NEOS zu Primärversorgung: Am System sparen und nicht am Patienten

Gerald Loacker: „Wir müssen eine angemessene Vergütung und klare Rahmenbedingungen für alle Gesundheitsberufe schaffen“

Wien (OTS) - Wenig überrascht reagiert NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker auf die breite Kritik am Gesetzesentwurf für die medizinische Primärversorgung: „Der Entwurf zum PHC-Gesetz ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben ist. Es fehlen nach wie vor wichtige Elemente im Gesetz, allem voran die Arzt-Anstellung. Zudem wurde auch die Chance vertan, die Apotheken zur besseren Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln in die Primärversorgung einzubinden.“ Dass nun Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner neue Gespräche angekündigt hat, biete jetzt die Chance, noch wichtige Äderungen vorzunehmen. „Ich werde meinen Gesetzesantrag dazu im nächsten Gesundheitsausschuss einbringen und erwarte, dass die Zusammenarbeit aller Parlamentskräfte hier den Patientinnen und Patienten sowie den Ärztinnen und Ärzten entgegenkommt.“

So fehle nach wie vor mehr Verbindlichkeit und ein Bekenntnis zu qualitätsgesicherter Ärzteausbildung im Rahmen der Primärversorgung. „Wo keine Ärzte sind, können auch keine Primärversorgungszentren entstehen. Die Regierung vergisst offenbar darauf, wie unattraktiv der Arztberuf geworden ist und dass wir einer Pensionierungswelle von älteren Ärzten gegenüber stehen!“ Mit derart unattraktiven Rahmenbedingungen für Gesundheitsberufe seien 75 Primärversorgungszentren bis 2021 reine Utopie.

Ein Nebeneinander der Gesundheitsberufe und klare Rahmenbedingungen seien zudem für Verträge und Honorierungen durch die Krankenkassen für alle Gesundheitsberufe wünschenswert. Hier sieht Loacker den Hauptverband in der Pflicht. „Der Hauptverband muss eine angemessene Vergütung und klare Rahmenbedingungen für alle Gesundheitsberufe schaffen, damit auch Patientinnen und Patienten wissen, welche Leistungen von ihrer Kasse übernommen werden. Derzeit ist das nicht der Fall, und es herrscht Unklarheit über die Bewilligungs- und Vergütungspraxis. Das führt dazu, dass die Menschen immer mehr in den Privatzahler-Bereich gedrängt werden und bei jeder Kasse unterschiedlich viel erstattet oder bezahlt bekommen. Dieses Sparen am Patienten muss endlich aufhören und das geht nur, wenn das System endlich anfängt, an sich selbst zu sparen“, fordert Loacker abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Parlamentsklub der NEOS
01 40110-9093
presse@neos.eu
http://neos.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEK0001