20th Annual Global CEO Survey von PwC: Heimische Top-Managerinnen und -Manager sehen wachsenden Fachkräftemangel durch Digitalisierung

Wien (OTS) -

  • Nur 27 % der heimischen CEOs glauben an globales Wirtschaftswachstum 2017
  • Steigende Steuerbelastung und Überregulierung nach wie vor größte Besorgnisse in Österreich
  • Dennoch glaubt knapp die Hälfte an Unternehmenswachstum in den nächsten drei Jahren
  • Digitalisierung: 2/3 der Top-Managerinnen und -Manager sehen Fachkräftemangel in Österreich
  • 84 % sehen entscheidende Veränderung des Wettbewerbes durch technologischen Wandel in den nächsten fünf Jahren

Österreichs Spitzenmanagerinnen und –manager gingen mit sehr gemischten Gefühlen in das Jahr 2017: Vor allem der Blick auf das globale Wirtschaftswachstum und die heimischen Rahmenbedingungen bieten nur wenig Platz für echten Optimismus. Hoffnung schenkt jedoch der Glaube an das eigene Unternehmen. Auch die Bedeutung der Digitalisierung – mit all ihren Herausforderungen – ist bereits fest im Bewusstsein der CEOs verankert, einzig bei der konkreten Umsetzung hinken sie noch hinterher. All das zeigen die Kernergebnisse der 20th Annual Global CEO Survey von PwC. Neben knapp 1.400 Top-Managerinnen und -Managern weltweit wurden auch wieder 30 CEOs aus Österreich zu den wichtigsten Wachstums- und Trend-Themen der Wirtschaftswelt befragt.

Ausblick Österreich: Bekannte Sorgen beschäftigen heimische CEOs

Die 20th Global CEO Survey bietet eine recht konservative Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft: Zwar befürchten nur 13 % der heimischen Top-Managerinnen und -Manager eine Verschlechterung des globalen Wirtschaftswachstums – hier waren es 2016 noch 31 % – jedoch rechnet auch nur knapp über ein Viertel (27 %) mit einer Verbesserung in diesem Jahr (international 29 %).

„Globale und österreichische CEOs zeichnen für 2017 ein wenig optimistisches Bild der Weltwirtschaft. Ein ähnlich ernüchterndes Zeugnis stellen sie allerdings auch dem österreichischen Standort aus. Hier dominieren weiterhin bekannte Probleme wie die hohe Steuerbelastung oder Überregulierung die Sorgen-Agenda der Managerinnen und Manager. Jedoch hinterlassen auch aktuelle Entwicklungen wie der Brexit oder die steigende Terrorbedrohung ihre Spuren in der Wirtschaft“, erklärt Aslan Milla, Senior Partner bei PwC Österreich, die wichtigsten Einflussfaktoren.

Tatsächlich sorgen sich nach wie vor 63 % der Unternehmen über die steigende Steuerbelastung in Österreich, was vergleichsweise nur 25 % der deutschen CEOs beunruhigt. Aber auch Überregulierung (80 %), die Zukunft der Eurozone sowie aktuelle geopolitische Unsicherheiten (67 %) und Auswirkungen von Terrorismus (47 %) versetzen die heimische Wirtschaft in Alarmbereitschaft. Wenig Sorge hingegeben bereitet den befragten Unternehmen der Zugang zu Kapital (7 %) und die bestehende Infrastruktur in Österreich (17 %).

Optimismus bieten das eigene Unternehmen, Start-ups und China

Deutlich mehr Vertrauen als in die Weltwirtschaft und den heimischen Standort haben österreichische Top-Managerinnen und -Manager jedoch in das eigene Unternehmen: 40 % der befragten CEOs sind „sehr zuversichtlich“, dass ihr Unternehmen 2017 weiter wachsen wird. Auf die nächsten drei Jahre gesehen sind es sogar knapp die Hälfte (47 %). Bei diesem Wert liegt Österreich sogar spürbar vor dem großen Nachbarn Deutschland (27 %).

„Trotz der durchwachsenen Bewertung des österreichischen Wirtschaftsstandortes glauben heimische CEOs weiterhin fest an den Erfolg ihres Unternehmens. Als wesentliche Wachstumsstrategie erkennen wir hier einen Trend zur Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen. Neben klassischen M&A-Aktivitäten (60 %) setzen knapp zwei Drittel der Unternehmen (63 %) auch auf neue Kooperationen mit innovativen Start-ups. Ein absoluter Spitzenwert im internationalen Vergleich (28 %)“, so Aslan Milla.

Eine spannende Verschiebung bietet auch die CEO-Einschätzung jener Märkte, die den größten Einfluss auf das Wachstum österreichischer Unternehmen haben: Bei Betrachtung der Investitionsausgaben reiht sich China (33 % - 2016 noch 13 %) bereits an zweiter Stelle hinter dem wichtigsten Wachstumsmarkt Deutschland (57 %) ein. Die asiatische Wirtschaftsmacht überholt damit die USA (30 %) und drängt Russland (16 %) vom Podest. Der Standort Shanghai wird vor Berlin sogar als bedeutendste Stadt außerhalb Österreichs angeführt. 

Anlässlich des 20. Jubiläums der CEO Survey rückte in diesem Jahr auch das Thema Globalisierung in den Fokus. In den zwei Jahrzehnten seit dem ersten Erscheinen der Studie konnten rund 1 Milliarde Menschen aus tiefer Armut befreit werden, die weltweiten Handelsströme haben sich vervierfacht, Kapitalströme verfünffacht. Top-Managerinnen und -Manager weltweit sehen den Nutzen der Globalisierung in der Entstehung des freien Flusses von Kapital, Waren und Menschen positiv, fragen sich aber auch, ob die Globalisierung etwas dazu beigetragen hat die Lücke zwischen reich und arm zu schließen oder die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern. Das steht im Gegensatz zur ersten CEO Survey von PwC im Jahr 1998, als die Treiber der Globalisierung positiv gesehen wurden.

CEOs sehen Fachkräftemangel durch digitalen Wandel

Die Zuversicht in das eigene Unternehmenswachstum äußert sich auch in der Personalstrategie. Fast die Hälfte (47 %) der österreichischen CEOs planen in den kommenden zwölf Monaten mehr Personal einzustellen. Ein positiver Wert, dem jedoch auch 27 % der Unternehmen gegenüberstehen, die ihren Mitarbeiterstand verringern wollen. Davon nennen bereits 88 % die Implementierung von automatisierten Prozessen und anderen Technologien als ausschlaggebenden Grund dafür.

„Es bestehen sehr unterschiedliche Einschätzungen über den Gewinn oder Verlust an Beschäftigung durch den digitalen Wandel. Unsere Studie bestätigt jedoch, dass unmittelbar vor allem Routinearbeiten bedroht sind, die niedrige Qualifikationen erfordern. Zudem lässt sich aktuell eine klare Tendenz zum befürchteten Fachkräftemangel erkennen. Sahen 2016 nur 25 % der befragten Managerinnen und Manager ein Problem bei der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, liegt dieser Wert nun bereits bei 63 %“, sagt Aslan Milla.

Obwohl diese Thematik bereits im Management angekommen ist, beschäftigen sich noch verhältnismäßig wenig Befragte mit konkreten Lösungsansätzen dazu: Nur 27 % gehen aktiv der Frage nach, welche Vorteile die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine bringen kann – der internationale Wert liegt hier bei 51 %. Auch mit den Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf die zukünftig benötigten Qualifikationen beschäftigen sich nur 23 % (global 39 %).

Digitalisierung: Echtes Bewusstsein, aber wenig Zug zur Umsetzung

„Das Schlagwort Digitalisierung ist in den österreichischen Chefetagen angekommen. So sind bereits 84 % der Top-CEOs der Meinung, dass der technologische Wandel den Wettbewerb in ihrer Branche in den nächsten fünf Jahren entscheidend verändern wird. Allerdings erkennen wir auch, dass trotz des vorhandenen Bewusstseins, der echte Zug zur konkreten Umsetzung noch weitgehend fehlt“, erklärt Aslan Milla.

Dies zeigt sich neben der fehlenden Auseinandersetzung für Lösungen im Personalbereich z.B. auch in der Verwertung von kundenspezifischen Daten. Konkret ist nur ein Drittel der befragten Unternehmen der Meinung, dass sie der richtige Umgang mit Daten der Konsumenten wesentlich von der Konkurrenz unterscheiden kann (global 64 %). Zudem lassen sich auch weitere Vorbehalte erkennen: Knapp drei Viertel der CEOs (73 %) sind der Meinung, dass es mit der digitalisierten Welt schwieriger wird, das Vertrauen der Leute zu gewinnen und zu halten. Als größte Einflüsse sehen sie dabei die Nutzung sozialer Medien sowie die negativen Auswirkungen künstlicher Intelligenz und Automatisierungsprozesse. „Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, sieht fast jedes Unternehmen die Bereiche Datenschutz bzw. Cyber Security als wichtigste Vertrauensthemen in den nächsten fünf Jahren“, so Aslan Milla weiter.

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