Europäische Konferenz zum Papamonat in Wien

Sozialministerium veranstaltet EU-Konferenz zu Karenz, Elternteilzeit und Papamonat – Vergleich der Umsetzungsmodelle in Europa

Wien (OTS/BMASK) - Ein Rechtsanspruch auf einen Papamonat oder ein hoher Einkommensersatz in der Väterkarenz sind ein starker Antrieb für mehr Väterbeteiligung in der Kinderbetreuung. Das zeigen die Beispiele aus Portugal, Estland oder Litauen, die derzeit bei einer internationalen Konferenz in Wien präsentiert werden. Auf Einladung des Sozialministeriums diskutieren 70 ExpertInnen die Umsetzungsmodelle aus insgesamt zehn europäischen Ländern, die eine bessere Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den Eltern zum Ziel haben. Die internationalen Beispiele zeigen, dass – neben Rechtsanspruch und attraktiven Einkommensersatz – weitere Anreize zu einer höheren Beteiligungsquote von Männern führen. Dazu zählen etwa ein ausschließlich für Väter vorbehaltener Zeitraum der Elternkarenz („use it or lose it“-Prinzip), Differenzzahlungen zur Sozialversicherung während der Elternteilzeit und ausreichende und leistbare Kinderbetreuungseinrichtungen. ****

    Die Analyse dieser Beispiele macht auch deutlich, dass neben der höheren Väterbeteiligung auch positive Effekte für Frauen am Arbeitsmarkt, wie eine höhere Beschäftigungsrate und eine geringere Teilzeitbeschäftigungsrate erzielt werden. Dem trägt auch die EU-Kommission Rechnung, die eine Neuregelung der Richtlinie zur „Work-Life-Balance“ vorschlägt. Konkret soll ein Rechtsanspruch auf einen Papamonat (im Ausmaß von mindestens 10 Arbeitstagen), eine Elternkarenz von zumindest 4 Monaten, die nicht auf den anderen Elternteil übertragen werden kann und ein Einkommensersatz – zumindest in der Höhe des Krankengeldes – in allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Die Konferenz im Sozialministerium befasst sich darüber hinaus mit den Umweltfaktoren, die die Väterbeteiligung in den einzelnen Staaten beeinflussen. Dazu zählen die Rolle der Sozialpartner, betriebliche Vereinbarkeitskulturen, Entscheidungsprozesse auf Partnerebene, sozialökonomische Faktoren, Bewusstseinsbildung sowie geschlechterspezifische Stereotype die von den ExpertInnen diskutiert wurden.  

Aktuelles EU-Projekt „Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ 

    Die Konferenz in Wien wurde im Rahmen des aktuellen Projekts “Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Erwerbsarbeitszeiten (2015-2017)“ - unterstützt durch Mittel des Programms der Europäischen Union für „Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft" (2014 - 2020) – abgehalten, in dessen Rahmen förderliche wie hinderliche Faktoren zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter in Österreich untersucht werden. Federführend dabei ist das Sozialministerium, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, L&R Sozialforschung sowie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt – FORBA. Weitere Projektpartner sind die Arbeiterkammer, der ÖGB und die Industriellenvereinigung

    Die Unterlagen zur Konferenz und den spezifischen Regelungen in diversen EU-Mitgliedsstaaten sind auf der Homepage des Sozialministeriums unter www.sozialministerium.at/conference_eu-project_workandfamily downloadbar. (schluss)

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