Industrie zu IMD-Ranking: Abwärtstrend gestoppt, Aufholprozess starten

IV-GS Neumayer: Bereits zugesagte standortstärkende Maßnahmen forcieren – Wahlkampf nicht zulasten von Beschäftigung und Wachstum führen – Österreich wieder an die Spitze führen

Wien (OTS) - Als „klaren Auftrag, der Standortqualität Österreichs politische Priorität zu geben“ bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, das Ergebnis des jüngsten „World Competitiveness Scoreboard 2017“ des renommierten Schweizer Instituts IMD. „Positiv ist, dass Österreich den Negativtrend der vergangenen zehn Jahre stoppen konnte. Dennoch muss uns allen bewusst sein, dass unser Land weiterhin im internationalen Mittelfeld auf der Stelle tritt. Damit können wir uns nicht zufriedengeben. Es fehlen die tiefgreifenden zukunftsweisenden Strukturreformen und wirtschaftspolitischen Anreize mit dem Ziel, das Wachstum nachhaltig zu stärken und die Beschäftigung zu sichern bzw. neue Arbeitsplätze zu schaffen“, so Neumayer. Um das Vertrauen in den Standort auszubauen, sei es wichtig, „die nächsten Monate nicht in Stillstand zu verfallen, sondern rasch die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen umzusetzen: Diese umfassen unter anderem die Modernisierung der Arbeitszeit, die Erhöhung der Forschungsprämie, die Umsetzung des Schulautonomiepakets sowie die Einführung einer Staatszielbestimmung für den Wirtschaftsstandort“, forderte der IV-Generalsekretär.

Österreich hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem

Erfreulich bewertet die Industrie, dass sich der Standort in drei von vier Hauptkriterien verbessert habe: Statistische Fakten und Einschätzungen zeigen bessere Werte in den Bereichen „Business Efficiency“, „Government Efficiency“, und „Infrastructure“. Aufholbedarf konstatiert das Ranking hingegen bei der Rubrik „Economic Performance“, wobei Österreich hinsichtlich der Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen massiv verloren habe. Genau dies würde auch durch eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young belegt, wo Österreich im europäischen Standortranking nur auf Platz 21 unter 43 Ländern kommt. „Außerdem bestätigt das Ranking einmal mehr den massiven Handlungsbedarf in der Steuerpolitik. Mit 43,1 Prozent hat Österreich weiterhin eine der höchsten Steuer- und Abgabenquoten, zudem ist der Faktor Arbeit überdurchschnittlich hoch belastet. Österreich hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Wir müssen endlich konkret über ausgabenseitige Maßnahmen sprechen, um mittelfristig Spielräume für die so wichtigen Zukunftsinvestitionen zu schaffen – das muss auch in Zeiten des Wahlkampfes gelten“, so der IV-Generalsekretär. In diesem Sinne plädiert das IMD-Ranking unter anderem für strukturelle Reformen im Pensionsbereich, bei der Verwaltung sowie für eine Senkung der Abgabenlast.

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