Ludwig/Frauenberger/Schaefer-Wiery: 60 Jahre Matzleinsdorfer Wohnhochhaus – Jubiläum mit 1. Hochhauslauf

Wien (OTS) - Das erste von der Gemeinde Wien errichtete
Wohnhochhaus feiert sein 60jähriges Jubiläum. Gestern, Mittwoch, fanden die Feierlichkeiten mit den Stadträtinnen Michael Ludwig und Sandra Frauenberger sowie Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery statt in der Leopold-Rister-Gasse 5 statt. Höhepunkt war der 1. Matzleinsdorfer Hochhauslauf.

„Das Matzleinsdorfer Wohnhochhaus ist ein wichtiges Zeichen für Wiederaufbau und Aufbruch in der Nachkriegszeit; ein Zeichen des Optimismus. Die Planung sowie der Baubeginn fielen noch in die Zeit der Staatsvertragsverhandlungen. Die Leopold-Rister-Gasse 5 war in den 1950er-Jahren eine sehr moderne Wohnhausanlage mit zwei Liften sowie Müllschlucker und setzte Standards im Wiener Wohnbau. Und das zu einer Zeit, wo beinahe jede zweite Wohnung – vor allem in der Gründerzeit – noch Substandard aufwies“, hielt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig fest.

„Das Matzleinsdorfer Hochhaus ist nicht nur ein architektonischer Meilenstein. Es ist auch ein Zeichen der Hoffnung nach dem 2. Weltkrieg. Als Margaretnerin bin ich stolz auf dieses Wahrzeichen des Bezirks“, betonte Sandra Frauenberger, Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen.

Erfreut über das Jubiläum des 20-geschossigen Gemeindebaus zeigt sich auch Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery: „Das Matzleinsdorfer Hochhaus ist ein Wahrzeichen für Margareten; man sieht es beim Vorbeifahren am Gürtel schon von weitem. Damit prägt es ganz stark das Bild des 5. Bezirks. Mit damals 108 Wohnungen, 15 Geschäftslokalen, einer Terrasse und einem Tanzcafé sollte es das Zentrum der Margaretner Wohnhausanlage Theodor-Körner-Hof bilden. Die größte Wohnhausanlage Margaretens entstand auf dem ehemaligen Heu-, Stroh- und Pferdemarkt und enthält trotz dichter Verbauung großzügige Grünflächen; mit dem Bau des 60m hohen Bauwerks setzte man ein sichtbares Signal für eine ,Aufwärtsbewegung‘!“

Hoch hinaus beim Hochhauslauf in bemerkenswerten eineinviertel Minuten

Höhepunkt der Feierlichkeiten war der 1. Matzleinsdorfer Hochhauslauf. Für alle Teilnehmenden galt es, 342 Stufen in möglichst kurzer Zeit zu erklimmen. Die Teilnahme war kostenlos, 44 hochambitionierte Läuferinnen und Läufer sowie auch zahlreiche Kinder und Jugendliche nahmen am von der Towerrunning World Association organisierten Wettbewerb teil. Das Startzeichen gaben Michael Ludwig, Sandra Frauenberger und Susanne Schaefer-Wiery.

Mit Ihren sportlichen Leistungen stellten die LäuferInnen und Läufer manche Liftanlage in den Schatten.
Norbert Lechner legte als schnellster bei den Herren die Strecke in unglaublichen 01:15,80 zurück, schnellste Dame war Veronika Windisch in der beeindruckenden Zeit von 01:25,80.

Weiter Platzierungen:
Damen
2. Platz: Kamila Chomanicova 1:30,80
3. Platz: Sandrina Illes 1:35,00

Herren
2. Platz: Rene Sluga 1:16,30
3. Platz: Rolf Majcen 1:19,40

Einfacher nach oben geht es natürlich mit den zwei Liftanlagen, die bei der Eröffnung der Wohnhausanlage 1957 eine kleine Sensation waren.

Da staunte sogar manche Mieterin und mancher Mieter, die/der mit ihrem/seinem Stiegenhaus bestimmt besser vertraut ist.

Neben dem Hochhauslauf rundete ein buntes Programm die Feierlichkeiten ab. Für die kleinen Besucherinnen und Besucher wurde Spiel und Spaß geboten, dazu gab es Live-Musik und Literaturlesungen.

Zahlreiche Promis als BewohnerInnenn im Turm des neuen Wien

„Freitag früh begann auf dem Gelände des ehemaligen Heu- und Strohmarktes nächst dem Matzleinsdorfer Platz, auf dem die Gemeinde Wien bereits rund tausend neue Wohnungen fertiggestellt hat, der Grundaushub für das erste städtische Wohnhochhaus.“ So nüchtern begann der Artikel über den Baubeginn 1954 in der Arbeiter-Zeitung. Als „Turm des neuen Wien“ wurde der im Entstehen befindliche Gemeindebau betitelt.

Die Wohnhausanlage wurde zwischen 1954 und 1957 errichtet und schloss damit auch gleichzeitig die letzte große Baulücke entlang des Gürtels, auch Ringstraße des Proletariats genannt, weil sich hier besonders viele Gemeindebauten aneinander reihen. Eine Besonderheit waren in den 50er-Jahren natürlich die Aufzüge für alle Mieterinnen und Mieter, sie führten bis ins Dachgeschoss. Im Keller des Hochhauses, der weit über den Grundriss hinausreicht, gab es eine riesige Heizungsanlage, in die über ein mechanisches Fördersystem Koks eingebracht wurde.

Im Matzleinsdorfer Wohnhochhaus zu wohnen war in den 50er-Jahren etwas ganz Außergewöhnliches – schließlich wohnte man hier nicht nur im höchsten Wohnhaus der Stadt. Das Gebäude hatte bedeutende Persönlichkeiten als MieterInnen: Bundesminister a.D Erwin Lanc, Herausgeber Hans Dichand, der spätere Wiener Bürgermeister Helmut Zilk sowie die spätere Wiener Stadträtin Friederike Seidl zählten zu den Bewohnerinnen.

Die Leopold-Rister-Gasse 5

Das Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von 7.440 m2 auf einer annähernd rechteckigen Grundfläche von 557,47 m2. Heute finden sich dort 104 Wohnungen und 15 Geschäftslokale, verteilt auf ein Erdgeschoß, 18 Stockwerke und ein Dachgeschoß mit teilweise umlaufender Terrasse.

Die nordöstlich gelegene Hauptfassade zeigt einen hell gehaltenen Mittelrisalit. Das Gebäude ist an seiner südwestlichen Seite etwas breiter und wiederholt hier die Gestaltung der Hauptfassade. Glasbausteine, Mosaikfliesen und Terrazzoböden prägen das Innere. Die unterschiedlichen Muster der Mosaike und Terrazzobeläge verleihen jedem Stockwerk ein individuelles Aussehen. Einfache Glastüren trennen die Stiegenhäuser von den Stockwerksplattformen und schaffen einen Vorraum zu Wohnungen und Liftanlagen. Durch eine Glasbausteinfront fällt Licht ins Stiegenhaus.

2011 wurden die letzten Sanierungsmaßnahmen fertiggestellt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Wohnhausanlage an das Wiener Fernwärmenetz angeschlossen. Die letzten Maßnahmen ermöglichen seither einen barrierefreien Zugang.

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Jörg Neumayer
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