Neues Volksblatt: "Wahlfaulheit" von Harald ENGELSBERGER

Ausgabe vom 20. Mai 2017

Linz (OTS) - Bei allem Verständnis für die offensichtliche Wahlmüdigkeit österreichischer Demokraten kann man die Beteiligung der Studenten an den jüngsten ÖH-Wahlen nur schlicht mit „wahl-faul“ titulieren. Da wurde schon vor zwei Jahren ausführlich gejammert, weil es nur 25,9 Prozent zur ÖH-Wahl schafften, um ihrer Stimme an den Unis Gewicht zu verleihen – und dann bricht diese Zahl jetzt noch einmal ein: Mit exakt 24,48 Prozent Wahlbeteiligung überspringen die Studenten nicht einmal mehr die 25-Prozent-Marke und strafen dieses demokratische Werkzeug mit einem historischen Tiefstwert ab.
Dabei werden die Studenten bildlich gesprochen sogar mit der Sänfte abgeholt, um sich demokratisch zu äußern – wer sonst kann drei Tage lang wählen gehen – exklusive vorgezogenem Wahltag. Und jene Studenten, die eher ungern am Uni-Campus gesehen werden, hatten sogar die Möglichkeit der Briefwahl.
Da gibt es keine Ausreden mehr, warum sich die Akademiker-Elite der Zukunft wie ein scheues Reh versteckt und lieber Party macht. Angesichts dieser Wahlfaulheit können einem engagierte Kandidaten leid tun, die viel Arbeit und Zeit investieren, um für ihre Studienkollegen Verbesserungen zu erreichen. Oder sie bringen nur die falschen Inhalte rüber. Vielleicht wäre ja die Rückkehr zu ernsthafter Interessenpolitik ein Wahlzuckerl für mehr studentisches Demokratieverständnis, anstatt sich in gesellschaftspolitischen Statements zu verlieren ...

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001