Sozialdemokratische Freiheitskämpfer/innen verliehen Helene Maimann und Doron Rabinovici die Rosa Jochmann-Plakette

Gelebtes „Niemals vergessen!“: Jochmann-Plakette ist Auszeichnung für Engagement gegen Neofaschismus und Antisemitismus

Wien (OTS/SK) - Die Historikerin, Autorin, Ausstellungsmacherin und Filmemacherin Prof.in Helene Maimann und der Historiker und Schriftsteller Dr. Doron Rabinovici erhielten gestern, Mittwoch, in Wien für ihren Einsatz im Kampf gegen Neofaschismus und Antisemitismus die Rosa Jochmann-Plakette des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en. ****

Helene Maimann betonte, dass Rosa Jochmann das Postulat des „Niemals vergessens!“ auch in einem anderen Kontext erwähnte: Es gab nach der Befreiung viele Überlebende der Lager, die jede Nacht aus Alpträumen aufwachten und das Erlebte niemals vergessen könnten. Beide Großmütter Helene Maimanns wurden von den Nationalsozialisten und ihren Helfern umgebracht. In ihrer Arbeit legte sie immer ein starkes Gewicht auf das Überleben. Sie freue sich, diese hohe Auszeichnung gemeinsam mit ihrem Freund Doron Rabinovici zu erhalten.

Doron Rabinovici dankte für die große Ehre und bedauerte, dass sein Freund Prof. Rudolf Gelbard krankheitsbedingt nicht an der Feier teilnehmen konnte. Der KZ-Überlebende und Zeitzeuge Gelbard wirkte in seiner Theaterarbeit „Die letzten Zeugen“ mit. Rabinovici erinnerte in seiner Rede an die starke Frau Rosa Jochmann, die 1986 Kurt Waldheims NS-Vergangenheit zur Sprache brachte. Jochmanns Worte seien ein wichtiges Vermächtnis für die Jugend.

SERVICE: Nach dem Studium (Geschichte, Germanistik und Philosophie) in Wien promovierte Helene Maimann mit einer Grundlagenforschung über das österreichische Exil, die 1975 unter dem Titel „Politik im Wartesaal. Österreichische Exilpolitik in Großbritannien 1938–1945“ veröffentlicht wurde. Helene Maimann leitete in den 1980er Jahren große Ausstellungen zur österreichischen Zeitgeschichte, darunter: „Mit uns zieht die neue Zeit. Arbeiterkultur in Österreich 1918 - 1934“ (1981), „Die Kälte des Februar. Österreich 1934 - 1938“ (1984) sowie „Die ersten hundert Jahre. Österreichische Sozialdemokratie 1888 - 1988“ (1988). Von ihren zahlreichen Filmen seien nur zwei aus jüngster Zeit genannt: „Der Riss der Zeit. Die Vertreibung von Intelligenz und Kultur“ (2015) und „Käthe Leichter. Eine Frau wie diese“ (2016).

Seit 1964 lebt Doron Rabinovici in Österreich. Er studierte an der Universität Wien und promovierte im Jahre 2000 mit der historischen Arbeit „Instanzen der Ohnmacht. Die Wiener jüdische Gemeindeleitung 1938 bis 1945 und ihre Reaktion auf die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung“. Als engagierter Intellektueller rief er im Jahre 2000 aus Protest gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ zur Großdemonstration „Nein zur Koalition mit dem Rassismus“ auf. Er engagiert sich im „Republikanischen Club – Neues Österreich“ gegen Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Rechtspopulismus. 2013-14 initiierte und konzipierte Rabinovici die Zeitzeugenproduktion „Die letzten Zeugen“ am Burgtheater.

WEBTIPP: Mehr zum Leben und Wirken der großen Antifaschistin unter www.rosajochmann.at. (Schluss) jb/fk/mp

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