Willi: Tourismus verdient mehr politisches Gewicht

Grüne: ÖVP bestraft ihre Leistungsträger

Wien (OTS) - „Der Tourismus hat mit einem Positivsaldo von 8,8 Milliarden Euro Österreichs Leistungsbilanz 2016 gerettet. Umso unverständlicher ist es für mich, wie Finanzminister Schelling und Wirtschaftsminister Mitterlehner der Touristikbranche Prügel vor die Füße werfen: Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Übernachtung von 10 auf 13 Prozent und Verlängerung der Nutzungsdauer auf 40(!) Jahre. Das schwächt Österreichs Tourismus im internationalen Wettbewerb und bremst Investitionen ein“, kritisiert der Grüne Tourismussprecher Georg Willi.

Das Ganze zeige die Doppelbödigkeit der ÖVP. In ihrer Hammer- und Sichel-Broschüre regen sich die Schwarzen in Richtung Rot und Grün darüber auf, dass die Leistungsträger geknechtet würden ('Du darfst keine Leistung zulassen'. - Willi: „Die Minister Schelling und Mitterlehner sind es aber, die die Touristik lähmen. Wir Grüne wollen, dass die Mehrwertsteuererhöhung auf Übernachtung zurückgenommen und die Abschreibezeiträume an die Nutzungsdauer angepasst werden, damit mehr investiert wird.“

Besonders bemerkenswert sei, dass die Tourismusstrategie aus dem Jahr 2010 ein Papiertiger geblieben ist, dessen zentrale Projekte nicht umgesetzt oder, nach dem "Beleidigte-Leberwurscht-Modell", beim ersten Gegenlüfterl wieder eingestellt wurden. „Wo ist die jährliche Tourismuskonferenz zur politischen Abstimmung von Marketing, Förderungen und anderen tourismusrelevanten Themen? Wo sind die Workshops zu aktuellen Themen wie Klimawandel, Ausbildung, Schulskikurse usw. Österreich braucht im Lichte des Klimawandels eine Stärkung des Sommertourismus, damit Einnahmenverluste durch schwierige und schneearme Winter kompensiert werden. Wir brauchen statt einer unlesbaren 16-seitigen Registrierkassen-Sicherheitsverordnung Aufbruchstimmung durch Bündelung der Kräfte. Die kann nur entstehen, wenn die TouristikerInnen und ihre MitarbeiterInnen nicht von Vorschriften erwürgt werden, sondern einfache und klare Rahmenbedingungen Freude an der Arbeit machen“, betont Willi.

„Wenn die Arbeit für unsere Gäste von bürokratischen Monstern befreit wird und klare und verständliche Regeln ohne Wettbewerbsverzerrung kommen, werden wieder mehr Menschen touristische Berufe ergreifen und das Lohnniveau wird steigen“, sagt Willi. „Es braucht nichts neu erfunden zu werden. Wenn die Regierung endlich die vor sieben Jahren vorgelegte Tourismusstrategie umsetzt, wäre schon viel erreicht."

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