Al-Rawi/Woller/Schober (SPÖ): Heumarkt Neu - Benefit für Stadt Wien und Wiener Eislaufverein

Wien (OTS/SPW-K) - „Diskussionen gab es zu diesem Projekt zuhauf: im Zuge einer dringlichen Anfrage sowie einer Schwerpunktdebatte im Gemeinderat, im Ausschuss und heute erneut zum Poststück, das zum Beschluss vorliegt. Dabei wurden im Vorfeld die Wünsche und Meinungen der Betroffenen miteinbezogen: Die des Akademischen Gymnasiums, des Wiener Konzerthauses, des Bezirks, des Hotelbetreibers und auch die der Stadt Wien“, stellt SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi klar. „Am Ende steht nun ein Projekt, welches einen Benefit für die Stadt Wien und auch für den Wiener Eislaufverein darstellt.“


„Ich persönlich habe eine besondere Bindung zum Wiener Eislaufverein“, führt Al-Rawi aus, denn „ich habe als in Bagdad-Geborener die ersten Schritte auf einer Eisfläche am Heumarkt gemacht. Ich weiß, dass im Mittelpunkt des Projektes und der Diskussion darum immer der Wiener Eislaufverein stand. Kurz wurde auch darüber gesprochen, die Eislauffläche aufs Dach zu verlegen, wir sind alle Möglichkeiten durchgegangen. Mit der jetzigen Lösung kann die Eislauffläche, im Sommer als konsumfreie Fläche, das ganze Jahr über bespielt werden.“ Zu den Vorwürfen der Opposition, dort würden lediglich teure Wohnungen gebaut werden, sagt Al-Rawi: „Fünf Prozent der Fläche sind für Wohnungen im hochpreisigen Segment angedacht. Das ist auch in Ordnung, immerhin muss der Investor die Umbautätigkeiten im Sinne der Öffentlichkeit auch finanzieren.“


Woller: „Wären wir 1850 Weltkulturerbe gewesen, gäbe es heute keine Ringstraße“ =

In seinem heutigen Redebeitrag hat sich Gemeinderat Ernst Woller (SPÖ) zur Diskussion rund um den Status des Weltkulturerbes im Zusammenhang mit dem „Heumarkt Neu“ geäußert. „Wären wir 1850 Weltkulturerbe gewesen, gäbe es heute keine Ringstraße. In einer lebendigen Stadt wird es immer eine Entwicklung geben und das ist gut so“, sagt Woller.

Zwtl.: Kriterien für Weltkulturerbestatutus =

„Wir haben den Weltkulturerbestatus 2001 nicht dafür erhalten, dass wir in dieser Stadt nichts mehr bauen – im Gegenteil“, sagt Woller. Ein Kriterium im Vertrag von 2001 nennt gar den Wandel der Stadt als wichtigen Teil dieses Erbes. Ein weiterer Grund für die Verleihung des Status war, dass Wien die musikalische Hauptstadt Europas ist. „Daran arbeiten wir, auch mit diesem Projekt“, sagt Woller. „Die Investoren verpflichten sich, sechs Prozent des Grundstücks für Kunstcluster und Ateliers für die Musikuniversität MDW und das Konzerthaus einzurichten. Damit wird Kunst und Musik direkt gefördert“, so Woller. „Der Canalettoblick wird in dem Vertrag übrigens mit keinem Wort genannt. Ich bin außerdem überzeugt davon, dass niemand von uns in dem Wien des 18. Jahrhunderts leben möchte“, so Woller.

Zwtl.: Wer ist ICOMOS? =

„Wir müssen uns auch die Frage stellen, wer ICOMOS ist. Es handelt sich dabei um einen privaten Verein, der aus ehemaligen Denkmalschützern besteht, die hier ihre Meinung kundtun. Sie stellen sich keiner Diskussion, man weiß nicht genau, von wo aus sie agieren – vermutlich von Paris aus. Sie wurden weder gewählt, noch haben sie besondere Einblicke in die Wiener Stadtpolitik. Wir würden gerne mit ICOMOS reden, aber da gibt es keine Gespräche, sondern nur Drohungen“, sagt Woller.


Zwtl.: Schober ad Opposition: „Vom ‚Pfui’ zum ‚Hui’ geht es bei Ihnen schnell“  =

SP-Gemeinderat Marcus Schober geht in seiner Rede auf die Diskussion um das ‚gefährdete’ UNESCO Weltkulturerbe ein: „Dresden wurde das Weltkulturerbe ‚Elbtal’ 2009 aberkannt. Und ich würde nicht so weit gehen, dass es gut für den Tourismus war. Sicher aber ist, dass es Dresden nicht geschadet hat. Im Vergleich zu 2009 verzeichnete Dresden 2015 rund eine Mio. mehr Übernachtungen. Auch die Zahl der Auslandsgäste ist in dem Zeitraum um über 300.000 gestiegen.“ Die viel gefürchtete ‚Rote Liste’ ist für Schober ein Kuriosum an sich: „Auf dieser findet man unter anderem die Klagemauer und die Altstadt von Jerusalem – eine der ältesten Städte der Welt. Das übrigens schon seit 1982. Auch der Kölner Dom befand sich besagter Liste. Mittlerweile wurde er aber von dieser wieder gestrichen. Es wird Ihnen bekannt vorkommen: Denn damals ging es um ein Hochhausprojekt in der Nähe des Kölner Doms.“ Schober weiter: „Die Diskussion um das Weltkulturerbe ist ohnehin obsolet. Weder die UNESCO noch irgendjemand anderer nimmt uns beispielsweise das Schloss Schönbrunn weg. Und deshalb wird Wien der Status des Weltkulturerbes auch bleiben.“

Dass die Opposition laufend gegen Neuerungen ätzt, ist bezeichnend. Die Aufregung rückschrittlicher Parteien ist für Schober nichts Neues: „Ich erinnere an die Donauinsel, die U-Bahn, ans Haas Haus und vor allem an den Bahnhof Wien-Mitte. Ich kenne Ihre kritischen Stimmen vorher und höre Ihre Lobeshymnen heute. Vom ‚Pfui’ zum ‚Hui’ geht es bei Ihnen schnell“, so Schober in Replik auf höchst erfolgreiche Projekte der Stadt Wien, um die uns heute die Welt beneidet. „Wir sollten bei all der Diskussion nicht vergessen, dass die OSZE, die OPEC und die UNO ihren Sitz in Wien haben. Und das ist nicht in Stein gemeißelt“, spricht Schober abschließend über leicht vergessene Dinge, auf die die Stadt Wien zurecht stolz ist und die es auch zu erhalten gilt.

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