„kreuz und quer“ am 9. Mai: „Die schwedische Theorie der Liebe“ und „Herr Schuh und die Liebe“

Wien (OTS) - Schweden wird gerne als gesellschaftspolitisches Ideal dargestellt: eine demokratische Gesellschaft, die all ihren Mitgliedern gleiche Möglichkeiten und – vor allem – individuelle Freiheit bietet. Diesem Modell zugrunde liegt die schwedische Wertvorstellung schlechthin: Unabhängigkeit. „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – zeigt dazu am Dienstag, dem 9. Mai 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Die schwedische Theorie der Liebe“ von Erik Gandini – ein Film über Beziehungsfreiheit, den Zusammenhang von individueller Unabhängigkeit und persönlichem Glück.

In „Herr Schuh und die Liebe“ macht sich um 23.25 Uhr Philosoph und Essayist Franz Schuh mit Regisseur Florian Gebauer auf die Reise, das Wesen der Liebe zu erkunden, denn: „In der Theorie scheint die Liebe einfach. In der Praxis ist sie es nicht.“

„Die schwedische Theorie der Liebe“ – Ein Film von Erik Gandini

Der schwedische Wohlfahrtsstaat sorgt dafür, dass alle Individuen des Landes ihre Lebensziele möglichst eigenständig und autonom umsetzen können. Bereits Anfang der 1970er Jahre entstand zu diesem Zweck das politische Manifest „Die Familie der Zukunft“. Erklärtes Ziel war es, die soziale und ökonomische Unabhängigkeit der Einzelnen sicherzustellen. Selbst familiäre Bindungen wurden dem untergeordnet. Heute, gut 40 Jahre nach dem „Manifest“, lebt rund ein Viertel der schwedischen Bevölkerung alleine – eine der höchsten Raten weltweit. Und immer mehr Frauen entscheiden sich – dank Samenbanken – für die Mutterschaft ohne Mann. Ein Leben in Unabhängigkeit, das für manche den bitteren Beigeschmack der Einsamkeit haben kann.

Die Dokumentation macht sich auf Spurensuche in Schweden und in anderen Ländern – und trifft Menschen, deren Erfahrungen und Erzählungen ein neues Licht auf das hohe Gut der Unabhängigkeit werfen. Da ist etwa Maria Helena, alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Sie hat sich bewusst entschlossen, Kinder ohne einen Partner an ihrer Seite zu bekommen. Möglich wird das durch Unternehmen wie die weltweit größte Samenbank Cryos. Alleinstehende Frauen stellen mittlerweile rund die Hälfte der Kunden. Es sei so einfach wie im wirklichen Leben, meint dazu Cryos-Gründer Ole Schou. Vielleicht sogar einfacher, denn: Man brauche keinen Mann.

Die Zahl der Menschen, die in diesem Sinn „unabhängig“ sterben und manchmal erst Monate oder gar Jahre später in ihrer Wohnung tot aufgefunden werden, weil sie niemand vermisst, hat im vergangenen Jahrzehnt markant zugenommen. In Schweden ist, wie der Film zeigt, eine eigene Behörde damit betraut, nach Angehörigen dieser einsam Verstorbenen zu suchen.

Als Kontrast zum wohlhabenden Schweden zeigt ein Chirurg, warum er seine Erfüllung in Äthiopien gefunden hat und nicht etwa in seiner schwedischen Heimat. Denn in dem afrikanischen Land, so erklärt er, werde der Mangel an Materiellem durch den Reichtum an menschlichen Beziehungen allemal aufgewogen. Und der polnische Philosoph Zygmunt Baumann (1925-2017) argumentiert, warum ein völlig störungsfreies Leben nicht gleichbedeutend ist mit Glück.

„Herr Schuh und die Liebe“ – Ein Film von Florian Gebauer

„Wenn die Liebe glücklich verläuft, dann ist sie die größte Macht im einzelnen Menschen, das Leben auf dieser Welt zu bejahen.“ Auf seiner Erkundungstour trifft Franz Schuh u. a. auf das Ehepaar Hehberger. Die Pensionisten sind seit 50 Jahren verheiratet. „Sind 50 Jahre eine Ewigkeit? Auf Erden ja.“ Ihre Liebe hat sich im Laufe der Jahrzehnte von himmelhochjauchzend zu einer liebevoll-pragmatischen Form der Zweisamkeit gewandelt.

Bettina Wilfinger liebt ihre drei „Mopsbuben“. Sie lässt Brustgeschirre maßschneidern und kocht zweimal am Tag für sie – nur bio, versteht sich.

Die Rechtsanwältin Astrid Wagner war vor mehr als 20 Jahren in Jack Unterweger verliebt und konnte diese Liebe nie leben. „Wie viel mörderische Schuld erträgt man an einem Menschen, den man liebt? Am Ende ist die Liebe ein Spiel mit hohem Einsatz. Ohne Risiko ist man überhaupt nicht dabei. Bei zu viel Risiko wäre man lieber nicht dabei gewesen. Das ist doch Grund genug, sich zu fragen: Was ist denn das – die Liebe?“

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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