Aviso: Beschäftigte des Grafischen Drucks gehen für bundesweiten Kollektivvertrag auf die Straße

Kundgebung vor WKÖ am 13. Juni - Forderung an die Arbeitgeber, ihre Verantwortung wahrzunehmen

Wien (OTS/ÖGB) - Die rund 9.500 Beschäftigten des grafischen Drucks müssen demnächst ohne einen Kollektivvertrag arbeiten: Das Bundeseinigungsamt hat dem Antrag des Verbands Druck & Medientechnik, nicht länger Kollektivvertragspartner sein zu wollen, stattgegeben. Der Bescheid der Aberkennung wird Mitte Juni mit der Kundmachung im Amtsblatt der Wiener Zeitung rechtswirksam, damit ist der grafische Kollektivvertrag obsolet.++++

"Die Kollektivvertragsfähigkeit fällt dadurch auf die gesetzliche Interessenvertretung zurück, das sind die Wirtschaftskammern in den Bundesländern", erklärt der zuständige Wirtschaftsbereichssekretär in der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier), Christian Schuster: "Wir können und wollen weder einen kollektivvertragsfreien Zustand akzeptieren, noch halten wir Verhandlungen über Kollektivverträge auf Landesebene der Wirtschaftskammern für zielführend, weil das zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen führen würde."

Die Verantwortlichen in der Wirtschaftskammer haben bisher erklärt, für Verhandlungen über einen bundesweiten Kollektivvertrag nicht zuständig zu sein, weil die KV-Fähigkeit bislang beim Verband Druck & Medientechnik liege und man sich deshalb nicht zuständig fühle, ergänzt Michael Ritzinger, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Druck, Kommunikation, Papierverarbeitung in der GPA-djp: "Dieses Argument ist jetzt endgültig hinfällig. Wir fordern die Fachgruppe Druck in der Bundeswirtschaftskammer wirklich dazu auf, ihre Verantwortung endlich wahrzunehmen und einen flächendeckenden, bundesweit gültigen Kollektivvertrag mit uns zu verhandeln. Es kann nicht im Sinn der Wirtschaftskammer sein kann, es einzelnen Unternehmen oder Länderkammern zu überantworten, Verträge und damit die Arbeitsbedingungen und Bezahlung ihrer Beschäftigten zu verhandeln."

Die Beschäftigten werden ihre Forderung nach einem bundesweiten Kollektivvertrag mit einer Kundgebung vor der WKÖ Nachdruck verleihen: "Ein bundesweit gültiger KV ist natürlich auch im Sinn der Arbeitgeber. Es geht nicht nur um faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen, sondern auch darum, Rechtssicherheit und Spielregeln für einen fairen Wettbewerb zu schaffen", so Schuster und Ritzinger.

Ort der Kundgebung: Vor der WKÖ (Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien)
Zeit: 13. Juni ab 15.00 Uhr
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