Neues Volksblatt: "Botschaft?" von Markus EBERT

Ausgabe vom 3. Juni 2017

Linz (OTS) - Ein Blick über die politischen Geschehnisse offenbart es: Die aktuelle Situation hat in Ansätzen etwas mit dem Pfingstwunder zu tun. Wir erinnern uns: Die Jünger Jesu wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in verschiedenen Sprachen zu reden, was als Missionsauftrag gedeutet wird. Aber nicht nur das: Sie konnten auch fremde Sprachen verstehen — und das bräuchten jetzt wohl auch die Parteien.
Immerhin laufen unter anderem Gespräche über das Schulautonomiepaket, über die Uni-Finanzierung, über die Primärversorgungszentren, über das Sicherheitspolizeigesetz, über die Indexierung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder, über die Gewerbeordnung und was auch immer noch alles. Das Problem, und da sind wir wieder bei Pfingsten beziehungsweise im vor-pfingstlichen Zustand: Man findet offenbar zu keiner gemeinsamen Sprache. Damit nicht genug, ist auch der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass bewusst aneinander vorbei geredet wird. Bestes Beispiel: Einmal heißt es, man habe das Thema XY ohnehin seit Monaten durchdiskutiert, es sei abschlussreif, und das andere Mal sagt man, das sei eine so umfangreiche Materie, da brauche man Zeit. Spätestens an diesem Punkt ist die Analogie mit Pfingsten beendet: Denn während die Apostel flugs hinausgeeilt sind, um die frohe Botschaft zu verkünden, stehen wir ratlos vor der Frage: Was ist eigentlich die aktuelle politische Botschaft?

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