Wiener Tierschutzverein: Taube mit Luftdruckgewehr angeschossen

Tierquälerei: Schwerverletzte Taube musste erlöst werden. WTV-Präsidentin Petrovic fordert umgehend runden Tisch zum Thema Stadttauben.

Vösendorf (OTS) - Tierhass kennt anscheinend keine Grenzen. Erneut wurde eine Taube Opfer einer unfassbaren Tierquälerei. Erst vor wenigen Wochen befreite der Wiener Tierschutzverein (WTV) eine von Menschenhand gefesselte Taube, nun war diese Tierspezies wieder einem Angriff ausgesetzt.

Am vergangenen Wochenende brachte eine Familie eine schwerverletzte Taube in den Wiener Tierschutzverein, die sie im 23. Wiener Gemeindebezirk (Liesing) entdeckt hatte. Der Vogel hatte sich offensichtlich am Flügel verletzt. Bei der genauen medizinischen Untersuchung kam anschließend der wahre Grund der Verletzung ans Licht. Durch ein Röntgen stellte sich die Wunde als Schussverletzung heraus. Im Flügel des Tieres steckte ein Projektil eines Luftdruckgewehrs. Durch die enorme Wucht des Schusses wurden das rechte Ellenbogengelenk sowie der Oberarm des Flügels irreparabel zertrümmert. Der WTV-Tierärztin blieb keine andere Wahl, als das Tier von seinem Leid zu erlösen.

Die Art der Verletzung legt den Verdacht nahe, dass das Tier von einem Tierhasser brutal angeschossen wurde. Denn gerade Tauben sind immer wieder Ziele von Tierquälereien: „Es vergeht kaum eine Woche, wo uns nicht Tauben mit Gummibändern auf den Ständern oder anderen Verletzungen, die von Menschenhand verursacht wurden, gemeldet werden. Glücklicherweise nimmt aber die Anteilnahme in der Bevölkerung zu. Doch gerade die Stadttauben werden leider vielfach sehr schlecht behandelt. Für die aktuelle Tat gibt es keine Entschuldigung“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Dass Tauben in der Bevölkerung und ganz besonders in Wien, derart polarisieren, liegt zu einem großen Teil auch an ihrem schlechten Ruf, der ihnen durch von Steuergeld finanzierte Imagekampagnen der öffentlichen Hand angedichtet wird. Darin werden sie mit diskriminierenden Werbesujets, die sachliche völlig unhaltbare Vergleiche von Tieren anstellen (Stichwort Mischwesen aus Taube und Ratte), als Schädlinge denunziert. „Diese Gleichsetzung hat auch dazu geführt, dass perverse Tierquäler die unqualifizierten Parolen als Freibrief zum Martern, Verstümmeln und Töten der friedlichen Geschöpfe verstehen. Schlimm genug, dass es Hass und Gewalt in der Gesellschaft gibt, aber noch schlimmer, wenn diese Tendenzen mit Steuergeld noch angefeuert werden“, so Petrovic. Daher fordert der WTV einmal mehr einen runden Tisch zum Thema Tauben in der Stadt. Denn mittelfristig kann nur ein von Informationsarbeit begleitetes Taubenschlagkonzept zum Erfolg führen.

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