ÖAMTC-Experten

* "Baustellen bringen Verkehrsteilnehmer in Ausnahmesituationen", erklärt der ÖAMTC-Verkehrstechniker. "Zusätzliche Beschilderungen, viele Leitbaken, ungewohnte Spurführungen und zum Teil unklare Bodenmarkierungen verunsichern die Lenker. Fahrbahnverengungen verstärken dieses Gefühl noch zusätzlich." Der rechte Fahrstreifen ist zumeist breiter als der Linke. Wenn man unsicher ist, empfiehlt es sich, rechts zu bleiben und nicht zu überholen. Zudem muss auf die Breitenbeschränkungen für den linken Fahrstreifen geachtet werden.

* Im Baustellenbereich ist auf die jeweils gültigen Bodenmarkierungen zu achten – oftmals ist diese in orange ausgeführt. Zum Teil verlaufen in Längsrichtung sowohl weiße als auch orange Baustellenmarkierungen. Ein Hinweisschild am Beginn der Baustelle macht zumeist darauf aufmerksam.

* Kommt man zu einer Baustelle, darf man auf keinen Fall panikartig auf den rechten Fahrstreifen schneiden. Nosé: "Man sollte ruhig auf seinem Fahrstreifen weiterfahren, dann in den Spiegel schauen, blinken und sich ordnungsgemäß und ohne Hektik nach dem Reißverschluss-Prinzip einordnen."

* "Eine große Gefahr vor einer Baustelle ist nicht angepasste oder gar überhöhte Geschwindigkeit, weil dadurch oft zu wenig Platz zum richtigen Einordnen gegeben ist", ergänzt der ÖAMTC-Verkehrstechniker. Die meisten Baustellenunfälle ereignen sich im Vorlaufbereich aufgrund von Auffahren auf den Vordermann. "Ein Sicherheitsplus verschafft man sich, indem man den Abstand vergrößert", rät Nosé. Ebenfalls wichtig: Auf den eigenen Fahrstreifen konzentrieren und sich nicht vom Baustellengeschehen oder dem Gegenverkehr ablenken lassen.

* Im Falle einer Panne sollte sofort die Warnblinkanlage eingeschaltet und versucht werden, einen Pannenplatz anzusteuern bzw. zumindest, wenn möglich, das Fahrzeug im abgesperrten Baustellenbereich abzustellen. Wenn kein Pannenplatz vorhanden ist, sollte das Fahrzeug so weit rechts wie möglich abgestellt und sofort (nur mit Warnweste) verlassen werden. "Der sicherste Platz für Fahrzeuginsassen ist eine dem Verkehr abgewandte Stelle", so der ÖAMTC-Verkehrstechniker.

Zudem kann die unplanmäßige Fahrzeitverlängerung zu Verärgerung und Stress bei Verkehrsteilnehmern führen. "Unmittelbar nach Ende des Baustellenbereichs wird die Ungeduld und Unruhe dann leider viel zu oft sichtbar", mahnt Nosé zu Besonnenheit auch nach der Baustelle. Der im wahrsten Sinn des Wortes aufgestaute Ärger entlädt sich nicht selten in dichtem Auffahren, höherem Tempo oder hektischen Fahrstreifenwechseln, um die verlorene Fahrzeit wieder rasch aufzuholen.

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