„kulturMontag“ am 22. Mai: Schwerpunkte Cannes, Medien & Macht

Außerdem: „lesArt“ mit Christoph Ransmayr und Anton Zeilinger

Wien (OTS) - Zwei thematische Schwerpunkte setzt der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 22. Mai 2017, um 22.30 Uhr in ORF 2: Beleuchtet wird u. a. die Situation von Qualitätsmedien, die zunehmend unter (politischen) Druck geraten, sowie die Medienmacht digitaler Netzwerke, im Speziellen jene von Bloggerinnen und Bloggern, die immer mehr an Werbe- und Vorbildwirkung gewinnen. Weiters gibt die Sendung einen umfassenden Ausblick auf die soeben eröffneten 70. Filmfestspiele von Cannes, bei denen Österreich mit Regiestar Michael Haneke zum wiederholten Mal im Wettbewerb vertreten ist. Anschließend an das Magazin steht eine neue Ausgabe des Literaturformats „lesArt“ (23.30 Uhr) auf dem Programm – zu Gast bei Christina Ankowitsch sind Schriftsteller Christoph Ransmayr und Quantenphysiker Anton Zeilinger.

Qualitätsjournalismus unter Druck – Über das Verhältnis von Mächtigen und Medien

Aufgabe des Journalismus ist es, den Mächtigen auf die Finger zu schauen, lautet ein Lehrsatz an Journalismus-Schulen. Nur: der Eindruck verstärkt sich, dass die Mächtigen das ganz anders sehen. Die vielzitierte vierte Gewalt im Staat sieht sich derzeit vielerorts Anfeindungen ausgesetzt, zumal in Demokratien – auch in Österreich. Peter Huemer, langjähriger Leiter des legendären „Club 2“ und jüngst mit dem Concordia-Preis für sein journalistisches Lebenswerk ausgezeichnet, befürchtet einen „neuen parteipolitischen Proporz“ im ORF. Andreas Koller, Chef der „Salzburger Nachrichten“, plädiert für eine sachliche und unaufgeregte Auseinandersetzung zwischen Medien und Politik. Corinna Milborn, für die Information beim Privatsender PULS 4 verantwortlich, hält das Fernsehen für ein wesentliches Korrektiv in Zeiten boulevard-medialer Zuspitzungen. Und der Politikberater Thomas Hofer, früher selbst Journalist, betont die wichtige Aufgabe eines Journalismus, der die Politiker nicht hofiert, sondern ihre Aussagen kritisch hinterfragt. Der „kulturMontag“ berichtet über das Verhältnis von Mächtigen und Medien.

Die Medienmacht von Blogger/innen – Vom Leben im Schaufenster

Ihre Währung sind Clicks & Likes, ihr Kapital ist ihre Gefolgschaft. Der Druck, unter dem sie stehen, ist jener, stets interessant bleiben zu müssen: Blogger/innen in den sozialen Medien werden immer einflussreicher. Vor allem die sogenannten Millennials – also die um die Jahrtausendwende Geborenen – finden ihre Vorbilder nicht mehr so sehr in medial zur Überlebensgröße stilisierten Film- und Popidolen, sondern in den Bloggerinnen und Bloggern „von nebenan“, die auf YouTube, Facebook oder Instagram präsent sind und mittlerweile zu Identifikationsfiguren einer ganzen Generation werden. Ihre Werbe-und Vorbildwirkung ist mittlerweile so groß, dass sie dem klassischen Journalismus zusehends Konkurrenz machen – mit bedenklichen Folgen. Immer mehr Firmen werben mittels Bloggern direkt bei ihrem Zielpublikum. Doch es gibt kein Reglement im Umgang mit deren Kooperationen, vor allem nicht, was deren Kenntlichmachung betrifft. Dazu bedarf es einer Ethik-Diskussion in der Szene, befindet eine der meistgefolgten Instagrammerinnen Österreichs, Marion Vicenta Payr. Der „kulturMontag“ berichtet über ein Leben im Schaufenster.

70. Filmfestspiele von Cannes

Die 70. Filmfestspiele von Cannes haben am Mittwoch eröffnet. Zum Jubiläum setzt man auf Sicherheit, nicht nur was den Antiterrorschutz betrifft. Große Namen locken das Publikum an: Will Smith ist Jurymitglied, Susan Sarandon, Dustin Hoffman, Nicole Kidman und Tilda Swinton reisen an. Und: Österreichs Regie-Großmeister Michael Haneke ist erneut – zum achten Mal – mit seinem jüngsten, wieder vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten, Werk „Happy End“ zum Festival eingeladen worden. Mit Isabelle Huppert und Jean-Louis Trintignant ist das bürgerliche Drama, zu dem Flüchtlingskrise und Migration den Hintergrund bilden, ebenfalls hochkarätig besetzt. Haneke könnte dafür ein sensationelles drittes Mal die Goldene Palme heimtragen. Der „kulturMontag“ stellt die Produktion vor, berichtet über die weiteren Highlights des Filmfests und bittet u. a. Vanessa Redgrave zum Gespräch, die in Cannes ihr Regiedebut präsentiert – den sehr persönlichen Filmessay „Sea Sorrow“, in dem sie mehr Menschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen einfordert.
Alle Infos zur ORF-Berichterstattung über die Filmfestspiele in Cannes sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

„lesArt“ mit Christoph Ransmayr und Anton Zeilinger (23.30 Uhr)

Was eint Literatur und Physik? Was trennt sie? Wo liegen die Berührungsflächen von Kunst, Geistes- und Naturwissenschaften in Fragen der Welterfassung und Weltgestaltung? Diese und andere Themen beschäftigen die „lesArt“ in ihrer jüngsten Ausgabe. Zu Gast bei Christian Ankowitsch im Hotel Sacher in Wien sind der Schriftsteller Christoph Ransmayr und der Quantenphysiker Anton Zeilinger – eine Begegnung zweier Denker, die in ihrem Fach jeweils zu den renommiertesten zählen. Ransmayr, einer der bedeutendsten österreichischen Gegenwartsautoren hat mit „Cox oder Der Lauf der Zeit“ kürzlich einen vielbeachteten Roman vorgelegt. Für den Physiker Zeilinger ist Zeit hingegen ein fixer Parameter. Mit Forschungen im Bereich der Quantenphysik gelangt auch er immer wieder an die Grenzen des Verstehbaren. Seine bahnbrechenden Beiträge zur Teleportation von Luftteilchen, vergleichbar mit dem „Beamen“, brachten ihm internationale Bekanntheit ein und für den Nobelpreis ins Gespräch. Und in der neuen Rubrik „Kleinverlage im Porträt“ wird der Passagenverlag in Wien vorgestellt.

Der „kulturMontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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