AK Niederösterreich rät zur Vorsicht bei Jobangeboten von Creative Homes Immobilien GmbH

Innsbrucker Makler drängt Arbeitslose in 900 Euro teure Seminare mit wertlosem Zertifikat

St. Pölten (OTS) -

Die AK Niederösterreich rät zur Vorsicht bei Jobangeboten des Innsbrucker Immobilienmaklers Creative Homes Immobilien GmbH. Der Makler drängt Arbeitslose mit dem Versprechen auf einen Arbeitsplatz, firmeneigene Seminare zu besuchen – die Kosten von 900 Euro müssen die Arbeitslosen tragen. Ein Niederösterreicher stieg auf das Angebot ein. Und wurde nach nicht einmal einem Monat gekündigt. 

„Ich fass es immer noch nicht, dass das in Österreich möglich ist“. Karl S. (Name von der Redaktion geändert) aus dem Bezirk Scheibbs hatte sich im Februar von einem Inserat von Creative Homes Immobilien GmbH (CHI) locken lassen. „Bedingung war, dass ich ein zweitägiges firmeninternes Seminar um 900 Euro in Innsbruck besuche“, schildert er. „Dafür wurde mir auch eine Stelle zugesagt.“ 

Nach dem Seminar gab es ein firmeneigenes Zertifikat und eine geringfügige Anstellung um 400 Euro. „Dafür sollte ich auf Online-Plattformen Immobilienangebote aus dem östlichen Niederösterreichs heraussuchen, die nicht von Maklern waren und sie in die Zentrale schicken“, schildert der 54-Jährige seine Tätigkeit. Die Zentrale sollte ihn dann mit Geschäftsanbahnungen beauftragen, für die er im Erfolgsfall Provisionen bekäme. S. meldete Dutzende Immobilien. Lediglich drei Anbahnungstermine wurden an ihn weitergeleitet und immer wieder verschoben. Die Firma kündigte S., kurz bevor das Probemonat vorbei war. Die Adressen, die S. recherchiert hatte, behielt das Unternehmen. 

Für den Arbeitssuchenden wurde das Abenteuer ein Minusgeschäft: „Das Seminar mit Anreisekosten und Hotel hat mich um die 1.000 Euro gekostet, bekommen hab ich nur 400 Euro. Und das Zertifikat von CHI wird von anderen Immobilienmaklern nicht anerkannt.“ 

S. ist laut eigenen Beobachtungen kein Einzelfall: „Von den zehn Leuten, die mit mir das Seminar gemacht haben und aufgenommen wurden, war nach dem Probemonat nur einer übrig.“ 

„Horrendes Geld für ein wertloses Einsteigerseminar verlangen und die Leute dann bei der ersten Gelegenheit kündigen, ist Abzocke von Arbeitslosen“, kritisiert AK Niederösterreich-Expertin Sabine Holler-Mondl. „Diese Vorgangsweise ist in der Branche nicht üblich.“ Sie rät zur Vorsicht bei Jobangeboten dieser Firma und bei ähnlichen Vorgangsweisen. 

Für Betroffene sei die Gefahr groß, auf den Kosten sitzen zu bleiben. Verlangt eine Firma von BewerberInnen, dass sie vor Beginn der Beschäftigung eine kostenpflichtige Ausbildung absolvieren, können Betroffene die Kosten von der Firma leider nicht zurückverlangen, wenn sie gekündigt werden, wenn das nicht extra vereinbart wird.

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