IKG: Konsequenzen des Antisemitismus-Eklats am Juridicum

Wien (OTS) - Nach der Enthüllung menschenverachtender Haltungen bei einigen Funktionären der Aktionsgemeinschaft (AG) sieht IKG-Präsident Oskar Deutsch dringenden Handlungsbedarf: "Die Empörung ist schnell artikuliert. Jetzt müssen wir das Problem benennen, Ursachen analysieren und bekämpfen: Antisemitismus im akademischen Betrieb."

Die IKG unterstützt die Prüfung rechtlicher Schritte gegen beteiligte Funktionäre durch die "Jüdischen österreichischen Hochschüler". "Antisemitische Witze sind kein schwarzer Humor", kritisiert Deutsch eine Stellungnahme der "AG Jus" und warnt davor, die Postings zu Kavaliersdelikten zu erklären. AG und Junge ÖVP sowie das Juridicum der Uni Wien seien gefordert, Konsequenzen zu ziehen, die über Ausschlüsse hinaus gehen. Aufklärung könne ein Bestandteil dieser Konsequenzen sein.

"Eine Konsequenz, die wir ziehen wollen, ist die Ausdehnung des Projekts ,Likrat’ von Schulen auf Universitäten", kündigt Oskar Deutsch an. Im Rahmen des Begegnungsprogramms "Likrat" ("aufeinander zugehen" oder "in Begegnung" auf Hebräisch) besuchen jüdische Jugendliche Schulklassen in ganz Österreich, stellen sich vor und diskutieren mit Gleichaltrigen über Judentum, über Israel und ihre persönlichen Biografien. "Dieses Programm wollen wir nun auch auf Studentenorganisationen ausweiten."
Dadurch sollen stereotype Wahrnehmungen durchbrochen und antisemitischen Ressentiments entgegengetreten sowie ein gegenwartsbezogenes Judentum vermittelt werden.

"Wären die Akteure vom Juridicum in ihrer Schulzeit mit ,Likrat’ konfrontiert gewesen, hätten sie sich vielleicht anders verhalten", so IKG-Präsident Deutsch.
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