AK-Jugendnetzwerke: Jugendliche benötigen oftmals mehr Zeit und Unterstützung, damit sie in der Arbeitswelt Fuß fassen können

Linz (OTS) - Volles Haus bei der Konferenz der Jugendnetzwerke Oberösterreich der Arbeiterkammer zum Thema „Jugend und Arbeitsfähigkeit“ in der AK Linz: Mehr als 250 Personen aus sozialen Organisationen, Schulen und Betrieben diskutierten die Fragen, wie Jugendlichen der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben erleichtert werden kann und was sie brauchen, um arbeitsfähig zu bleiben. Eines von mehreren Ergebnissen: Viele junge Menschen benötigen oft schlicht mehr Zeit, etwa zur beruflichen Orientierung oder um noch fehlende Kompetenzen zu erarbeiten.

 Jugendliche und ihre Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen, wirkt im ersten Moment paradox – heißt es doch oft, sie würden vor Kraft und Motivation strotzen. Viele Junge haben aber schlechte Noten, einigen fehlt es an sozialen Kompetenzen und bereits fast jede/-r 20. Jugendliche leidet unter psychischen Erkrankungen. Derzeit sind 10.234 Jugendliche in Oberösterreich ohne Beschäftigung, also entweder vorgemerkte Arbeitslose, Schulungsteilnehmer/-innen oder Lehrstellensuchende. Hinzu kommen noch Jugendliche, die derzeit weder in Beschäftigung noch in Ausbildung noch in einer Schulungsmaßnahme sind – sogenannte „NEETS“ (Not in Education, Employment or Training).

 Die Arbeitsfähigkeit von jungen Menschen ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Neben körperlicher gehört dazu auch psychische Gesundheit. Insbesondere der NEET-Status begünstigt aber psychische Beeinträchtigungen, weswegen Jugendliche mit diesem Status häufiger davon betroffen sind. In der Arbeitswelt werden von Jugendlichen außerdem immer häufiger digitale und technische Kompetenzen erwartet. Voraussetzung dafür sind wiederum Basiskompetenzen wie Mathematik und Rechtschreibung. Ebenso brauchen die Jungen eine Perspektive, die sie motiviert.

 Diese Problemstellungen diskutierten die Teilnehmer/-innen der Jugendnetzwerke-Konferenz. Zentrale Ergebnisse:

  • Jugendliche brauchen oft schlicht mehr Zeit, um noch fehlende Kompetenzen zu entwickeln. Die Ausbildungspflicht bis 18 ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
  • Schulen, Unternehmen und Institutionen sind gefragt, positive Werte und stärkende Beziehungen vorzuleben sowie Jugendliche bei der Ausbildung sozialer Kompetenzen zu stärken. Die Partnerbetriebe der Jugendnetzwerke ermöglichen es den jungen Menschen etwa, Fähigkeiten und Kenntnisse, die in der Schule oder zu Hause nicht erworben wurden, im Betrieb zu entwickeln. „Wir veranstalten für unsere Lehrlinge zum Beispiel welcome days und Seminare zum Thema Motivation oder auch Rassismus“, berichtete der Lehrlingsbeauftragte der Elin GmbH & Co KG, Christoph Dannerer.
  • Jugendliche mit psychischen Beeinträchtigungen brauchen kostenlose und niederschwellige Therapieangebote. Ein Welser Partnerbetrieb bietet etwa seinen jungen Mitarbeitern/-innen psychologische Betreuung an. Sowohl in der Gesellschaft als auch in den Betrieben muss die Aufmerksamkeit und Sensibilität für dieses Thema ausgebaut werden.
  • Eine tiefgreifende Reform in Schul- und Ausbildungssystem ist nötig, damit sich die Jugendlichen nicht nur ausreichende Basiskenntnisse, sondern tiefgehende und zeitgemäße digitale Kompetenzen aneignen können.

     „Wichtig sind vor allem der freie Zugang zu qualitätsvollen Bildungsangeboten und Einkommen, die den Jungen ein selbständiges Leben ermöglichen“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer vernetzen Akteure/-innen aus sozialen Organisationen, Schulen und Betrieben, um für die Jugendlichen den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu erleichtern. „Oberösterreich nimmt mit den Jugendnetzwerken eine Vorreiterrolle ein, in keinem anderen Bundesland gibt es diese umfassende Vernetzung“, betonte AK-Vorstand Andreas Wansch bei der Tagung. Maßgeschneiderte Informationen sowie Beratung bekommen Jugendliche auch auf www.fragdieak.at. Via Smartphone, Laptop oder Tablet können sie unkompliziert und vertraulich mit den Expertinnen und Experten der AK in Dialog treten und bekommen rasche sowie kostenlose Hilfe und Beratung. 


    Ein Foto von der Tagung steht auf ooe.arbeiterkammer.at zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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