NEOS zu Arbeitslosenzahlen: Das Arbeitslosengeld muss neu gestaltet werden

Gerald Loacker: „Beschäftigungsbonus und Aktion 20.000 leisten keinen Beitrag zur Besetzung der offenen Stellen“

Wien (OTS) - Trotz positiver Zeichen am Arbeitsmarkt erinnert NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker an die weiter stark steigende Zahl von Langzeitarbeitslosen: „Nur mit einschneidenden Maßnahmen können wir es schaffen, dass Menschen nach langer Arbeitslosigkeit wieder in den ersten Arbeitsmarkt finden und die Rekordzahl an offenen Stellen besetzen. Dafür braucht es auch Leistungsanreize, damit es nicht länger die traurige Realität bleibt, dass sich die Annahme eines Jobs finanziell nicht auszahlt.“ Loacker verweist auf das von AMS-Vorstand Johannes Kopf vorgeschlagene Modell einer Arbeitslosenleistung, die im Zeitverlauf sinkt: „Am Beginn der Arbeitslosigkeit sollte die Leistung höher sein und in Schritten gesenkt werden. So steigt der Anreiz, eine neue Stelle anzunehmen, bevor Menschen in die Langzeitarbeitslosigkeit abrutschen. Solche zeitliche Staffelungen sind in Europa Usus. Dass in Österreich unbegrenzt Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen werden, ist ein weiterer Sonderfall, der Menschen in die Langzeitarbeitslosigkeit drängt. Entscheidend für eine erfolgreiche Rückkehr in den Arbeitsmarkt sind auch umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen oder Eingliederungsbeihilfen.“​

Beschäftigungsbonus und „Aktion 20.000“ ineffizient

Anstatt aber echte Reformen anzugehen, übe sich die SPÖVP-Regierung mit ineffizienten Maßnahmen wie dem Beschäftigungsbonus und der Aktion 20.000 in Symptombekämpfung, kritisiert Loacker: „Die offenen Stellen würden auch ohne Beschäftigungsbonus besetzt, wenn sich die richtigen Bewerberinnen und Bewerber finden. Dazu braucht es Anreize diese Jobs auch anzunehmen. Wer jetzt neben Arbeitslosgengeldbezug geringfügig arbeitet wird einen normalen Vollzeitjob nicht annehmen", verweist Loacker auf die immer stärker steigende Zahl an Bezieher_innen von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe die nebenbei geringfügig arbeiten. "Auch die künstliche Anstellung von 20.000 Langzeitarbeitslosen auf Posten ohne Aufgabe in den Gemeinden leiste keinen Beitrag zur Besetzung der zahlreichen offenen Stellen. Es werden nur ein Verdrängungswettbewerb und Ineffizienzen am Arbeitsmarkt gefördert", erläutert der NEOS-Sozialsprecher abschließend.

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