Neues Volksblatt: "Teamleistung" von Markus EBERT

Ausgabe vom 12. Mai 2017

Linz (OTS) - Dass die schwarzen Landeshauptleute das Angebot der SPÖ für eine „Reformpartnerschaft“ als nicht glaubwürdig zurückweisen, hat vor allem mit Selbstachtung zu tun. Denn mit seinem dezidiert an Sebastian Kurz gerichteten Schalmeienruf hat Kanzler Christian Kern signalisiert, dass er in die ÖVP hineinregieren und mitbestimmen könne, wer dort künftig das Sagen hat. Dass er sich den zuletzt von seinen Genossen mehr als übel angepatzten Außenminister als neuen Partner anlachen will, ist schon deswegen mehr als unglaubwürdig, weil Kern gleichzeitig andere Möglichkeiten in Richtung Opposition auslotet — Stichwort Minderheitsregierung. Was der SPÖ-Chef bei seinem unmoralischen Angebot vergisst: Dass es den Tag nach der Wahl gibt, an dem man vor allem eines nicht braucht: Verbrannte Erde. Aber vielleicht legt er es ja darauf an, mit der ÖVP nicht mehr können zu müssen, damit er es mit den Blauen probieren kann.
Das Schielen auf die anderen sollte sich die ÖVP derzeit sparen, sondern sich an dem orientieren, was gestern LH Thomas Stelzer sagt:
Für eine erfolgreiche Partei brauche es einen starken Parteichef und „immer auch eine Teamleistung“. Wesentlich für ein gutes Team ist es, dass es sich von Störaktion des Gegners nicht aus der Ruhe bringen lässt, sondern mit Geschlossenheit kontert. Wenn der Volkspartei das gelingt, muss sie unmoralische Angebote ganz sicher nicht annehmen.

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