- 10.05.2017, 12:21:30
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IKG: Konsequenzen des Antisemitismus-Eklats am Juridicum
Wien (OTS) - Nach der Enthüllung menschenverachtender Haltungen bei
einigen Funktionären der Aktionsgemeinschaft (AG) sieht IKG-Präsident
Oskar Deutsch dringenden Handlungsbedarf: "Die Empörung ist schnell
artikuliert. Jetzt müssen wir das Problem benennen, Ursachen
analysieren und bekämpfen: Antisemitismus im akademischen Betrieb."
Die IKG unterstützt die Prüfung rechtlicher Schritte gegen beteiligte
Funktionäre durch die "Jüdischen österreichischen Hochschüler".
"Antisemitische Witze sind kein schwarzer Humor", kritisiert Deutsch
eine Stellungnahme der "AG Jus" und warnt davor, die Postings zu
Kavaliersdelikten zu erklären. AG und Junge ÖVP sowie das Juridicum
der Uni Wien seien gefordert, Konsequenzen zu ziehen, die über
Ausschlüsse hinaus gehen. Aufklärung könne ein Bestandteil dieser
Konsequenzen sein.
"Eine Konsequenz, die wir ziehen wollen, ist die Ausdehnung des
Projekts ,Likrat’ von Schulen auf Universitäten", kündigt Oskar
Deutsch an. Im Rahmen des Begegnungsprogramms "Likrat" ("aufeinander
zugehen" oder "in Begegnung" auf Hebräisch) besuchen jüdische
Jugendliche Schulklassen in ganz Österreich, stellen sich vor und
diskutieren mit Gleichaltrigen über Judentum, über Israel und ihre
persönlichen Biografien. "Dieses Programm wollen wir nun auch auf
Studentenorganisationen ausweiten."
Dadurch sollen stereotype Wahrnehmungen durchbrochen und
antisemitischen Ressentiments entgegengetreten sowie ein
gegenwartsbezogenes Judentum vermittelt werden.
"Wären die Akteure vom Juridicum in ihrer Schulzeit mit ,Likrat’
konfrontiert gewesen, hätten sie sich vielleicht anders verhalten",
so IKG-Präsident Deutsch.
(Schluss)
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