Das schlimme Schicksal der traurigsten Bären Vietnams

VIER PFOTEN enthüllt schockierende Bilder aus vietnamesischen Gallebären-Farmen

Die Käfige sind extrem winzig, kaum größer als die Bären, und völlig reizarm. Den Bären fehlt es an allem. Sie sind krank und apathisch. Das ist extreme Tierquälerei.
Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei Vier Pfoten

Wien (OTS) - Heute veröffentlicht VIER PFOTEN schockierendes Videomaterial, das zeigt, wie Bären auf vietnamesischen Bärenfarmen illegal Bärengalle abgezapft wird (https://youtu.be/55vVdhAXNfw). Die vietnamesische Regierung hat zwar bereits im Jahr 2005 lobenswerte Maßnahmen gegen diese grausame Praxis ergriffen, indem sie  den Verkauf und Konsum von Bärengalle verboten hat, doch es leiden immer noch etwa 1.300 Bären unter schlimmsten Bedingungen auf rund 400 vietnamesischen Bärenfarmen. Die meisten Tiere fristen ihr Leben halb verhungert und dehydriert in engen Metallkäfigen. Und wie aktuelle Recherchen von VIER PFOTEN zeigen, werden viele Bären noch für die Produktion von Galle missbraucht, denn der illegale Handel mit Bärengalle in Vietnam blüht. Bärengalle wird seit mehreren tausend Jahren als Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und ist bis heute ein begehrtes Produkt in vielen Ländern Asiens.

Das Videomaterial zeigt, wie mehrere Kragenbären unter furchtbaren Bedingungen betäubt werden und ihnen dann Galle entnommen wird. Ihre Gallenblase wird erst per Ultraschall lokalisiert, dann wird ihnen eine lange Nadel durch die Bauchdecke in die Gallenblase gestochen und Galle über einen Katheter abgezapft. Oft sind die Bären nicht richtig betäubt und leiden unter dem schmerzhaften Abzapfen.  

Die sogenannten Gallebären bekommen häufig Infektionen, verursacht durch die grausamen und unhygienischen Bedingungen während des Eingriffs. Durch regelmäßiges Abzapfen und fehlende medizinische Versorgung leiden die Bären an verschiedensten Erkrankungen wie Abszessen, Blutvergiftung und Leberkrebs. Die extrem schlechten Haltungsbedingungen auf Bärenfarmen führen außerdem zu massiven Verhaltensstörungen, die in schweren Fällen sogar zu Selbstverstümmelung führen können. Experten von VIER PFOTEN haben mehrere Bärenfarmen besichtigt und viele grausame Fälle von Missbrauch dokumentiert. VIER PFOTEN Wildtierexperte Thomas Pietsch: „Die Käfige sind extrem winzig, kaum größer als die Bären, und völlig reizarm. Den Bären fehlt es an allem. Sie sind krank und apathisch. Das ist extreme Tierquälerei.“ 

Obwohl es pflanzliche und synthetische Alternativen für Bärengalle gibt, wird diese noch immer für die Behandlung von Augenkrankheiten, Hämatomen, Verdauungsstörungen und anderen Beschwerden verwendet. Das aktuelle Videomaterial zeigt außerdem, dass trotz des Verkaufsverbots Bärengalle in großen Mengen illegal im Internet und vielerorts in Vietnam verkauft wird.

Vietnam ist eines der wenigen Länder in Asien, die bereits rechtliche Schritte gegen die Haltung von Gallebären unternommen haben. Der erste Schritt im Jahr 2005 hatte zum Ziel, durch Registrierungs- und Mikrochip-Pflicht  aller Farmbären in Vietnam die Aufnahme neuer Tiere auf Bärenfarmen zu verhindern. In einem zweiten Schritt sollten alle nicht registrierten Bären beschlagnahmt und ihre Halter strafrechtlich verfolgt werden.  Thomas Pietsch: “Obwohl diese Maßnahmen der vietnamesischen Regierung absolut notwendig und richtig waren, gibt es immer noch viele nicht registrierte, illegal gehaltene Bären in Vietnam. Daher sind nun weitere Schritte nötig. Bärenfarmen müssen besser kontrolliert und die Gesetze besser umgesetzt werden, um genaue Informationen über die Zahl und die Lebensbedingungen aller Farmbären zu erhalten und um sicherzustellen, dass alle illegal gehaltenen Bären beschlagnahmt werden.”

Viele Farmbären wurden von Wilderern als wildlebende Jungtiere der zuvor getöteten Bärenmutter entrissen. Kragen- und Malaienbären  (auch Mond- und Sonnenbären genannt) sind beide in Vietnam heimisch und dort aufgrund von Wilderei und dem illegalen Handel mit ihren Körperteilen vom Aussterben bedroht.  

VIER PFOTEN hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit der vietnamesischen Regierung eine nachhaltige und tierfreundliche Lösung für die 1.300 Gallebären zu finden und außerdem einen Plan zum Schutz der wilden Bärenpopulationen zu erstellen.“Wir ermutigen die vietnamesische Regierung, weitere Maßnahmen für ein Ende der Bärenfarmen zu unternehmen, den Handel mit Bären und ihren Körperteilen zu stoppen und die wildlebenden Populationen ihres Landes zu schützen“, sagt Thomas Pietsch.. „VIER PFOTEN wird die Regierung in ihren Bemühungen um eine konsequente Durchsetzung der Gesetze unterstützen. Wir bauen derzeit eine Bären-Rettungsstation, in der gerettete Bären den Rest ihres Lebens unter artgemäßen Lebensbedingungen verbringen können. Vietnam wird hoffentlich bald als Vorbild für andere asiatische Länder dienen, in denen nach wie vor Gallebären gehalten werden.” 

Um eine nachhaltige Lösung für die Bären sicherzustellen, bittet VIER PFOTEN alle Unterstützer, die vietnamesische Regierung zur Durchsetzung der für ein Ende der Bärenfarmen nötigen Maßnahmen zu ermutigen und eine Online-Petition zu unterschreiben: 

www.saddestbears.com/Vietnam

Mit diesem Spendenlink kann man die Kampagne ebenfalls unterstützen: www.vier-pfoten.at/gallebaeren



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