„Orientierung“ am 21. Mai: Integrationspaket – Kritik und Hoffnung

Außerdem: Vielstimmiger Islam – Ausstellung auf der Schallaburg

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 21. Mai 2017, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Integrationspaket: Kritik und Hoffnung

Bis zu 150 Euro Strafe müssen muslimische Frauen, die einen Gesichtsschleier tragen, ab 1. Oktober zahlen. So sieht es das neue Integrationspaket vor, das in dieser Woche im Nationalrat mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen worden ist. Erschwert werden sollen auch Koran-Verteilungsaktionen. Heftig diskutiert wurde im Vorfeld ein Kopftuch-Verbot für Mitarbeiterinnen in sogenannten „sensiblen Bereichen“ des öffentlichen Dienstes. Ein derartiges Verbot findet sich im neuen Integrationspaket allerdings nicht. Carla Amina Baghajati, Frauensprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), sieht manche Möglichkeiten offen – etwa, wenn junge muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, Polizistinnen werden wollen. Die IGGÖ selbst plant unterdessen, Qualitätsstandards für Moscheen zu entwerfen. Ein Bericht von Klaus Ther.

Freiheit und Gleichberechtigung – Menschenrechtsexperte Bielefeldt im Interview

Arbeitgeber dürfen ihren muslimischen Angestellten das Tragen eines Kopftuchs verbieten, dieses Urteil hat der Europäische Gerichtshof heuer gefällt. Der Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt, der sechs Jahre lang UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit war, findet dies „entsetzlich“. De facto werde damit die unternehmerische Freiheit höher bewertet als die Religionsfreiheit. Die Diskussionen rund um das Kopftuch seien grundsätzlich positiv, so der Professor für Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er selbst kann das Argument allerdings nicht nachvollziehen, wonach „das Kopftuch per se eine Unterordnung der Frau symbolisieren würde“. Das Gespräch mit Heiner Bielefeldt führte Christoph Riedl-Daser.

Vielstimmiger Islam – Ausstellung auf der Schallaburg

In acht Themenbereichen – von „beseelt“ bis „bedroht“ – macht eine aktuelle Ausstellung in der Schallaburg in Niederösterreich den Islam zum Thema. Dabei steht für die Kuratorinnen der Ausstellung der Dialog im Zentrum. Spezielle Kulturvermittlerinnen und -vermittler sollen den Besuchern die einzelnen Bereiche und damit die Vielstimmigkeit des Islams näherbringen. Kontroversen Zuspitzungen, etwa beim Thema „Gewalt im Namen der Religion“, wird kein großer Raum gegeben. Ganz bewusst, erklärt Kuratorin Maria Prantl im Interview, habe man „heiße Eisen“ reduziert auf wenige Bereiche in der Ausstellung. Ein Team der „Orientierung“ hat den Imam und Gefängnisseelsorger Ramazan Demir bei seinem Besuch durch die Ausstellung begleitet. Ein Bericht von Christoph Riedl-Daser.

Brisante Begegnung: Franziskus trifft Trump

Im Rahmen seiner ersten Auslandsreise besucht US-Präsident Donald Trump am kommenden Mittwoch Papst Franziskus im Vatikan. Er hoffe auf einen aufrichtigen Austausch und es gebe immer „Türen, die nicht geschlossen sind“, so der Papst. Sowohl Trump als auch Franziskus hatten allerdings bisher keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass ihre Standpunkte oft meilenwert voneinander entfernt liegen. Bei seinem Besuch in Mexiko im Februar 2016 kritisierte Papst Franziskus den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten scharf für seine Pläne, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko bauen zu lassen: „Eine Person, die nur daran denkt, Mauern, aber keine Brücken zu bauen, ist nicht christlich“, sagte damals der Papst. Das Treffen im Vatikan wird von vielen Beobachtern mit Spannung erwartet. Ein Bericht von Alexander Kofler.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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