Erschreckende Zahlen zum Welt-Hypertonie-Tag am 17. Mai

Linz (OTS) - Bluthochdruck gilt als weitverbreiteter „Stiller Killer“. Die Betroffenen ahnen oft nichts von ihrem Risiko, bis sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen einstellen. Die Oberösterreichische Apothekerkammer engagiert sich in der Früherkennung und lädt die Bevölkerung dazu ein, ihr Gefäßalter zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele in Behandlung befindliche Patienten falsch eingestellt sind. 

In einem neuen Pilotprojekt zur Bestimmung des Gefäßalters setzt sich die Oberösterreichische Apothekerkammer gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie ein ehrgeiziges Ziel. Das Bewusstsein der Bevölkerung zum Bluthochdruck soll verbessert werden. Durchwegs im eigenen Interesse, denn nach wie vor stimmt, dass Bluthochdruck als einer der gefährlichsten Risikofaktoren für unerwünschte koronare Ereignisse gilt. Die Wahrscheinlichkeit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen steigt bei Bluthochdruck massiv. Die aktuellen Daten zum Welt-Hypertonie-Tag sind frappant: Weltweit lebt ein Viertel der Erwachsenen damit. Allein in Österreich sind 1,5 Millionen Personen von Bluthochdruck betroffen. Das Dramatische an dieser Situation ist der sorglose Umgang mit dieser chronischen Erkrankung, da Bluthochdruck über lange Zeit ohne Symptome verläuft. Doch leider sind viele Menschen Vorsorgemuffel. Rund die Hälfte der Menschen mit Bluthochdruck ahnt nichts von der schlummernden Gefahr.  

4183 Oberösterreicher ließen ihr Gefäßalter bestimmen

Im Hinblick auf den Internationalen Bluthochdrucktag am 17. Mai haben die Projektpartner Oberösterreich zum Vorreiter eines neuen Präventionsprojektes erklärt. Seit Jahresbeginn 2017 wurden 4183 (Stand 31.März 2017) Messungen zum Gefäßalter in den 43 teilnehmenden Apotheken durchgeführt. Die jüngsten Interessierten waren 20 Jahre alt, der älteste zählte stolze 94 Jahre. Bei der Messung mit einer Blutdruckmanschette wird das Alter der Gefäße relativ zum Lebensalter bestimmt. Die Interessierten erhalten als Auswertung ihr Gefäßalter nach einem einfachen „Smiley-System“. Bei Grün ist alles in Ordnung, Gelb bedeutet Vorsicht ist geboten. Bei einem roten Smiley liegt ein zu hohes Gefäßalter vor, in diesem Fall wird zu einer 24-Stunden Blutdruckmessung bei Fachärzten für Innere Medizin geraten. Aktuell nehmen 36 oberösterreichische Internisten an dem Projekt teil.

Insgesamt zeigte sich bei den männlichen Teilnehmern folgendes Bild: knapp 10 % bekamen einen grünen Smiley angezeigt, rund 43 % waren im gelben Bereich und ganze 47 % erhielten Besorgnis erregende Werte. Besonders erschreckend ist, dass von den 605 männlichen Teilnehmern der Gefäßaltermessung, die bereits blutdrucksenkende Medikamente einnahmen, 335 trotzdem Werte mit rotem Smiley präsentiert bekamen. Von 2791 Teilnehmerinnen hatten immerhin 21 % ein grünes, 38 % ein gelbes und 40 % ein rotes Ergebnis. Auch hier zeigte sich, dass von 903 Frauen, die Antihypertensiva einnahmen, über die Hälfte (488), schlechte Werte erzielten.    

Die Vizepräsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer Mag. pharm. Monika Aichberger meint dazu: „Als Oberösterreichische Apothekerkammer freuen wir uns sehr, dass unser Angebot zur Gefäßalterbestimmung auf derart großes Interesse stößt. Gerade beim Risikofaktor Bluthochdruck kann die Vorsorge nicht hoch genug bewertet werden. Gleichzeitig bestätigen uns die alarmierenden Ergebnisse in unserer Initiative. Selbst viele Menschen mit bekannter Hypertonie und bestehender Medikamentation zeigen Besorgnis erregende Werte.“  

Direkter Nutzen für die Bevölkerung – nächste Schritte

Mit der Initiative Gefäßaltermessung setzt Oberösterreich Akzente beim Thema Vorsorge.  Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer, zeigt sich von dieser Entwicklung begeistert: „Wir freuen uns, durch das Angebot der Gefäßalterungsmessung positive Impulse für die gesundheitliche Bewusstseinsbildung geben zu können. Das Projekt wird aufgrund seines Erfolgs und der teilweise alarmierenden Ergebnisse laufend erweitert. Neben dem großen Patientennutzen bietet das Projekt auch weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit.“ Die geglückte interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch der Grund, warum die Initiative Gefäßaltermessung in Oberösterreich einmalig ist.  Die neue Methode basiert nämlich auf einer Erfindung, die aus der Kooperation des Klinikums Wels-Grieskirchen mit dem Austrian Institute of Technology entstanden ist und wird durch die Zusammenarbeit von Kardiologen und Apotheken ermöglicht. Die Apotheken haben ihre Mitarbeiterinnen eigens für die Messungen geschult und dienen als Betreuungsstationen für alle, die an einer Messung Interessiert sind. Die spezialisierten Ärzte übernehmen die wissenschaftliche Evaluierung der Ergebnisse. 

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