„kulturMontag“ am 8. Mai: Marlene Dietrich, Political Correctness und Wiener Festwochen

Außerdem: neue Dokumentation „Ich schreibe, um mich selbst zu retten. Florjan Lipuš im Porträt“ zum 80. Geburtstag des Schriftstellers

Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 8. Mai 2017 um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich mit Weltstar Marlene Dietrich, zu deren 25. Todestag eine neue Biografie erschienen ist, weiters mit dem kontrovers diskutierten Thema Political Correctness, die nach so mancher Ansicht längst aus dem Ruder gelaufen ist, und gibt einen Ausblick auf die bevorstehenden 66. Wiener Festwochen unter der neuen Intendanz von Tomas Zierhofer-Kin. Dieser ist gemeinsam mit Universalkünstler Jonathan Meese, der die futuristisch-revolutionäre Festwochen-Neuschöpfung von Wagners „Parsifal“ verantwortet, live zu Gast im Studio. Anschließend an das Magazin steht die neue Dokumentation „Ich schreibe, um mich selbst zu retten. Florjan Lipuš im Porträt“ (23.30 Uhr) anlässlich des 80. Geburtstags des Schriftstellers (am 4. Mai) auf dem Programm.

Tabubrecherin Marlene Dietrich – Neue Biografie zum 25. Todestag

Vor 25 Jahren, am 6. Mai 1992, ist Weltstar Marlene Dietrich in Paris gestorben. Der einst in Deutschland wegen ihres Engagements als Truppenbetreuerin der US-Armee als „Vaterlandsverräterin“ Diffamierten wurde ein Ehrengrab in Berlin errichtet, posthum erhielt sie die Ehrenbürgerschaft der Stadt – eine späte Versöhnung. „Einsame Klasse. Das Leben der Marlene Dietrich“ heißt eine neue Biografie. Eva Gesine Baur begibt sich darin auf die Spur einer Künstlerin, die „widersprüchlicher, moderner und kompromissloser war als jeder andere Hollywoodstar“. Der „kulturMontag“ hat die Autorin in München getroffen und mit ihr über eine Frau gesprochen, auf die der inflationär gebrauchte Begriff „Ausnahmekünstlerin“ tatsächlich zutrifft. Als „Zeugin der Anklage“ ist Marlene Dietrich am 6. Mai um 13.10 Uhr in ORF 2 zu sehen.

„Moralkeule“ Political Correctness – Denk-Verbote oder Stütze der Demokratie?

„Die Träume der politisch Korrekten sind die Albträume der freien Gesellschaft“, schrieb kürzlich der slowenische Starphilosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek. Beispiele einer aus dem Ruder gelaufenen Political Correctness gibt es zur Genüge. Hat man es mit den Bemühungen, innerhalb einer soziokulturell vielfältigen Gesellschaft das Gleichgewicht zu wahren und eine antidiskriminierende, geschlechterneutrale Sprache zu finden, zu weit getrieben? Ist die Political Correctness zum „Tugendterror“ geworden, der aus Terroristen „Rebellen“ und aus Extremismus „kulturelle Eigenheiten“ macht? Und: Hat eine überbordende Political Correctness den Erfolg vieler Rechtspopulisten befeuert? Was muss gesagt werden – und was darf nicht mehr gesagt werden? Der „kulturMontag“ bittet dazu Islamkritiker Hamed Abdel-Samad, Nahost-Expertin Karin Kneissl, Schriftsteller Doron Rabinovici, Rassismusforscherin Bea Gomes und den Philosophen Carlo Strenger zu Wort.

Wiener Festwochen: Neo-Intendant Tomas Zierhofer-Kin und Kultur-„Enfant terrible“ Jonathan Meese live im Studio

Klassisches Sprechtheater riecht ihm zu sehr nach Repräsentationskunst, die Frage, ob Musiktheater, wie es etwa die Staatsoper repräsentiert, noch zeitgemäß ist, lässt ihn skeptisch zurück. Tomas Zierhofer-Kien hat jahrelang erfolgreich das Donaufestival geleitet, als neuer Intendant der Wiener Festwochen navigiert er jetzt einen gewaltigen Kulturtanker. In dieser Funktion will er Verzopftes kappen, nicht aber, um Publikumsschichten zu verstören, sondern um neue dazu zu gewinnen. Im Zentrum des Festwochenprogramms stehen Diskurs und sehr viel Performance. Eine zentrale Produktion des Festivals, auf der viel Erwartungsdruck liegt, ist „Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz)“ – eine Neuschöpfung der Oper „Parsifal“ und eine Verneigung vor ihrem Komponisten Richard Wagner. Als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner zeichnet Deutschlands Lieblings-„Enfant Terrible“ Jonathan Meese verantwortlich, der sich selbst als „Kulturexorzist“ bezeichnet. Gemeinsam mit dem österreichischen Komponisten Bernhard Lang soll eine Weltraum-Oper entstehen, die den Wagner-Mythos in ein weit entferntes Revolutionsjahr der Zukunft transportiert. Zierhofer-Kin und Meese sind live zu Gast im „kulturMontag“-Studio.

Dokumentation: „Ich schreibe, um mich selbst zu retten. Florjan Lipuš im Porträt“ (23.30 Uhr)

Der österreichische Schriftsteller Florjan Lipuš schreibt seit Jahrzehnten in seiner slowenischen Muttersprache. In der Wahl des Slowenischen als Literatursprache kulminiert seine Ethik und Ästhetik. Er ist Kärntner Slowene und mit seinem herausragenden Werk eine bahnbrechende Gründerfigur der neueren slowenischen Literatur in Kärnten. Mit der Übersetzung seines Romans „Zögling Tjaž“ durch Peter Handke und Helga Mračnikar ins Deutsche Anfang der 1980er Jahre gelang ihm der Durchbruch. Dennoch ist Lipuš im deutschen Sprachraum nach wie vor ein großer Unbekannter, und das obwohl sein Oeuvre von europäischem Rang ist. Anlässlich seines 80. Geburtstags am 4. Mai gestaltete die Leiterin des Literaturressorts der ORF-TV-Kultur Katja Gasser eine filmische Hommage an einen leidenschaftlichen Einzelgänger. Der Film ist in slowenischer Version in einer Spezialausgabe von „Dober dan, Koroška“ bereits am Sonntag, dem 7. Mai, um 13.30 Uhr in ORF 2 Kärnten zu sehen. Die für ORF/3sat produzierte Langfassung mit dem Titel „Vom Glück des Schreibens. Florjan Lipuš im Porträt“ steht am Sonntag, dem 9. Juli, um 10.15 Uhr – vor der Verleihung des Bachmannpreises bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt – auf dem Programm von 3sat.

Der „kulturMontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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