- 17.05.2017, 12:00:02
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67. Städtetag in Zell am See zu Digitalisierung: „Städte tragen soziale Verantwortung“
Wien (OTS/RK) - Städtebund-Präsident Michael Häupl, Vizepräsident
Bürgermeister Markus Linhart (Bregenz) und Bürgermeister Peter
Padourek (Zell am See) luden zu Mediengespräch vor Eröffnung des
Österreichischen Städtetages in Zell am See
Beim 67. Städtetag, der unter dem Motto „Stadt neu denken –
Digitalisierung meistern“ steht, wird intensiv über die rasante
Entwicklung der digitalen Welt diskutiert. „Mittel und Wege zu
finden diese sinnvoll zu regulieren, ist auch eine Herausforderung
für die Städte und Gemeinden“, sagte dazu der gastgebende
Bürgermeister Peter Padourek (Zell am See).
„Der sogenannte „Digital Divide“, also die Kluft zwischen Menschen
mit umfassenden digitalen Kompetenzen und jenen, die sich damit
schwerer tun, muss ein Ansporn für Kommunen sein, auf dem Weg in die
Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Denn Städten und
Gemeinden tragen auch in diesem Bereich soziale Verantwortung“, sagte
Städtebund-Präsident Michael Häupl.
„Big Data, also die Erfassung, Aufbereitung, Speicherung und
Analyse strukturierter und unstrukturierter Daten, verändert nicht
nur die individuellen Lebensbereiche, auch die Stadtverwaltungen sind
zunehmend von der Digitalisierung betroffen. Dadurch entsteht ein
großer Bedarf an Fachkräften, die mit ihren Kenntnissen die
Öffentliche Verwaltung zu einem datenbasierten Unternehmen umformen
werden. Unsere Aufgabe besteht darin, darauf Acht zu geben, dass auf
der einen Seite der Datenschutz unangetastet bleibt, auf der anderen
Seite aber Möglichkeiten für innovative Unternehmen und Startups
gewährleistet werden,“ so der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart,
er ist Vizepräsident des Österreichischen Städtebundes.
Über 1000 Gäste, darunter zahlreiche BürgermeisterInnen aus dem
In- und Ausland, werden bei der traditionellen Generalversammlung des
Österreichischen Städtebundes erwartet, die im Zeller Ferry Porsche
Kongress Center in Zell am See abgehalten wird. Unter dem Motto
„Stadt neu denken – Digitalisierung meistern“ soll es in den
kommenden drei Tagen um die Herausforderungen der Städte bei der
Digitalisierung gehen. Die Veränderungen im Handel (Stichwort
Onlinehandel) haben schon jetzt starke Auswirkungen auf Logistik,
Verkehr und Innenstädte.
Als Festredner wird Viktor Mayer-Schönberger, Autor des
Standard-Werks „Big Data“ die Eröffnungsrede halten.
Mayer-Schönberger stammt selbst ursprünglich aus Zell am See und ist
Professor für „Internet Governance and Regulation“ an der Universität
Oxford.
Ergebnisse des Städtebarometer 2017
Der SORA-Städtebarometer 2017 hat in einem Schwerpunkt zum Thema
Digitalisierung das Nutzungsverhalten und Fragen zum Datenschutz,
sowie zur Sicherheit im Netz und im Öffentlichen Raum erhoben. Hier
die Details:
Generell wird der digitale Wandel ambivalent beurteilt: 27 Prozent
erkennen Chancen bei der Digitalisierung, 19 Prozent sehen Risiken.
Diese Ambivalenz zeigt sich auch bei der Frage zu Datensammlung
und Anonymität im Netz: Rund die Hälfte (52 Prozent) ist darüber
besorgt, die andere Hälfte (55 Prozent) sagt, dass Datensammlung und
Vernetzung technisch lösbar sind.
Interessant dabei: bereits vor zwei Jahren wurde diese Frage
erhoben und die Einstellungen sind leicht positiver geworden.
Dabei ist die Internetnutzung weiter gestiegen: 67 Prozent geben
an, dass sie ein Smartphone besitzen und es auch regelmäßig für den
Einstieg ins Internet verwenden.
Zum Thema Datenschutz und Sicherheit: 86 Prozent der Befragten
fühlen sich im öffentlichen Raum sehr oder ziemlich wohl. Interessant
ist dabei, dass die Überwachung des öffentlichen Raums
(Ordnungswachen, Videoüberwachung) bei 6 von 10 Befragten ein Gefühl
von Sicherheit auslöst, während die Überwachung des Internets nur für
44 Prozent Sicherheit erzeugt.
Das Vertrauen in die öffentliche Verwaltung ist jedenfalls höher
als in private Unternehmen: Demnach vertrauen 70 Prozent der
befragten darauf, dass öffentliche Stellen vertrauensvoll mit Daten
umgehen, aber nur 53 Prozent privaten Firmen.
Der Städtebarometer ist eine repräsentative Umfrage von SORA –
Institute for Social Research im Auftrag des Österreichischen
Städtebundes und wurde im Frühjahr 2017 unter 1.051 Personen
österreichweit erhoben.
Die Forderungen des Österreichischen Städtebundes zu Big Data
o „Der Österreichische Städtebund fordert vom Bund den raschen
Entwurf eines Datenschutzgesetzes, das die Öffnungsklauseln der
Datenschutzverordnung im Sinne einer verantwortungsvollen
Verwaltungsführung klar regelt, ohne dabei eine überbordende
Bürokratie oder Kosten zu produzieren“ ist eine der zentralen
Forderungen des Österreichischen Städtebundes, die zum Thema
Datenschutz in einer Resolution an den Städtetag formuliert werden
sollen. Weitere Forderungen:
o Der Österreichische Städtebund fordert von Bund und Ländern eine
ebenso umfassende und proaktive Bereitstellung von Daten,
insbesondere von jenen Daten, die von Städten und Gemeinden mit
großem Ressourceneinsatz erhoben und bei Bund und Ländern aggregiert
werden.
o Damit auch in Zukunft gewährleistet ist, dass Österreich im
E-Government an vorderster Stelle steht, ist es unbedingt
erforderlich, den Städten und Gemeinden Zugriff auf Informationen,
die sich bereits in österreichweiten Registern befinden, zur
Verfügung zu stellen. Und zwar kostenlos.
Ausblick auf das Programm
Mittwoch, 17.5.
15.00 Uhr: Feierliche Eröffnung des 67. Österreichischen Städtetages
2017; Ort: Ferry Porsche Congress Center, Zell am See. Es sprechen:
Bgm. Peter Padourek, Präsident Michael Häupl, LAbg. Bgm. Rupert
Dworak (Vizepräsident Österreichischer Gemeindebund), Landeshauptmann
Wilfried Haslauer. Festreferat: Viktor Mayer-Schönberger, Professor
for Internet Governance and Regulation an der Universität Oxford
Donnerstag, 18.5.
Fortsetzung 67. Österreichischer Städtetag Zell am See
9:00 Arbeitskreise (AK1: Innenstadtentwicklung in Zeiten von Amazon,
Zalando&Co, AK2: Big Data - der Goldesel unserer nahen Zukunft?; AK
3: Sport, Kultur, Freizeit - machen wir unsere Städte zukunftsfit; AK
4: Zukunft Schule - Schule der Zukunft unter anderem mit
Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, Professor Markus
Hengstschläger. Moderation: Alexandra Föderl-Schmid)
11:45 Vollversammlung mit Beschluss der Resolution
14:00 Fortsetzung des Arbeitskreis 1 zur Innenstadtentwicklung zu
Digitalisierung und Innenstadtbelebung, Kooperationsfelder zwischen
Stadt und Handel sowie Wirtschafts- und Güterverkehr und City
Logistik.
Im Rahmen des Städtetages erfolgt am Abendempfang am Kitzsteinhorn
die Verleihung der European Energy Awards an erfolgreiche
e5-Gemeinden durch Bundesminister Andrä Rupprechter.
Freitag, 19.5.
Fortsetzung 67. Österreichischer Städtetag Zell am See
9:00 Abschlussplenum
Ca. 10.15 Rede von Bundeskanzler Christian Kern
Abschließend Einladung zum 68. Städtetag 2018 nach Feldkirch
Details unter: www.staedtetag.at
Das genaue Programm und weitere Informationen finden Sie unter:
www.staedtetag.at Die RK wird laufend berichten.
Aktuelle Fotos zum Download unter:
https://www.picdrop.de/markuswache/Staedtetag_2017
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