Bilderbuch: „SCHAU! Staunen mit allen Sinnen“

Präsentation des 6. Kinderbuches der St. Nikolausstiftung, des Tyrolia-Verlages und des Kinderbuchhauses im Schneiderhäusl

Wien (OTS) - Man sieht nicht nur mit den Augen gut, sondern auch mit den Ohren, mit der Nase, mit der Zunge und mit den Fingerspitzen. Und natürlich auch mit der Fantasie. Das weiß Nele ganz gewiss, denn Nele ist blind. – Ein ernsthaftes Thema und eine spielerisch-kreative Umsetzung: Das sechste Bilderbuch, das aus dem Projekt „lesen lieben lernen“ entstanden ist, beweist einmal mehr, wie viel Innovationskraft der künstlerische Nachwuchs Österreichs zu bieten hat.

Während Herr Soundso in diesem Bilderbuch die Dinge gerne sachlich-nüchtern sieht, gelingt es Nele seine Beschreibungen auf ihre fantasievolle Art zu erweitern. Da verwandelt sich die Sonne zu einer strahlenden Königin, das Meer zu einem launischen Riesen und das Feuer zu einer lebhaften Tänzerin. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes – die klaren, aber ausgetüftelten Illustrationen von Nini Spagl machen es mithilfe von Aufklappseiten möglich und vereinen dabei in gekonnter Weise beide Wahrnehmungsarten zu einer gemeinsamen.

Das neue Kinderbuch „SCHAU!“ von Martina Fuchs und Nini Spagl ist ein wunderbares Plädoyer dafür, die visuelle Ebene durch den Hör-, Geruchs-, Tast- und Geschmackssinn zu erweitern. Und natürlich auch durch die Fantasie! 

In ihrem ersten Buch bringt die Autorin ihre Erfahrungen, die sie bei der Betreuung von blinden Kindern gemacht hat, mit ein. „Indem sich blinde und sehbehinderte Menschen auf ihre verbleibenden Sinne stützen und oftmals auch ihre Fantasie spielen lassen, nehmen sie ihre Umgebung differenzierter und vielfältiger wahr, als man als Sehender annehmen möchte", erklärt Martina Fuchs.

Ihr eingereichtes Manuskript überzeugte im Frühjahr 2016 die LESEL-Jury und so entstand im Laufe des vergangenen Jahres ein einzigartiges Bilderbuch. „Ein Buch soll bei Kindern so früh wie möglich die Freude am Lesen wecken, aber unser neues Bilderbuch zeigt, dass viel mehr möglich ist. Die ganzheitliche Entwicklung der Sinne wird dadurch angeregt“, ist Mag. Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, erfreut. Die Stimulierung der visuellen, taktilen, auditiven und olfaktorischen Wahrnehmung rückt vor allem im urbanen Raum und der zunehmend technisierten Welt verstärkt in den Blickpunkt der Elementarpädagogik. Die einzelnen Begriffe wie Sonne, Nacht, Wiese, Stein, Meer, Feuer etc. eignen sich hervorragend als Gesprächsimpuls und Anstoß, über die Beschaffenheit, die Eigenschaften und die Konsistenz von Dingen nachzudenken, sie zu erörtern, zu ertasten, zu erfühlen und zu erleben.  

Buchpräsentation im Louis Braille Haus

Präsentiert wurde das Kinderbuch zum Thema passend im Louis Braille Haus des Blinden- und Sehbehindertenverbandes im 14. Bezirk. Der Franzose Louis Braille entwickelte 1825 die Blindenschrift. Sie besteht aus gepressten Punktmustern, die mit den Fingerspitzen als Erhöhungen zu ertasten und somit von blinden und sehbeeinträchtigten Menschen zu lesen sind. Als Besonderheit liegt dem Buch SCHAU! ein Beiblatt mit den Grundformen der Brailleschrift bei.

Teil der Buchpräsentation, neben den Werkstattgesprächen mit der der Autorin und der Illustratorin, war ein Sinnesgarten für alle Gäste, bei dem das Schmecken, Riechen, Hören und Tasten im Vordergrund stand. 

Nachwuchswettbewerb „LESEL“

Seit 2012 gibt es das Projekt „lesen lieben lernen“, das von der St. Nikolausstiftung zur (Vor-)Leseförderung ins Leben gerufen wurde und seither jährlich gemeinsam mit dem Tyrolia-Verlag und dem Kinderbuchhaus im Schneiderhäusl umgesetzt wird. Jedes Jahr lädt die St. Nikolausstiftung ihre MitarbeiterInnen, Angehörige der Kindergarten- und Hortkinder sowie Personen, die im Bereich der Elementarpädagogik tätig sind, ein, Texte für ein Bilderbuch einzureichen. VertreterInnen der drei Projektpartner sowie der STUBE – Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur – wählen aus allen Einreichungen eine Geschichte aus. Im nächsten Schritt werden junge KünstlerInnen ins Kinderbuchhaus im Schneiderhäusl zur „Sprungbrettwoche“ eingeladen, wo unter der Leitung von Renate Habinger erste Illustrationen zum Text erarbeitet werden. Im Anschluss wird das vielversprechendste Projekt ausgewählt und bis zum fertigen Bilderbuch weiterbegleitet. Dieses erhalten jeweils die Kinder im letzten Kindergartenjahr der St. Nikolausstiftung als Abschiedsgeschenk, es ist aber auch im allgemeinen Buchhandel erhältlich. Seit 2015 läuft dieses einzigartige Nachwuchsförderungsprojekt unter dem Titel „LESEL“, zu dem Renate Habinger das Logo gestaltet hat. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Rezensionsexemplar:

Können Sie gerne bei katrin.feiner@tyrolia.at anfordern.

Über die St. Nikolausstiftung:

Zur St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien gehören mehr als 80 Standorte mit rund 1000 MitarbeiterInnen und circa 6.000 Kindern. Die Kindergärten und Horte sind in allen Wiener Bezirken vertreten. Ein gelebtes Miteinander, Erziehungspartnerschaft und ein Interesse an den individuellen Lebensentwürfen der Kinder und ihrer Familien zeichnen die pädagogische Arbeit aus. Auf Basis des christlichen Weltbildes bieten wir den Kindern Raum und Zeit, altersgerecht über die Grundfragen des Lebens nachzudenken.

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