Pfingsten im ORF mit zwei „FeierAbend“-Ausgaben und Festgottesdienst aus dem Dom St. Nikolaus in Feldkirch

Wien (OTS) - Zwei „FeierAbend“-Ausgaben stehen zu Pfingsten auf dem Programm der ORF-TV-Religion in ORF 2: Am Sonntag, dem 4., Juni, würdigt der emeritierte austrobrasilianische Bischof Erwin Kräutler den 1980 ermordeten Erzbischof von San Salvador, Oscar Arnulfo Romero, dessen Geburtstag sich heuer zum 100. Mal jährt (19.52 Uhr), am Pfingstmontag, dem 5. Juni, macht sich Johannes Silberschneider Gedanken über „Die Rolle des Glaubens“ (19.52 Uhr). Außerdem steht am Pfingstsonntag ab 9.30 Uhr die Live-Übertragung des Firmgottesdienstes aus dem Dom St. Nikolaus in Feldkirch auf dem Programm von ORF 2.

Die einzelnen Sendungen im Überblick:

Pfingstgottesdienst mit Firmung aus dem Dom St. Nikolaus in Feldkirch – 4. Juni, 9.30 Uhr, live in ORF 2

„Aus Mauern werden Brücken“: Mit diesem zentralen Gedanken haben sich die Firmlinge der Dompfarre Feldkirch in den vergangenen Monaten intensiv auseinandergesetzt. Am Pfingstsonntag werden die jungen Menschen im Dom St. Nikolaus in Feldkirch das Sakrament der Firmung empfangen. ORF 2 überträgt den Firmgottesdienst ab 9.30 live. Mit Steinen einer alten Mauer kommen die 19 Firmlinge in den Dom und bauen daraus eine Brücke – symbolisch für einen Übergang in ein neues, begeistertes Leben. Dazu soll das Sakrament der Firmung die Jugendlichen ermutigen. Mit der Gemeinde feiern Diözesanbischof Benno Elbs und Generalvikar Dompfarrer Rudolf Bischof. Es musizieren das Vokalensemble Capella St. Nicolaus und junge Sänger des Dekanats Feldkirch, die Alwin-Hagen-Band und Domorganist Johannes Hämmerle, die Leitung hat Domkapellmeister Benjamin Lack.

Die Übertragung des Gottesdienstes wird für das gehörlose und hörbeeinträchtigte Publikum im ORF TELETEXT auf Seite 777 mit Untertiteln angeboten.

FeierAbend: „Tod am Altar – Bischof Kräutler über Erzbischof Romero“ – 4. Juni, 19.52 Uhr, ORF 2

Heuer wäre Oscar Arnulfo Romero 100 Jahre alt geworden. In seiner letzten Predigt in der Kathedrale von San Salvador hatte Oscar Arnulfo Romero die Soldaten zur Befehlsverweigerung aufgefordert und dazu, dem Foltern und Morden ein Ende zu setzen. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ wurde jedoch zu seinem eigenen Todesurteil – vollstreckt in aller Öffentlichkeit, während einer Totenmesse am 24. März 1980. Sein Tod kam nicht unerwartet. Er selbst hatte stündlich damit gerechnet. Zu unbequem war der Bischof geworden, als er gegen die Ausplünderung des Landes durch „die 14 Familien“ und den Terror der Todesschwadronen wetterte.

Oscar Arnulfo Romero wurde 1977 zum Erzbischof von San Salvador ernannt. Bei seiner Ernennung galt er noch als Freund der reichen Oberschicht und der etablierten Ordnung. Doch das änderte sich schon bald nach seiner Ernennung zum Erzbischof. Aufgrund der sozialen Ungerechtigkeiten im Land, der Ausbeutung der Bevölkerung und der immer größer werdende Gewalt trat Oscar Romero immer offensiver für sein Volk ein. Er stellte sich dezidiert in Opposition zur damaligen Militärdiktatur und galt für die Machthaber schon bald als Subversiver, der gefährlich schien und „eliminiert“ werden musste. Den Auftrag zum Mord des Erzbischofs gab Roberto D’Abuisson. Er galt als wichtigster Handlanger der Großgrundbesitzer und Koordinator der Todesschwadronen, die mehrere tausend Menschen, die sich gegen das Regime stellten, umgebracht haben.

„Romero wurde erschossen, weil er sich eingesetzt hat für seine Mitmenschen, für sein Volk“, sagt der emeritierte austrobrasilianische Bischof Erwin Kräutler. Wie Oscar Romero steht auch Kräutler auf einer Todesliste, weil er sich seit Jahrzehnten für die Rechte der indigenen Bevölkerung und gegen die Zerstörung des Amazonasgebiets einsetzt. Dieses Engagement aus einem christlichen Glauben heraus verbindet Oscar Arnulfo Romero und Bischof Erwin Kräutler: „Wenn ich die frohe Botschaft verkünde, muss ich auch den Mut haben, Systeme und Strukturen anzuprangern, die gegen diese frohe Botschaft sind“, ist Kräutler zutiefst überzeugt. Die offizielle Kirche tat sich lange schwer mit dem Engagement von Oscar Arnulfo Romero. Als Vertreter der Befreiungstheologie wurde ihm vonseiten des Vatikans immer unterstellt, kommunistisch zu agieren. Der Seligsprechungsprozess zog sich nicht zuletzt deshalb so in die Länge, weil die Frage, ob Romero tatsächlich wegen seines Glaubens oder nicht doch für ein politisches Anliegen gestorben sei, kontrovers diskutiert wurde. 2015 hat Papst Franziskus Oscar Romero seliggesprochen.

FeierAbend: „Die Rolle des Glaubens“ – 5. Juni, 19.52 Uhr, ORF 2

In der heurigen „Jedermann“-Produktion der Salzburger Festspiele spielt Johannes Silberschneider erstmals die Rolle des Glaubens – eine sozusagen maßgeschneiderte Rolle für ihn, denn der Glaube spielte schon sehr früh eine wichtige Rolle im Leben des Schauspielers. Seine ersten Worte waren nicht „Mama“ und „Papa“, sondern „Imama“ und „Ipapa“, was so viel heißt wie „Himmelmutter“ und „Himmelvater“. Angesichts eines Fotos, das ihn als Buben beim Rosenkranzbeten im Kreis der Familie zeigt, erzählt er: „Es war nie ein Druck da, und es ist nie etwas bestimmt worden. Ich habe nur gesehen, wie die Eltern das leben oder was für sie wichtig war. Oma und Opa waren auch sehr gläubig, und jeder hat eine andere Form gehabt. Es war nie so ein Zwang, jetzt musst du in die Kirche gehen, jetzt gehen wir da geschlossen hin, und es war nie etwas Militantes. Sondern ich habe das für mich entdecken können. Wenn ich meinen Rock ’n’ Roll oder meinen Soul nicht für mich entdecken hätte können, hätte es mich nie interessiert. Und mit dem Glauben ist es auch so gewesen, das habe ich für mich selber entdeckt. Vielleicht habe ich deswegen noch so eine unmittelbare Empfindung dazu, weil mir das nicht eingebläut worden ist.“

Der „FeierAbend“ zum Pfingstmontag ist in Mautern in der Steiermark angesiedelt, wo Silberschneiders Elternhaus steht. Er hat dort seit dem Tod seiner Eltern vor einigen Jahren nichts verändert: „Ich habe immer Bereiche gebraucht, wo die Zeit stehen bleibt. Das war lange auch das Innere von Kirchen, die auch so etwas waren wie meine Wohnzimmer und Studiersäle. Ich habe manchmal, wenn die Gegenwart für mich nicht erträglich war, in der Vergangenheit gelebt, habe in Antiquariaten herumgestöbert oder in Plattenläden ... auch bei Kirchen und im Glauben ist das manchmal so eine Entrückung in irgendeine Zeitlosigkeit oder in irgendeine andere Welt und in eine andere Zeit.“

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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