Die IGGÖ beschließt Kriterien zur Qualitätssicherung

Wien (OTS) - Die Vertreter der Kultusgemeinden der IGGÖ trafen sich letzten Samstag zu einer Expertenkonferenz für die Bestimmung eines Kriterienkatalogs, um demnach die Moscheen zu zertifizieren. Laut Plan sollen Qualitätsstandards helfen sowohl die Moscheen als auch andere Einrichtungen der IGGÖ zur Institutionalisierung und zur Professionalisierung zu führen, um so die Qualität der Moscheen zu heben und mit einer Zertifizierung auszuzeichnen.

Der Präsident besuchte ein Jahr lang begutachtend die Moscheen in Österreich. Da nicht alle Moscheen den gewünschten Qualitätsstandards entsprechen, werden nun Kriterien beschlossen, um so einen störungsfreien Betrieb der Moscheen zu gewährleisten. Bauliche Verbesserungsvorschläge für Moscheen, sowie Weiterbildungsmöglichkeiten für Imame sind erforderlich.

Mit einzuhaltenden Kriterien, wie zum Beispiel für Räumlichkeiten können vorhandene Mängel behoben und Qualität aufrechterhalten werden. Auch Kriterien für Predigte werden geplant.

Die Konferenz unterstreicht die wichtigsten Punkte zur „Islamischen Gemeindearbeit in Europa“ mit den Soft-Skills der sozialen Intelligenz zur Stärkung der Sensibilität, des Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühls der Muslime untereinander. Die gemeinsame Arbeit der Vereine kann das realisieren. Einheitliche gemeinsame Ziele sollen den Weg zu gewünschten Qualitätsstandards ebnen. Für die Standards braucht es Kompetenzen. Formelle und inhaltliche Übereinstimmung ist dringend notwendig. Realisiert kann das dadurch werden, indem Verbände, Moscheen und Verbandslose dem gleichen Qualitätsplan folgen. Laut dem Islamgesetz sollen die Moscheen frei von persönlichen Interessen, ethnischen Zugehörigkeiten, und frei der Willkür geführt werden.

Die Struktur der IGGÖ besteht aus Kultusgemeinden, Fachvereinen, der Islamischen Religionsgemeinden, und aus den Moscheevereinen. Die vier Bereiche einer Moschee, und zwar Leitung, Architektur, Imame und Aktivitäten können mit Qualitätsstandards gesichert werden.

Außer der moralisch theologischen Verpflichtung ist auch ein gemeinsamer Standpunkt der Muslime wichtig, wie auch ein Rahmen, der die Abgrenzung zu radikalen Positionen gewährleistet. In diesem Rahmen soll mit einer einheitlichen theologischen Überzeugung ein kontextorientiertes Islamverständnis gewährt werden, womit muslimische Jugendliche in Österreich unter anderem auch in deutscher Sprache von dort abgeholt werden können, wo sie sich befinden. Es erfordert soziale Kenntnisse, um die Sprache der Jugendlichen richtig zu verstehen und zu deuten. Besondere Rücksicht und besonderes Augenmerk auf die spezifische Sozialisierung der jungen Muslime in Österreich kann helfen, hierbei die Voraussetzung zu erfüllen, betroffene Jugendliche entsprechend richtig in ihrem theologischen Anspruch zu erreichen. Die Qualitätskriterien für den Koranunterricht setzen auf effektive Pädagogik und Didaktik und umfassen neben Imame auch Lehrpersonal und Religionspädagogen.

Die Umsetzung des Plans erfordert eine Arbeitsgruppe, die mit den Vertretern von Kultusgemeinden gebildet wird, welche die Bestandsaufnahme in den Moscheen durchführen und einen Lagebericht dazu erstellen, die eine Grundlage für die Entwicklung der bevorstehenden Qualitätskriterien darstellen soll. Laufende Zwischenberichte werden diesen Prozess dokumentieren. Im Herbst 2017 soll ein erster Entwurf des Kriterienkatalogs entstehen.

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