Erfolgreich aus EU-Fördertöpfen geschöpft

Wien hat sich im Bereich der grenzüberschreitenden Projektarbeit einen Namen gemacht

Wien (OTS/RK) - Anlässlich des bevorstehenden Europatags, am 09.05.2017, und des 60-jährigen Jubiläums der Unterzeichnung der sogenannten „Römer Verträge“ oder „Römischen Verträge“ hat Magistratsdirektor Erich Hechtner in Zusammenarbeit mit dem Leiter der MA 27 (Europäische Angelegenheiten), Martin Pospischill, drei MitarbeiterInnen der Stadt für deren Engagement im Bereich der EU-geförderten Projekte „vor den Vorhang“ gebeten.

Mit Gerhard Kuschnig, Magistratsabteilung 31 - Wiener Wasser, Susanne Leputsch, Magistratsabteilung 49 - Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien und Julia Girardi-Hoog, Magistratsabteilung 25 - Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser werde seit Jahren grenzüberschreitendes Arbeiten auf Basis von EU-geförderten Projekten in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt, so Magistratsdirektor Erich Hechtner.

„Es freut mich, nebst dem ausdrücklichen Dank und der Anerkennung der inhaltlichen Relevanz der Projekte und dem durch die europäische Vernetzung verbundenen Erkenntnisgewinn für Wien, dass die Verwirklichung der Projektziele mit Europäischen Fördermitteln so erfolgreich und z.T. seit Jahrzehnten erfolgt. Damit ist auch ein Verwaltungsziel – möglichst viele EU-Mittel in den Wiener Haushalt rückzuführen – erreicht“, sagte Erich Hechtner bei seiner Danksagung.

Trotz unterschiedlicher Ausprägungen der Aufgabenfelder hätten die drei „vor den Vorhang Gebetenen“ eines gemeinsam: Sie arbeiten mit Engagement und Leidenschaft am Erhalt oder der Verbesserung unserer Lebensqualität und unterstützen damit auch den Gedanken des gemeinsamen und geeinten Europas, sagte Hechtner abschließend.

Wasser – Klimawandel - Ressourcenschonung

Im Laufe seiner 20-jährigen Tätigkeit im Zusammenhang mit EU-Förderprojekten hatte Gerhard Kuschnig (Wiener Wasser) mit Projektpartnern in Zentral- und Südosteuropa eine „Doppelfunktion“:
Einerseits als „Importeur“ außerösterreichischer Politik- und Verwaltungsansätze und zugleich „Exporteur“ innovativer Wiener Methoden im Bereich der Wasserversorgung. Die Projekte „KATER“ und „KATER II - KArst waTER research program“ konnten 1997 bis 1999 sowie 2002 bis 2006 hydrologische Fragestellung und Lösungsansätze der aufwändigen Versorgung mit Trinkwasser aus Kalkgebirgen (Rax-Schneeberg-Gruppe, Hochschwab) behandeln. Mit dem aktuellen Thema des Klimawandels befasste er sich bereits 2002 bis 2006 mit dem 3,9 Mio. EU-Fördermittel umfassenden Projekt „CC-WaterS - Climate Change and Impacts on Water Supply“, das in Form einer südosteuropäischen EU-Projektpartnerschaft seinen Einfluss auf die Wasserversorgung zum Gegenstand hatte.

Der Austausch von Strategien zur Reduktion des Wasserverlustes sowie die Entwicklung eines Roboters zur kosten-, zeit- und materialschonenden Reparatur von Wasserleitungen war Schwerpunkt des österreichisch-slowakischen Projekts „deWaLoP“. Die EU förderte die Zusammenarbeit der kommunalen Wasserversorger von Wien und Bratislava mit 1,1 Mio. Euro EFRE.

Seine hohe fachliche und international anerkannte Expertise bringt Kuschnig in die beiden aktuell laufenden Projekte „PROLINE-CE“ und „CAMARO-D“ ein. Die mit 2,3 Mio. Euro und 2 Mio. Euro von der EU kofinanzierten Projekte sollen unter Einbindung von Projektpartnern aus Zentral- und Südosteuropa substantielle Beiträge zu Auswirkungen der Landnutzung auf die Trinkwasserversorgung sowie dem Schutz vor Überschwemmungen und Dürren liefern.

Nationalpark Donau-Auen

Rund 23 der 414 Quadratkilometer umfassenden Fläche Wiens werden von der Lobau als bedeutender Teil des Nationalparks Donau-Auen eingenommen. Die nationalparkkonforme Bewirtschaftung ist eine der vielen Aufgaben des Forst- und Landwirtschaftsbetriebs der Stadt Wien.

Die Erhöhung der Sensibilität für eines der letzten intakten Augebiete Europas war im Zeitraum 2004 bis 2006 Gegenstand des bilateralen EU-Förderprojektes „Naturpädagogik Donau-Auen“. DI Susanne Leputsch leitete das Projekt, das Wien mit Projektpartnern aus der Slowakei und Tschechien umsetzte. Ein Ergebnis dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bildet das Nationalparkhaus Wien-Lobau, das BesucherInnen in den Monaten März bis Oktober offensteht. Beinahe zeitgleich beteiligte sich die Magistratsabteilung 49 zusammen mit 9 Projektpartnern aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien und der Schweiz an dem mit einer EU-Förderung in Höhe von 0,45 Mio. Euro kofinanzierten interregionalen gemeinsame Entwicklung einer Strategie für Berg-/Schutzwälder in den Alpen bildete den Schwerpunkt Projekt „Network Mountain Forest“. Die gemeinsame Entwicklung einer Strategie für Berg- /Schutzwälder in den Alpen bildete den Schwerpunkt dieses Projektes.

Im darauffolgenden österreichisch-slowakischen Projekt „urbANNAtur“, mit Fördermitteln der EU in Höhe von 0,75 Mio. Euro im Zeitraum 2010 bis 2013 umgesetzt, wandte sich Projektmanagerin Leputsch wieder der Lobau zu. Dieses Projekt reflektiert eine wichtige Herausforderung für Wien: die Bewahrung des Nationalparks angesichts des Zuzugs neuer BewohnerInnen in den anliegenden Stadterweiterungsgebieten des 22. Gemeindebezirkes. Mit der Schaffung innovativer und attraktiver Angebote für die Freizeitgestaltung soll Rücksicht auf das geschützte Gebiet genommen und für ein intaktes „grünes Band“ zwischen Wien und Bratislava gesorgt werden.

Smarter Together in Simmering

Wien erhielt in Kooperation mit München und Lyon den Zuschlag für das Projekt "Smarter Together - gemeinsam g'scheiter" - dem modernen, smarten Stadterneuerungsprojekt für Simmering. Damit lukriert Julia Girardi-Hoog Wien im Zeitraum von 2016-2019 über sieben Millionen Euro an EU-Förderungen aus dem EU-Programm "Horizon 2020".

Für das smarte Konzept sollen insgesamt mehr als 46 Millionen Euro in die Aufwertung des Gebiets Simmering Nordwest investiert werden. In diesem Einzugsbereich leben rund 21.000 Wienerinnen und Wiener.

Rund 1.300 Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnhausanlagen, die nach modernstem Standard saniert werden, profitieren durch eine verbesserte Wohnqualität und eine jährliche Heizkostenersparnis.

Auch für die Wiener Wirtschaft bringt das smarte Wiener Leuchtturmprojekt einen wichtigen Impuls: 900 Arbeitsplätze können gesichert und zum Teil neu geschaffen werden.

Vorzeigeprojekt Nr. 1 der bisherigen Aktivitäten ist der Null-Energieturnsaal, der nicht nur heizen sondern auch kühlen kann, weiters die E-Mobilität und ein E-Carsharing-Projekte für Nachkriegsbauten.

Die drei Geehrten berichteten unisono: Wien hat sich im Laufe der Jahrzehnte einen Namen als verlässlicher und innovativer Partner im Bereich der EU-Förderprojekte gemacht – dementsprechend groß ist daher auch das Angebot an Projektkooperationen. (Schluss) lei

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Mediensprecherin Magistratsdirektor Dr. Erich Hechtner
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