Neues Volksblatt: "Ausgang ungewiss" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 9. Juni 2017

Linz (OTS) - Es ist Sommer und damit auch wieder die Zeit der Sommertheater, kaum eine Ruine, die nicht als Kulisse für ein Lustspiel dient. Vermutlich wird davon auch die Bundesregierung inspiriert, wobei noch nicht klar ist: Wird es eine Komödie oder ein Kriminalstück, ein dadaistisches Sprachkunstwerk oder gar eine Tragödie. Derzeit sind wir Zuschauer eher ratlos ob der koalitionären Darbietung. Denn die Handlungsstränge werden immer verworrener. So ist völlig unklar, ob es für das Schulpaket noch ein Happyend geben kann und wenn ja, wie es ausschaut und wann es kommt. Das Gleiche gilt für das Sicherheitspaket und auch beim Schließen von Steuerflucht-Routen ziehen SPÖ und ÖVP an verschiedenen Strängen – oder zumindest in verschiedene Richtungen. Gestern hat die SPÖ-Frauenministerin aus der Schublade ein neues Streitthema hervorgekramt und ein Gesetz für die Homo-Ehe ausgegraben – wohlwissend, dass es sich dabei um ein ideologisches Thema ohne breite Auswirkungen handelt. Immerhin gab es in den sechs Jahren seit Inkrafttreten der Eingetragenen Partnerschaften gerade einmal 3194 Paare, die sich eintragen ließen, wobei zwölf Prozent sich wieder ausgetragen haben (ein Rätsel ist übrigens, warum die Frauenministerin aktiv wird, handelt es sich doch in der überwiegenden Mehrheit um schwule Paare). Nun, spätestens am 15. Oktober fällt der Vorhang – nach stehenden Ovationen schaut es derzeit nicht aus.

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