Hofer: Pflegebereich braucht dringend Reformen

Auch Experten schlagen Alarm und fordern Maßnahmen ein - Bundesregierung weiterhin säumig

Wien (OTS) - Bereits im Jahr 2014 rechnete das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) mit einer Verdoppelung der Ausgaben für die Pflege bis 2030. Laut einer nun veröffentlichten Studie des Wifo ist mit einem „explodierenden“ Kostenanstieg für den Pflegebereich bis 2050 zu rechnen. Auch der Bundesverband der Alten-und Pflegeheime forderte diese Woche „politische Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in der Betreuung älterer Menschen“. „Seit Jahren weise ich auf die Dringlichkeit von Reformen im Pflegebereich hin, um Geld für die Langzeitpflege freizumachen und auch die Pflege zu Hause weiterhin leistbar zu machen. Doch die Bundesregierung blieb säumig, obwohl sie in ihrem Arbeitsprogramm verankert hatte, den Verbleib in der gewohnten Umgebung bestmöglich zu fördern und ´den Anteil der nicht-stationär betreuten PflegegeldbezieherInnen weiterhin über 80% zu halten'“, kritisiert der freiheitliche Pflegesprecher und Dritte Präsident des Nationalrates Norbert Hofer.

„Seit 2006 mache ich unermüdlich die wechselnden Sozialminister darauf aufmerksam, eine Ausbildungsoffensive zu starten - die Pflegelehre sei hier nochmals als wesentliches Beispiel genannt-, aber auch Umschulungen über das AMS und das BFI zu ermöglichen sowie eine leistungsgerechte Entlohnung für Pflegekräfte sicherzustellen“, betont Hofer, der weiter ausführt: „Wir haben in Österreich die höchste Dichte an teuren Akutbetten in der EU, die aber viel zu oft von Pflegepatienten in Anspruch genommen werden, da wir zu wenige Pflegebetten haben und die Wartezeiten auf einen stationären Pflegeplatz mehrere Monate dauern kann. Aus diesem Grund haben wir schon vor zehn Jahren die Kritik des Rechnungshofes aufgegriffen, der errechnet hat, dass durch diese fehlgeleitete Praxis jährlich mehrere Milliarden Euro verloren gehen.“

Würden sich Bund und Länder auf eine Gesundheitsreform einigen, die benötigt wird für den Ausbau stationärer Pflegebetten, Tagesbetten, den Namen auch verdient, könnten laut Rechnungshof jährlich 4,75 Milliarden Euro freigemacht werden, so Hofer. Geld, das dringend benötigt wird für den Ausbau stationärer Pflegebetten, Tagesbetten, aber auch für die Entlastung pflegender Angehöriger. Gerade letztgenannte erbringen einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft. Würden deren Leistungen von professionellen Pflegekräften übernommen, würde das weitere Kosten von über drei Milliarden Euro verursachen.

Hofer: „Es ist daher unabdingbar, dass eine nächste Bundesregierung endlich diese seit einem Jahrzehnt überfällige Gesundheitsreform in Kombination mit einer Pflegereform angeht, ohne dabei die Bürger mit neuen Steuern und Gebühren zu belasten. Auch eine ehrliche Inflationsabgeltung des Pflegegeldes muss verwirklicht werden, damit Pflege in den eigenen vier Wänden leistbar bleibt. Ein weiteres Zuwarten gefährdet den Wohlstand und auch die soziale Sicherheit in unserem Land. Nächste Woche haben SPÖ und ÖVP die Möglichkeit, im Sozialausschuss zu zeigen, wie ernst es ihnen wirklich ist mit deren Aussagen der letzten Wochen. Zahlreiche freiheitliche Initiativen betreffend Pflege stehen nämlich auf der Tagesordnung.“

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