WKÖ: Job ist zwar Schauplatz, aber selten Ursache eines Burnout

Betriebe nehmen Arbeitsschutz sehr ernst - Zahl der Arbeitsunfälle massiv gesunken – Österreich bei Arbeitszufriedenheit in Europa unter den Top Five

Wien (OTS) - „Die Tendenz wird immer stärker, den Unternehmer die Gesamtverantwortung für das Thema Mitarbeitergesundheit und in weiterer Folge für das Entstehen von psychischen Krankheiten wie Burnout zuzuschieben. Was dabei übersehen wird: Der Job ist zwar der Schauplatz des Burnouts, aber selten die Ursache“, betont Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

 Egal um welche Krankheit es sich handelt, keine ist monokausal. Gerade bei psychischen Erkrankungen gibt es unterschiedlichste Ursachen persönlicher und gesellschaftlicher Natur. Der Arbeitsplatz ist allerdings der Ort, an dem sich - auch psychische - Erkrankungen manifestieren. Sinnvolle Präventionsmaßnahmen liegen in der Verantwortung sowohl des Arbeitsgebers als auch des Individuums. Während der Fokus bei Arbeitgebern auf der Vorgabe adäquater Arbeitsanforderungen und klarer Strukturen liegt, müssen Arbeitnehmer eine adäquate Leistungseinstellung vorweisen und aktive Maßnahmen zur Erhaltung ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit setzen.

 Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers geht in Österreich bereits sehr weit: Auch psychische Risiken sind inzwischen zu evaluieren und möglichst abzustellen. „Die österreichischen Betriebe nehmen den Arbeitnehmerschutz sehr ernst. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Arbeitsunfälle in den 15 letzten Jahren massiv – konkret um 15 Prozent - gesunken sind und die Arbeitszufriedenheit auch im europäischen Vergleich sehr, sehr hoch ist“, sagt Gleitsmann. So erreichte die Unfallrate (= Zahl der Arbeitsunfälle pro 1.000 Beschäftigte) 2016 den Tiefststand von 24,58 – das, obwohl es 2016 um 1,5 Prozent mehr Versicherte gab als 2001.

 In puncto Arbeitszufriedenheit rangiert Österreich gemäß European Working Conditions Survey unter 34 europäischen Ländern an fünfter Stelle: Nicht weniger als 90,8 Prozent der in Österreich befragten Beschäftigten sind mit ihrer Haupttätigkeit „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Damit liegt Österreich weit vor Deutschland, Finnland oder Schweden. Ebenso positiv ist das Ergebnis einer europaweiten Online-Umfrage von Edenred-Ipsos (Jänner 2015): In Österreich sind 55 Prozent aller befragten Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitsumfeld „oft“ zufrieden. Der Europadurchschnitt bei 38 Prozent. Österreich liegt damit europaweit an zweiter Stelle.

 Die WKÖ hat zur maßgeschneiderten Unterstützung von Betrieben, die sich mit der Gesundheit ihrer Mitarbeiter befassen wollen, die Initiative „proFITNESS - Gesunde Mitarbeiter, Gesundes Unternehmen“ ins Leben gerufen. Unter www.profitnessaustria.at findet man unter „Marktplatz“ zahlreiche Anbieter von Leistungen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung für Unternehmer, Führungskraft oder Mitarbeiter. Als Anreiz werden auch Rabatte für diese Leistungen angeboten. Die Plattform bietet außerdem Quick-checks, Ansprechpartner und Förderungsmöglichkeiten für Unternehmen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. (PWK432/SR)

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