Kadenbach: Schulterschluss gegen Bierpatente

SPÖ-Europaabgeordnete unterstützt Kampagne "Ein Prost auf die Vielfalt"

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des für heute, Mittwoch, geplanten Vernetzungstreffens des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, des österreichischen Patentamts, von SozialpartnerInnen und NGOs, erklärt Karin Kadenbach, Umweltsprecherin der SPÖ-EU-Abgeordneten. "Wenn wir Patente auf Pflanzen und Tiere zulassen, ist das nichts anderes als eine Privatisierung der Natur durch multinationale Konzerne. Damit wird die Biodiversität bedroht und auch die Interessen der BäuerInnen, ZüchterInnen und der KonsumentInnen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Konzerne durch Patente den Prozess vom Saatgut bis zum Bierkrug kontrollieren. Pflanzen, Saatgut und Tiere sind keine Erfindungen, deshalb brauchen wir ein lückenloses Verbot der Patentierung lebender Organismen." ****

Heineken und Carlsberg haben 2016 drei Patente des Europäischen Patentamtes auf Gerstenpflanzen, ihre Ernte und alle damit erzeugten Produkte (Malz, Würze, Bier) bekommen. Diese Patente betreffen nun besonders die Klein- und Privatbrauereien. Wenn es zu keinem lückenlosen Verbot kommt, werden diese Patente aber nur der Anfang sein. Es wird wohl ein Wettrennen geben, um die Rechte auf unsere Lebensgrundlage zu sichern.

"Das Reinheitsgebot gibt es nur mit einem Patentverbot. Deshalb unterstütze ich die Kampagne 'Ein Prost auf die Vielfalt' des Vereins ARCHE NOAH. Ich fordere einen breiten Schulterschluss auf allen Ebenen, denn nur durch Zusammenarbeit können wir eine vollkommene ökonomische Abhängigkeit gegenüber Großkonzernen wie Heineken und Carlsberg begrenzen. Unpatentierte Pflanzen sind ganz wesentlich für den Erhalt der Biodiversität, das Recht auf Saatgutnachbau durch LandwirtInnen und Innovation in der Züchtung. Auch als Maßnahme gegen den Klimawandel ist das wichtig.“

"Der Ball liegt nun bei den 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation - darunter die 28 EU-Mitgliedstaaten. Eine Dreiviertelmehrheit der Staaten kann Änderungen zu den Ausführungsordnungen des Übereinkommens beschließen. Die Mitgliedstaaten, auch Österreich, sind also aufgefordert, die Interessen der europäischen BürgerInnen, der Umwelt und der Vielfalt zu berücksichtigen und den rechtlichen Vorschlag des Patentamts ganz genau unter die Lupe zu nehmen", schließt Karin Kadenbach. (Schluss) mb/mp

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