Sieger Ausschreibung SHIFT stehen fest

Im Juni startet das erste von insgesamt 30 geförderten Kulturprojekten

Wien (OTS) - Mit Bekanntgabe der 30 Finalisten von 440 Einreichungen für die Neuauflage der Kulturförderschiene SHIFT erteilt die unabhängige Fachjury (Genia Enzelberger, Eva Fischer, Anne Wiederhold, Mark Neuner und Stephan Rabl) Startfreigabe für die ersten Projektrealisierungen. „Diese 30 Projekte werden in tatsächlich allen 23 Bezirken Wiens verwirklicht“, freut sich Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, dem „die kulturelle Nahversorgung in den Bezirken“ ein besonderes Anliegen ist. „Sämtliche Projektverantwortliche haben sich die Einbindung verschiedenster Publikumsschichten als Ziel gesetzt. Das macht SHIFT gesamtgesellschaftlich besonders relevant und verleiht dieser innovativen Kulturförderschiene seine spezifische Durchschlagskraft.“ Die Formate reichen von Theaterproduktionen, Ausstellungen, Filmpräsentationen, Lesungen, oder Festivals bis hin zu Stadtinterventionen und einjährigen Installationen. In der Letztauswahl sind sämtliche Kunstsparten vertreten, aber auch wissenschaftliche und soziologische Betrachtungsweisen. Ein interdisziplinärer Ansatz bildet den Ausgangspunkt der meisten Projektideen.

„Ausgehend von den Zielsetzungen der SHIFT-Ausschreibung definierte die Jury ihre Auswahlkriterien anhand der Ausgewogenheit von Genres, der Repräsentanz dezentraler Stadtgebiete sowie der potentiellen Publikumspartizipation“, erklärt Jury-Sprecher Stephan Rabl. „Neben der Prüfung innovativer Ansätze wurde auch spezieller Augenmerk auf die Nachhaltigkeit und Durchführbarkeit gelegt.“ Die Projekte integrieren jede Altersgruppe und finden an unterschiedlichsten Örtlichkeiten statt. Das Spektrum der ausgewählten Künstler, Vereine und Einrichtungen umfasst Newcomer bis hin zu langjährig tätigen Kulturschaffenden.

Über die Arbeit der Jury meint Monika Erb, Geschäftsführerin von Basis.Kultur.Wien: „Die Mitglieder der Jury überzeugten mit großem Detailwissen zu den aktuellen Entwicklungen in den verschiedenen Kunstsparten und den jeweiligen Projekten. Durch die breite Aufstellung der Jury gab es jeweils wichtige inhaltliche Inputs aus allen Fachrichtungen, überraschend war aber dann doch die relativ große Übereinstimmung in der Beurteilung der Projekte. Die Diskussionen wurden sehr sachlich geführt und die Einreichungen sehr kritisch auf inhaltliche Qualität, Innovation und Durchführbarkeit auch in finanzieller Hinsicht geprüft.“

Die Jury hat ihre Arbeit im Oktober 2016 aufgenommen. Neben drei großangelegten Informationsveranstaltungen, sowie unzähligen Einzelgesprächen mit Kulturschaffenden und Kulturinteressierten, kam es seitens der Jury zu einer gezielten Kontaktaufnahme mit 70 etablierten Kulturinstitutionen. 440 Projekte wurden eingereicht und einer Beurteilung unterzogen. Davon wurden in Zuge eines Zwei-Stufen-Verfahrens 51 Einreichungen für die 2. Runde vorgeschlagen, aus der nun 30 Siegerprojekte hervorgegangen sind. 22 Vorhaben werden von Projektleiterinnen verantwortet, 8 von Männern. Das erste SHIFT-Projekt „Tanz durch den Tag“ startet am 22. Juni 2017.

Übersicht Siegerprojekte:

SHIFT-Förderung Kategorie 1: 5 Projekte zu je 100.000€

Die Vielfältigkeit der dezentralen Kunst- und Kulturarbeit spiegelt sich in der ersten Kategorie von SHIFT wieder: Von der Aufbauarbeit eines dezentralen Kulturzentrums in Liesing, über ein großangelegtes „Inklusions – Projekt“ im Tanzbereich an peripheren Schulen, der geschichtlichen und gegenwärtigen Betrachtung von Roma, Sinti und Lovara durch Performances in einem Festivalformat in Floridsdorf - bis hin zu Errichtung eines Vereinslokal einer weiblichen Burschenschaft in Ottakring mit Kunstaktionen in der ganzen Stadt reicht der Bogen, der durch ein Filmprojekt in den U-Bahn Schächten die gesamte Bevölkerung Wiens erreicht.

SHIFT-Förderung Kategorie 2: 5 Projekte zu je 50.000€

Großflächige Graffitiwände in Favoriten, ein partizipatives Diskursprojekt eingebettet in ein zeitgenössisches Musik-Performancefestival in „Donauhof Leopoldstadt Creau/ Donauinsel“, die Impulssetzung eines ganzen Stadtteils in Hernals durch mehrere Kunstsparten, sowie ein Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in Floridsdorf runden mit der achtmonatigen Kunstinstallation auf der Zirkuswiese im Prater die Entscheidungen von „SHIFT 2“ ab.

SHIFT-Förderung Kategorie 3: 5 x 50.000€ für Projekte mit etablierten Kultureinrichtungen

Penzing wird in Zusammenarbeit mit dem Technischen Museum Zentrum des „Technologie-Kunstprojektes Wearable Technology“. In der Donaustadt wird mit dem Schauspielhaus Wien die „Seestadt- Saga“ geboren. Künstler und Initiativen widmen sich mit dem Österreichischen Filmmuseum im Projekt „…und am Rand der Stadt“ dem Amateurfilmschaffens, während das Wien Museum ganze Schulen zum erlebbaren Kulturraum gestaltet. „Goethes Faust“ & „ der Popklassiker Dirty Dancing“ werden in einem Leerstand (Simmering-Donaustadt-Floridsdorf) in einer „Nesterval-Inszenierung“ gemeinsam mit „brut“ umgesetzt.

SHIFT-Förderung Kategorie 4: 15 Projekte zu je 25.000€

Literatur, Siebdruck, Stadtinterventionen, Street Art Festival, Theater und Tanz in Parks und auf Rädern, Ausstellungen in Palliativstationen, Film und Fernsehformate, Aufbau von Netzwerken und „Music-labels“, Errichtung von Galerien und Kunststätten u.v.m. Die Bandbreite der 15 „SHIFT 4“ Projekte spiegelt die geballte Impulskraft und Vielfältigkeit der eingereichten Projekte wieder.

Kulturförderschiene SHIFT:

SHIFT wird von der Basis.Kultur.Wien administriert und abgewickelt. Durch ein gestaffeltes Vergabeschema werden insgesamt 30 Projekte gefördert, deren Umsetzung und Veröffentlichung in Wien für den Zeitraum Juni 2017 bis August 2018 geplant ist. Die zweite Auflage von SHIFT ist mit insgesamt 1,5 Mio. Euro dotiert.

Link Übersicht SHIFT-Projekte detailliert:

https://www.basiskultur.at/shift

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Mag. Alfred Strauch
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Stadtrat Kultur, Wissenschaft & Sport
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