Martin Beck präsentiert Personale sowie Sammlungsausstellung im mumok

Wien (OTS) - Ab 6. Mai 2017 zeigt das mumok mit „rumors and murmurs“ eine umfassende Personale des in New York und Wien lebenden Künstlers Martin Beck. Neben ausgewählten Werken der letzten zehn Jahre, die sich mit Fragen des Displays, also der Zeigestrategien, der Erinnerung, Kollektivität sowie mit den Themen Bildgebung und Bildfindung beschäftigen, beinhaltet die Schau mehrere neue, eigens für diesen Anlass produzierte Arbeiten. Da Installations- und Displaystrategien eine wesentliche Rolle für Martin Becks künstlerisches Schaffen spielen, zeichnet er selbst maßgeblich für die Gestaltung der Ausstellung verantwortlich. Präsentiert werden Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Zeichnungen, Bücher wie auch räumliche Interventionen in den Ausstellungsort.

Ein zentrales Werk Becks, das sich mit Fragen der Geschichtlichkeit und des Displays auseinandersetzt, ist „rumors and murmurs“ (Polygon) (2012). Dieses geradezu malerische Stoffelement bedeckt eine ganze Ausstellungswand und ist zugleich ein autonomes Kunstwerk, eine architektonische Intervention und ein funktionales Objekt. Die Arbeit besteht aus einem subtilen Muster aus vernähten polygonalen Einheiten, die einer „anarchischen“ Geometrie folgen. Propagiert wurde diese „anarchische“ Form der Ordnung und Anordnung in dem Bauhandbuch „Dome Cookbook“ (1968), einem Standardwerk der US-amerikanischen Gegenkultur. Die Suche nach alternativen Lebensstrukturen in den 1960er-Jahren wird in „rumors and murmurs“ (Polygon) mit den Erfahrungs- und Gestaltungsmöglichkeiten in einem Ausstellungsraum verschränkt.

In Martin Becks Arbeiten, die sich von Anfang an durch konzeptuelle Strenge und Sparsamkeit der Mittel ausgezeichnet haben, spielen in jüngerer Zeit Körperlichkeit und Emotionalität eine immer gewichtigere Rolle. Im Mittelpunkt seines Projekts „Last Night“ (ab 2013) steht die letzte Nacht der legendären Dance-Party „The Loft“ in der New Yorker Prince Street von 1984. Den ersten Teil von „Last Night“ bildet ein Buch, das detaillierte Angaben zur Musik während der 13-stündigen Party liefert. Einen weiteren Teil dieses Werkkomplexes bildet ein über dreizehn Stunden langer gleichnamiger Film, der in unterschiedlichen Einstellungen wiedergibt, wie die im bei der Party gespielten Schallplatten in einem privaten Setting auf einem Plattenspieler aus der Zeit abgespielt werden.

Zudem werden in „rumors and murmurs“ Serien aus einer jüngeren Werkgruppe Becks namens „Flowers“ (2015) gezeigt werden: Fotografien, die eine ältere Floristin dabei zeigen, wie sie einen eindrucksvollen Blumenstrauß zusammenstellt und auseinandernimmt.

Parallel zur Personale von Martin Beck eröffnet das mumok mit „watching sugar dissolve in a glass of water. Szenen aus der mumok Sammlung“ eine von ihm zusammengestellte Ausstellung mit Werken aus der Sammlung. Die Auswahl rückt Arbeiten der 1960er- und 1970er-Jahre in den Mittelpunkt und verweist auf wesentliche Einflüsse – neben Kunst auch Design, Architektur und Popkultur – für Becks künstlerisches Schaffen. Abstrakte und figurative, konzeptuelle und malerische Zugänge werden in oft überraschenden Kombinationen und spannungsvollen Arrangements gezeigt. Beck bezeichnet diese subjektiven Zusammenstellungen als Szenen, im Sinne von Schauplätzen, auf denen sich neue Verbindungen auftun und überraschende Konflikte ausgetragen werden. Der Titel der Ausstellung, „watching sugar dissolve in a glass of water“, verweist auf den Prozess des genauen Beobachtens, und auf die Veränderung von Aggregatzuständen.

„rumors and murmurs“ wird bis 3. September 2017 und „watching sugar dissolve in a glass of water. Szenen aus der mumok Sammlung“ bis 14. Jänner 2018 im mumok zu sehen sein.

Download und Einbindungsdetails:
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