Die geheimnisvolle Wasserwildnis der Everglades im „Universum“

In „Amerikas Naturwunder“ am 23. Mai um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Über den Süden Floridas erstreckt sich eine schier endlose Wasserwildnis: die Everglades. Es ist eines der größten Feuchtgebiete der Erde, geformt von einem 60 Kilometer breiten Flusssystem, das unmerklich und doch ständig in Bewegung ist. Dieses tropische Marschland bietet rund 350 Vogel- sowie 300 Fischarten, 40 Säugetier- und etwa 50 Reptilienarten Lebensraum. Die dichten Mangrovenwälder der Florida Bay sind auch die Heimat der Alligatoren. Doch das ökologische Gleichgewicht ist bedroht – denn illegal ausgewilderte Tigerpythons vermehren sich rasend und minimieren die Tierwelt des Nationalparks, wie der vierte, von Zoltán Török gestaltete Teil des „Universum“-Achtteilers über „Amerikas Naturwunder“ (Bearbeitung: Doris Hochmayr) am Dienstag, dem 23. Mai 2017, um 20.15 Uhr in ORF 2 zeigt. Im fünften Teil der Koproduktion von ORF, NDR, ARTE, ARD und National Geographic Channel geht es am Dienstag, dem 12. September, in den Grand-Canyon-Nationalpark.

„Geheimnisvolle Wasserwildnis“ zeichnet u. a. das Schicksal eines Alligator-Weibchens nach. Es hat sich seinen Platz in einem sogenannten „Alligatorloch“ eingerichtet, einer der unzähligen kleinen Wasserstellen inmitten eines Zypressenhains. Seit Generationen werden diese Oasen von Alligatoren bewohnt und bieten gerade in der Trockenzeit ein Überangebot an Nahrung, wenn der Wasserspiegel sinkt und die Fische nicht mehr abtauchen können. Ist der Höhepunkt der Dürre erreicht, sind auch die Alligatoren gezwungen, die austrocknende Senke zu verlassen, um nach Wasser zu suchen. In den wenigen noch verbliebenen Tümpeln sammeln sich dann Hunderte Exemplare der imposanten Echsen.

Auch der Waldstorch nutzt in der Trockenzeit die Umgebung der Tümpel für die Aufzucht seiner Küken. Hier gibt es genügend Angebot an Fischen, die sich nun alle auf engstem Raum in den Tümpeln versammelt haben. Wenn die Regenzeit zu früh einsetzt, kann das vernichtende Auswirkungen auf die Storchkolonien haben: Die Fische verteilen sich wieder in den Weiten des Flusssystems, sodass die Vögel nicht mehr ausreichend Nahrung finden, um ihren Nachwuchs zu füttern. Ein großer Teil des Nationalparks erstreckt sich über die Florida Bay. Dieses marine Ökosystem bietet Lebensraum für Manatis, eine seltene Seekuhart, für Delfine und Haie. In den dichten Mangroven der Florida Keys lebt auch eine endemische Unterart der Weißwedelhirsche. Es sind die kleinsten Hirsche Nordamerikas, gerade einmal so groß wie ein Schäferhund.

Der einst dichte Säugetierbestand im Herzen der Everglades wird allerdings seitbedroht – von einer eingeschleppten Reptilienart: von Tigerpythons. Oft werden sie von Terrarium-Besitzern illegal ausgesetzt und verbreiten sich ohne natürliche Feinde fast unaufhaltsam. Schätzungsweise 100.000 lautlose Jäger leben in den Everglades und haben große Schäden am Säugetierbestand angerichtet. Nun läuft die einzigartige Vogelwelt des Nationalparks Gefahr, dasselbe Schicksal zu erleiden. Neuesten Forschungen zufolge sind diese Schlangen sogar in der Lage, in Salzwasser zu überleben. Daher ist zu befürchten, dass sie auch die Inseln der Florida Keys erreichen könnten – das letzte Rückzugsgebiet der seltenen Key-Weißwedelhirsche. Nur der Alligator ist für den Python ein Gegner auf Augenhöhe. Die Reptilien liefern sich spektakuläre Zweikämpfe um die „Macht am Grünen Fluss“.

Der Film zeigt die Everglades in ihrer ganzen Vielfalt. Als Nationalpark zählen sie zum UNESCO-Weltnaturerbe und stehen somit unter besonders strengem Schutz. Doch die große Artenvielfalt dieses Naturwunders ist trotzdem bedroht. Es ist just ein Tier, der Alligator, der den Schutz der Artenvielfalt in den Everglades aufrechtzuerhalten versucht – indem er den Tigerpythons entgegentritt.

Die Dokumentation ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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