Begehrte Pflegefortbildung am "Internationalen Tag der Pflege" im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach

Der Vortragssaal war beim 3. LEBENS.MEDizinischen Kongress zum Thema "Uroonkologie: Tabus brechen" bis auf den letzte Platz gefüllt.

Bad Erlach (OTS) - Nach dem großartigen Auftakt der 3. LEBENS.MEDizinischen Kongresse mit der Fortbildungsveranstaltung für Ärzte am vergangenen Freitag, lud am „Internationalen Tag der Pflege“ Pflegedienstleiter DGKP Jürgen Friedl, MSc zur Fortbildungsveranstaltung zum Thema Uroonkologie und den damit verbundenen Tabus. Die Relevanz des Themas spiegelte sich in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Vortragssaal wieder, denn über hundert interessierte Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen aus Niederösterreich und den umliegenden Bundesländern waren der Einladung gefolgt und nahmen an den praxisnahen Vorträgen teil.

Das Prostatakarzinom ist der derzeit beim Mann am häufigsten diagnostizierte maligne Tumor. Nicht jedes Prostatakarzinom schränkt den Lebenskomfort oder die Lebensdauer vollkommen ein – für die Betroffenen ergeben sich neue Herausforderungen. Diesen Herausforderungen und damit verbundenen Tabuthemen widmeten sich die Referenten des 3. LEBENS.MEDizinischen Kongresses – Pflege im Fokus.

Aufgrund der verbesserten Lebenserwartung und den medizinischen Fortschritten in der Urologie und Onkologie kommt es zu einer Zunahme an Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben. Genau aus diesem Grund unterstrich Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger (Ärztlicher Leiter der Abteilung Onkologische Rehabilitation, Lebens.Med Zentrum Bad Erlach) die Bedeutung der Rehabilitation als Teil eines uroonkologischen Gesamtkonzeptes: „Begleiterkrankungen bei den uroonkologischen Patienten, wie Depressivität, Distress, Müdigkeit oder Erschöpfung, werden bei dem evidenzbasierten und hochwirksamen Verfahren, der Onkologischen Rehabilitation, behandelt.“

Mit „Pflege braucht mehr – Kommunikation und psychosoziale Beratung in der Uroonkologie“ ging DGKP Sonja Kofler (Stationsleitung, Lebens.Med Zentrum Bad Erlach) auf die Ziele und Wirkung der psychosozialen Beratung ein. Sie appellierte: „Der Patient muss dort abgeholt werden, wo er steht und es soll nicht das durchgesetzt werden, was wir als Pflegefachkräfte als wichtig empfinden.“

Eine weitere Expertin des Lebens.Med Zentrum Bad Erlach, Diätologin Mag. Angelika Beirer berichtete in „Mehr als Kürbiskerne knabbern…“ über die Ernährungstherapie in der Uroonkologie und hatte dabei viele praktische Tipps für die Kongressteilnehmer, da vor allem uroonkologische Patienten mit ernährungsrelevanten Nebenwirkungen, die Appetitlosigkeit, veränderten Geruchs- und Geschmackssinn, Blähungen, Durchfall oder aber auch Gewichtszunahme und Mundtrockenheit zu kämpfen haben.

Einen spannenden und emotionalen Einblick in die Welt eines Angehörigen, eines Unternehmers und vor allem eines Menschen, der den Krebs besiegt hat, gab Michael Feilmayr (Gründer und Obmann, Verein Chance for Cancer Survivors), der zum Titel „Krebs besiegt – was nun? Der berufliche Wiedereinstieg.“ referierte. „Wir haben alle zwei Leben: das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eines haben“, war dabei seine klare Botschaft.

Das Thema „Schmerzmanagement im uroonkologischen Bereich“ beleuchtete Mag. (FH) Andrea Praher (Schmerzambulanz Med. Campus III, Kepler Universitätsklinikum Linz): „Schmerzmanagement ist Sache der Pflege. Es gibt kein Patentrezept, sehr wohl aber Mindestanforderungen bzw. Strategien. Jedenfalls ist Vorbeugung besser als Nachsorge.“

Dem Tabuthema Inkontinenz und dem Leben mit einem Uro-Stoma näherten sich die Experten Dr. Mons Fischer, sowie DGKP Susanne Rosner, KSB und DGKP Waltraud Ünal, KSB. Sie waren sich einig, dass Stoma-Träger gut versorgt werden müssen, damit sie keine Einschränkungen haben und wieder gut ins Leben integriert werden. Dabei wünschen sich die Stoma-Träger fachliche Beratung, Unauffälligkeit, Selbstversorgung/Unabhängigkeit und einen einfachen Zugang zu Versorgungsmaterialien.

Durch eine Krebserkrankung bekommen sicherheitsspendende Systeme, wie Familie, Arbeitsplatz oder Freundeskreis plötzlich einen anderen Stellenwert. Es entstehen neue Herausforderungen für das gesamte Beziehungssystem. Mag. Andrea Keck erklärte in „Krebs im Spiegel der Beziehungsgestaltungen“: „Vor allem die Kinder sind häufig mit den weitreichenden Veränderungen durch die Diagnose Krebs eines Familienmitgliedes überfordert und reagieren mit den unterschiedlichsten Verhaltensweisen.“ Sie empfahl, dass der Alltagsablauf bestmöglich beibehalten wird.

Auf das Thema „Sexualität und Intimität bei Krebserkrankungen“ ging Univ.-Ass. Dr. Lucia Ucsnik (AKH Wien) ein. Sie machte darauf aufmerksam, welch essentielle Rolle die sexuelle Gesundheit bei Heilung, Reintegration, Behandlung und Pflege spielt: „Das Vorurteil, dass Sex für den Patienten nicht wichtig ist, muss ausgeräumt werden.“

Sehr interessiert wurde auch das Thema „Wenn Radfahren plötzlich zum Problem wird – Sport und Bewegung bei Prostatakarzinom“ von Christian Seidl (Therapieleitung, Lebens.Med Zentrum Bad Erlach) verfolgt. Seine Empfehlung lautete: „Eine dauerhafte Verbesserung der Leistungsfähigkeit sowie des Allgemeinempfindens funktioniert nur durch regelmäßiges Training.“

Pflegedienstleiter DGKP Jürgen Friedl, MSc freute sich über das große Interesse am 3. LEBENS.MEDizinischen Kongress und dem Thema „Uroonkologie“. Er resümierte: „Viele dieser Tabuthemen werden im Rahmen der onkologischen Rehabilitation aufgegriffen, trotzdem nehmen derzeit nur etwa fünf Prozent der Betroffenen diese Möglichkeit in Anspruch. Mich freut es, dass so viele Interessierte bei dieser spannenden Diskussion dabei waren - wir werden diese Veranstaltungsreihe im nächsten Jahr bestimmt fortsetzen.“

Rückfragen & Kontakt:

Daniela Reisner
Tel.: +43(0)2627/81300-616
daniela.reisner@lebensmed-baderlach.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | Z850001