UGöD: Solidarität mit den KollegInnen im Hungerstreik in der Türkei!

Unabhängige GewerkschafterInnen fordern von der türkischen Regierung die Wiedereinstellung von Nuriye Gülmen, Semih Özakca und aller zu Unrecht entlassenen öffentlich Bediensteten

Wien (OTS) - Nach dem versuchten Militärputsch in der Türkei wurden zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes entlassen. Darunter sehr viele, die Ideologie und Politik dieser Putschisten ablehnen.

Zwei von ihnen sind die Literaturdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca. Sie sind mehr als 100 Tage mit verschiedenen Protestaktionen für ihre Wiedereinstellung eingetreten. Ohne Erfolg. Seit 75 Tagen protestieren sie mit einem Hungerstreik gegen ihre Entlassung aus dem Staatsdienst. Sie bekommen Solidarität und Unterstützung von demokratisch gesinnten Menschen in der Türkei, von Gewerkschaften, WissenschafterInnen, KünstlerInnen und oppositionellen Parteien. Die Regierung zeigt sich aber bisher unbeeindruckt. Die beiden KollegInnen sind gesundheitlich in einer kritschen Phase. Nun wurden sie festgenommen.

Die deutsche Bildungsgewerkschaft GEW hat gemeinsam mit den KollegInnen von Egitim-Sen, der 1995 gegründeten und seit 2004 mit Verbotsverfahren verfolgten türkischen Gewerkschaft für Bildung und Bildungswerktätige einen Aufruf zur Solidarität mit den Hungerstreikenden veröffentlicht, der international bereits viele UnterzeichnerInnen gefunden hat . Egitim-Sen hat 160.000 Mitglieder und ist die größte Teilgewerkschaft der KEST, dem Zusammenschluss der Gewerkschaften öffentlicher Dienste, Mitglied des europäischen Gewerkschaftsbundes EBG und des Internationalen Gewerkschaftsbundes IBG.

Zwt.: Solidarität mit den willkürlich entlassenen öffentlich Bediensteten in der Türkei

Wir Unabhängigen GewerkschafterInnen im öffentlichen Dienst und den ausgegliederten Betrieben (UGÖD) unterstützen die Forderung unserer KollegInnen nach Wiedereinstellung und ihre gewaltfreie Aktion. Wir fordern die türkische Regierung auf, ihrer Verantwortung für die öffentlichen Dienste und ihre Beschäftigten nachzukommen und Menschen nicht auf Grund haltloser Unterstellungen in den Tod zu treiben. Wir fordern Sie auf, Nuriye Gülmen und Semih Özakca an ihren früheren Arbeitsplatz zurückkehren zu lassen und ihnen in Folge die Möglichkeit zu geben, in einem fairen, transparent und öffentlich geführten Verfahren vor einem unabhängigen Gericht die Chance auf Verteidigung und Wiedergutmachung einzuräumen.

Demokratische Grund- und Freiheitsrechte sind kein Gnadenakt, Gewalt als Mittel Andersdenkende zu unterdrücken in einer Demokratie abzulehnen. Demokratie setzt eine Kultur des sozialen und respektvollen Zusammenlebens und des Dialogs voraus. Gerade als GewerkschafterInnen wissen wir, was es bedeutet, demokratische Rechte zu verlieren. Deshalb gilt unser Einsatz weltweit der Sicherung von Demokratie und Menschenrechten!

Für die Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD:

Beate Neunteufel-Zechner,
Betriebsratsvorsitzende der Österreichischen Nationalbibliothek Reinhart Sellner,
Mitglied des GÖD-Vorstandes (Referent für gewerkschaftliche Bildungsförderung)

Rückfragen & Kontakt:

Beate Neunteufel-Zechner, beate.neunteufel-zechner@onb.ac.at
Reinhart Sellner, Mitglied des GÖD-Vorstandes (Referent für gewerkschaftliche Bildungsförderung), Tel: 0676 343 75 21

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